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Er rettet dich vor der verderblichen Pest

Lübeck: Archiv - 13.03.2021, 09.09 Uhr: Pastorin i.R. Ellen Naß stellt die Pandemie in den Mittelpunkt ihrer Gedanken zum Wochenende. Vor genau einem Jahr sagte der Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg zum ersten Mal die Gottesdienste ab. Ein Trost in dieser langen Zeit von Corona findet Ellen Naß im Psalm 91.

Weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass Zuhörer und Leser sich teilweise besser erinnern als ich selbst, was ich letztes Jahr geschrieben habe, kontrolliere ich immer, was damals war, damit ich mich nicht wiederhole. Von vor einem Jahr gibt es einen nicht zu Ende geschriebenen Entwurf über Covid 19, dann habe ich doch ein anderes Thema gewählt. Damals schien es nebensächlich, etwas, das weit weg ist, vielleicht ein wenig bedenklich, aber nicht weiter schlimm. Am 13. März fielen zum 1. Mal in Lübeck die Gottesdienste aus, ein Kind habe ich an dem Tag aber noch getauft.

Grippeepidemien haben wir schon mehrere mitgemacht, China war weit weg, alles schien überschaubar und nicht so schlimm. Inzwischen wissen wir: Corona bestimmt unser aller Leben. Egal ob wir Rentner sind, Kurzarbeit erleben, weiterarbeiten dürfen: Es bestimmt unser Leben. Wir desinfizieren uns, tragen Masken, haben letztes Jahr Urlaub in Deutschland gemacht, sitzen seit Monaten zu Hause, haben Enkel oder Oma und Opa nicht gesehen… die Liste ist endlos, was sich seitdem alles geändert hat. Vorstellen konnten wir es uns vor einem Jahr noch nicht.

Im letzten Jahr wurde ich immer wieder an Psalm 91 erinnert. „Er errettet dich vom Strick des Jägers und von der verderblichen Pest… dass du nicht erschrecken musst vor der Pest, die im Finstern schleicht, vor der Seuche, die am Mittag Verderben bringt.“ So spricht dort vor vielen tausend Jahren ein unbekannter Dichter.

Es ist eine anschauliche Schilderung von dem, was wir erlebt haben: eine unbekannte Gefahr, die nachts und auch tagsüber zuschlagen kann, die man nicht merkt, bis es zu spät ist.

Dabei haben wir es noch gut im Vergleich zu den Menschen damals. Denn wir kennen die Gefahr, auch wenn wir sie nicht unbedingt erkennen. Damals wussten sie nichts von Viren, von Aerosolen, von Hygieneregeln und kannten auch keine Impfungen.

Das ist ein Trost, wenn auch nur ein schwacher. Im Moment scheint es so, als würde es ewig so bleiben, wie es ist. Als ich kürzlich einen alten Film sah, in dem jemand mit einer schweren Erkältung zur Arbeit ging, da merkte ich, wie lang diese Zeit her ist. Die meisten von uns kannten solche weltweiten Krisen bisher nicht.

Deshalb gab mir in dieser schweren Zeit dieser Psalm 91 Trost und Hoffnung. Denn der Beter dieses Psalms beschränkt sich nicht darauf, Gefahren und Ängste zu schildern. Die Vorstellung eines Schutzengels stammt aus Psalm 91, ein Wort daraus wird gerne als Taufspruch ausgewählt. „Denn er hat seinen Engeln befohlen über dir, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen“, so geht dieser Psalm weiter.

Ich weiß nicht, ob wir wirklich Schutzengel haben, Engel sind Boten Gottes, ein anderes Bild für die Gegenwart Gottes. Gott selbst behütet uns auf unseren Wegen durch das Leben. Er behütet uns in den Gefahren, bewahrt uns davor, Mut und Hoffnung zu verlieren, schenkt Durchhaltevermögen, auch wenn wir in Gefahr sind.

Er bewahrt uns davor, unseren Fuß an einen Stein zu stoßen. Für mich hat das immer bedeutet, dass er uns hilft, nicht zu straucheln, nicht zu zweifeln oder zu verzweifeln, sondern Ihm zu vertrauen, auch wenn die Welt anders zu sein scheint, mittags und nachts unsichtbare Gefahren lauern.

Ich hoffe sehr, dass nach einem weiteren Jahr die Gefahr gebannt ist, wir alle wohlbehalten leben, dass, wenn ich dann diesen Beitrag wieder lese, er so weit weg zu sein scheint wie die Fehleinschätzung des letzten Jahres. Aber eines wird auch in einem Jahr noch sicher sein, dass Gott mit seinen Engeln uns auf dem Weg dahin behüten wird, vor allen Gefahren, die uns begegnen.

Pastorin i.R. Ellen Naß findet in der langen Pandemiezeit Trost im Psalm 91.

Pastorin i.R. Ellen Naß findet in der langen Pandemiezeit Trost im Psalm 91.


Text-Nummer: 143796   Autor: red.   vom 13.03.2021 um 09.09 Uhr

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