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Neues Leben im Lübecker Schlachthof

Lübeck - St. Lorenz Nord: Lange wurde über das Schlachthof-Gelände an der Schwartauer Allee diskutiert. Jetzt gibt es den Durchbruch, der Denkmalschutz und Wohnbedürfnisse vereint. Die alten Hallen bleiben. In ihnen und auf dem Rest des Geländes werden kleine Häuser, neudeutsch "Tiny Houses", gebaut.

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Der Kompromiss: Auf dem Gelände entstehen Tiny Houses. Skizze: A-D Architekten

Stadtplaner und Architekten sind zu dem Schluss gekommen, dass moderne Wohnformen und der geforderte Ensembleschutz sehr gut miteinander in Einklang gebracht werden können. Die Gebäudeproportionen sollen erhalten bleiben, Raum für ein Warenhaus ist ebenfalls vorgesehen und etliche Wohnungen sollen natürlich auch untergebracht werden. Nun haben aber immer mehr Bürger den Wunsch, auch Eigenheime geringen räumlichen Umfanges, sogenannte "Tiny Houses" dort zu errichten. Diese Wohnanlagen erfreuen sich momentan steigender Beliebtheit. Einige Gemeinden haben bereits gesonderte Areale ausgewiesen, um die beliebten Stadthäuser unterzubringen, denn die Grundstücksfrage ist einer der entscheidenden Punkte bei einer Realisierung derartiger Projekte.

In diesem Zusammenhang könnte das weitläufige Areal des Schlachthofgeländes jetzt ein bundesweit beachtetes Pilotprojekt werden, 'Tiny Houses' auch im knappen städtischen Raum zu verwirklichen.

Weitgehend unbemerkt von der Lübecker Öffentlichkeit haben Architekten bereits damit begonnen, auf dem Schlachthofgelände 1:1 Modellobjekte derartiger Mini-Häuser zu erproben. Festgestellt werden soll, ob urbane Lebensqualität auch vor den einschränkenden Bedingungen des Ensembleschutzes gewährleistet werden kann.

Die Ambitionen sind dabei nicht gering. Funktionierende Nachbarschaften sollen aufgebaut werden, nach Möglichkeit ohne soziale Schranken und auch generationenübergreifend. Dabei sollen natürlich konsequent ökologische Prinzipien eingehalten werden, das Null-Energiehaus wurde in den Planungen bereits zum Standard erhoben. Wie gesagt, der Raum ist begrenzt. Parkflächen für den Individualverkehr soll es daher in diesem Konzept nicht geben. Man erwartet von potenziellen Bewerbern Aufgeschlossenheit und gehobenes Umweltbewusstsein und die Nutzung von Car-Sharing Stationen in akzeptabler Nähe des Geländes, die in der bisherigen Planung vorgesehen sind.

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Dafür kommt man den Mobilitätsbedürfnissen der künftigen Bewohner aber auch entgegen. Die alte Rampe, die einst den Viehtrieb über die Bahngleise zum Stadtgraben ermöglichte, soll wieder reaktiviert werden. Planer sehen darin die ideale Möglichkeit der Anbindung an den Fahrrad-Schnellweg, der von Bad Schwartau über den Innenstadtrand bis in den Hochschulstadtteil geführt werden soll. Die Planungen dieses Fahrrad-Schnellweges befinden sich bereits in der Online-Abstimmung. Die Route über die Rampe und die bereits durch Pontons erprobte Überquerung des Stadtgrabens würde als Zusatznutzen eine direkte Anbindung an die Wallhalbinsel und damit an die Lübecker Innenstadt bedeuten, ähnlich wie seinerzeit die Anbindung, die auf der anderen Seite der Altstadt durch die sogenannte 'Glitzerbrücke' erreicht wurde.

Stadtplaner sehen in diesen Maßnahmen eine enorme Aufwertung des gesamten Stadtquartiers St. Lorenz Nord, insbesondere Vorwerk - Falkenfeld. Auch der stets neuralgische Lindenplatz würde durch diese Maßnahme verkehrstechnisch entlastet. Unfallzahlen mit Radfahrern würden dort zurückgehen, da der zukünftige Radverkehr über die Brücke den Unfallschwerpunkt Lindenplatz entlasten würde, davon sind Radverkehr-Experten überzeugt. Das 'Tiny House' Konzept wäre daher für junge, innovative Singles besonders interessant, die oftmals Schwierigkeiten haben, für sich eine geeignete Wohnung zu finden und die bereit sind, beim Raumangebot Kompromisse einzugehen. Die geplante Anbindung an Innenstadt, Technische Hochschule und Universität, sollte das Schlachthofgelände daher zu einem der attraktivsten städtebaulichen Entwicklungsprojekte der kommenden Jahre machen.

Anmerkung: Bei dem Text handelte es ich um einen Aprilscherz zum 1. April 2021. Entsprechende Planungen auf dem Gelände gibt es (vermutlich) nicht.

Endlich eine Entscheidung: Auf dem Gelände und in den Hallen entstehen kleine Häuser. Fotos: Harald Denckmann

Endlich eine Entscheidung: Auf dem Gelände und in den Hallen entstehen kleine Häuser. Fotos: Harald Denckmann


Text-Nummer: 143945   Autor: Harald Denckmann   vom 01.04.2021 um 07.50 Uhr

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