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Grüne Lübeck
Grüne Lübeck

Grüne erfreut über Landstrom am Skandi-Kai

Lübeck: Archiv - 20.03.2021, 13.55 Uhr: Die Grüne Bürgerschaftsfraktion ist hoch erfreut über die Errichtung von zwei Landstromanlagen im Lübecker Hafen und fordert ein Konzept für die vollständige Versorgung der im Hafen liegenden Schiffe durch Landstrom (wir berichteten am 5. März).

Hierzu erklärt die hafen- und wirtschaftspolitische Sprecherin Anka Grädner:

(")Wir freuen uns sehr über die Ankündigung des Baus von zwei Landstromanlagen am Skandinavienkai. Das Verbrennen von Schiffsdiesel durch Schiffe während ihrer Liegezeit im Hafen verursacht pro Jahr rund 30.000 Tonnen CO2, insgesamt rund ein Viertel aller CO2-Emissionen des Lübecker Hafens. Diese Emission lassen sich verhindern, indem im Hafen stattdessen Strom aus vollständig regenerativen Quellen zur Energieversorgung verwendet wird.

Das umfasst im übrigen auch mit verflüssigtem Erdgas (LNG) angetriebene Schiffe, die durch Verwendung von regenerativen Strom im Hafen ebenfalls substantiell CO2 einsparen.

Aber es geht nicht nur um die Vermeidung von CO2, sondern auch um die vielen anderen Giftstoffe des Schiffsdiesels, wie zum Beispiel Schwefel- und Stickoxide, Ruß und Feinstaub, die bisher auf die Travemünder Bevölkerung herabrieseln, wenn Schiffe im Hafen liegen und der Wind aus der falschen Richtung weht.

Nachdem bereits vor 10 Jahren die deutschlandweit erste Landstromanlage im Vorwerker Hafen errichtet wurde, ist in der Zwischenzeit absehbar, dass sich Landstrom zukünftig zum Standard der Energieversorgung in den Häfen entwickeln wird. Praktisch alle großen Häfen in Deutschland und Europa unternehmen entsprechende Anstrengungen. Wir haben daher bereits vor einem halben Jahr einen entsprechenden Antrag in der Bürgerschaft gestellt, der leider abgelehnt wurde. Darum ist es umso erfreulicher, dass auch der Lübecker Hafen den Ball jetzt wieder aufgenommen hat und mit großen Schritten vorangeht.(")

Bürgerschaftsmitglied Dr. Axel Flasbarth ergänzt:

(")Im Zuge des Baus von zwei Landstromanlagen am Skandinavienkai sind aus unserer Sicht jetzt zwei Schritte für eine Verbesserung der Landstromversorgung notwendig: Zunächst gilt es, die neuen Anlagen auch optimal zu nutzen und entsprechend zusätzliche Reedereien von einem ökologischeren Aufenthalt im Hafen mit Landstrom zu überzeugen. Und zum zweiten ist es langfristig erforderlich, auch die restlichen Schiffe und Reedereien für Landstromverwendung zu gewinnen, sofern dies technisch möglich und sinnvoll ist, und dafür auch an den anderen Kais die benötigen Landstromanlagen zu installieren.

Aktuell ist trotz der Ermäßigungen bei der EEG-Umlage die Versorgung mit Landstrom für die Reedereien teurer als das Verbrennen von Schiffsdiesel oder LNG. Da nicht alle Reedereien wie Finnlines bereit sind, diese Zusatzkosten zu tragen und in die Um- und Nachrüstung ihrer Schiffe zu investieren, werden weltweit verschiedene Modelle angewandt, um die Reedereien durch wirtschaftliche Anreize, Druck oder Zwang oder eine Kombination davon zu überzeugen. Auch in Lübeck ist ein entsprechendes Konzept und Investitionsfahrplan nötig, um den Anteil der durch Landstrom bereitgestellten Energie im Hafen sukzessive zu steigern. Wir fordern daher den Bürgermeister und Verwaltung auf, ein solches Konzept umgehend in enger Zusammenarbeit mit den Hafenbetreibern und Reedereien zu erarbeiten. Es ist bereits genug Zeit ungenutzt verstrichen.(")

Anka Grädner ist wirtschaftspolitische Sprecherin der Grünen in der Bürgerschaft.

Anka Grädner ist wirtschaftspolitische Sprecherin der Grünen in der Bürgerschaft.


Text-Nummer: 143935   Autor: Grüne   vom 20.03.2021 um 13.55 Uhr

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