Diese Seite verwendet Cookies für die Funktionalität und für anonymisierte Statistiken.
Stimmen Sie auch der Verwendung von Cookies durch Drittanbieter auf dieser Website für die Schaltung von personalsierter Werbung zu? Weitere Informationen
Sie können Ihre Zustimmung jederzeit auf der Seite Impressum / Datenschutz widerrufen.
Dort finden Sie auch weitere Informationen zu Cookies.

Hiller-Ohm: Wir wollen Gleichberechtigung jetzt!

Lübeck: Archiv - 10.03.2021, 14.45 Uhr: Unter dem Motto "Blumen und Klatschen reicht nicht – Wir wollen Gleichberechtigung jetzt!" diskutierten am internationalen Frauentag eine spannende Runde bestehend aus der SPD-Landesvorsitzenden und stellvertretenden Bundesvorsitzenden Serpil Midyatli, dem frauenpolitischen Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion Sönke Rix, Lisanne Straka vom DGB Nord und der Landesvorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF), Dr. Cornelia Östreich.

Moderiert wurde das virtuelle Podiumsgespräch von der Lübecker SPD-Bundestagsabgeordneten Gabriele Hiller-Ohm. Hiller-Ohm: "Der Internationale Frauentag jährt sich. Hinter uns liegt ein Jahr, das in allen Lebensbereichen durch die Corona-Krise bestimmt wurde. Die Pandemie stellt unsere gesamte Gesellschaft vor enorme Herausforderungen – besonders Frauen sind betroffen. In den sogenannten systemrelevanten Berufen sind Frauen überproportional vertreten und sie übernehmen auch einen Großteil der Sorgearbeit zu Hause. Die Diskutierenden auf dem Podium waren sich einig, dass die Krise die Defizite in der Gleichstellung deutlich hervorgehoben hat. Im Podiumsgespräch und der anschließenden Diskussion mit den rund zwei Dutzend Teilnehmern wurde darüber hinaus eine große Bandbreite gleichstellungspolitischen Themen angesprochen."

Sönke Rix führte aus, dass die SPD in der großen Koalition trotz eines stets bremsenden Koalitionspartners viel erreichen konnte. Beispielsweise mit dem Gesetz für mehr Frauen in Führungspositionen: „Künftig gilt eine gesetzliche Mindestbeteiligung von Frauen in Vorständen börsennotierter und paritätisch mitbestimmter Unternehmen – Vorstände mit mehr als drei Mitgliedern müssen mit mindestens einer Frau besetzt sein. Das leitet nicht nur einen Kulturwandel in den Unternehmen ein, sondern hat auch eine wichtige Signalwirkung für die gesamte Gesellschaft“, so der frauenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagfraktion.

Für die SPD-Landesvorsitzende und stellvertretende Bundesvorsitzende Serpil Midyatli war es wichtig zu betonen, dass der internationale Frauentag auch ein Kampftag sei, denn es muss weiterhin vieles erkämpft werden. Das ginge nur gemeinsam mit progressiven Parteien und der Zivilgesellschaft. Auch im Zukunftsprogramm der SPD finden sich viele gleichstellungspolitischen Forderungen wieder. „Wir wollen endlich das Ehegattensplitting reformieren, das wird seit Jahren diskutiert, jetzt werden wir es endlich angehen“ so Midyatli.

Auch für Lisanne Straka vom DGB ist klar, dass Gleichstellung auch immer eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sei. Trotz aller Fortschritte sieht sie auch eine Stagnation der gleichstellungspolitischen Themen. „Ich wünsche mir, dass wir mit einem Wumms aus der gleichstellungspolitischen Krise kommen und bis zur Bundestagswahl frauenpolitische Themen noch stärker in den Fokus rücken. Für den DGB ist es besonders wichtig, dass die Allgemeinverbindlichkeitserklärung von Tarifverträgen vereinfacht wird. Das wäre ein großer Schritt hin zu mehr Lohngerechtigkeit zwischen Frauen und Männern“ so die Gewerkschaftssekretärin für Frauen- und Gleichstellungspolitik.

Dr. Cornelia Östreich, Landesvorsitzende der AsF freut sich, wie viele wichtige gleichstellungspolitische Forderungen den Weg in den Leitantrag zum Landesparteitag gefunden haben. Gleichzeitig betont sie, dass die Gefahr eines konservativen Rollbacks auch unabhängig von Corona bestehen bleibt.

Die Moderatorin Gabriele Hiller-Ohm führt abschließend aus: „Für mich ist es besonders wichtig zu betonen, dass wir echte Gleichstellung nur erreichen können, wenn wir auch eine echte Lohngerechtigkeit haben. Dass der Gender-Pay Gap in den letzten Jahren nur wenig zurück gegangen ist, können wir nicht akzeptieren. Hier ist dringender Handlungsbedarf. Für uns Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten muss die Gleichstellung von Frauen und Männern immer und gerade jetzt Leitgedanke sein. Gleichstellungspolitik geht alle Teile der Gesellschaft an, junge und alte, Frauen und Männer gleichermaßen. Wir müssen uns gemeinsam mit aller Kraft für die Chancengleichheit in unsere Gesellschaft einsetzen.“

Die Diskussion fand online statt. Foto: Büro HO

Die Diskussion fand online statt. Foto: Büro HO


Text-Nummer: 143747   Autor: Büro HO   vom 10.03.2021 um 14.45 Uhr

Text teilen: auf facebook +++ auf Twitter +++ über WhatsApp

Text ausdrucken. +++  Text ohne Bilder ausdrucken.