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Neue Regeln für Schwimmkurse: DLRG sieht Klärungsbedarf

Schleswig-Holstein: Die schleswig-holsteinische Landesregierung hat eine Neufassung der Corona-Bekämpfungsverordnung ab dem 29. März beschlossen. Die bisherigen Regelungen bleiben weitgehend bestehen, neue Regelungen gelten jedoch beispielsweise für Schwimmkurse: Seit heute können die zuständigen Gesundheitsämter die Öffnung von Bädern für Gruppenschwimmkurse für Kinder bis 14 Jahre erlauben.

Zudem dürfen wieder bis zu zwei Übungsleiter Kindersportgruppen beaufsichtigen. Bislang war dies nur einer Betreuungsperson erlaubt. Der Betrieb von Schwimm- und Spaßbädern ist zwar weiterhin untersagt, die zuständige Behörde kann neben der Nutzung von Schwimmbädern durch Berufssportler, Kaderathleten, Rettungsschwimmeren sowie deren Trainern nun auch Gruppen-Schwimmunterricht für Kinder bis zur Vollendung des 14. Lebensjahres zulassen.

"Diese grundsätzliche Öffnung für Gruppenkurse für Kinder bis 14 Jahren ist ein erster Lichtblick nach den notwendigen mehrwöchigen Schließungen der Bäder im Land. Sie ermöglicht die Wiederaufnahme des Schwimmunterrichts unter Berücksichtigung der vielfach entwickelten und bereits bewährten Hygienekonzepte. Konkretisierungen erhoffen wir uns aber noch in der tatsächlichen Umsetzung von Genehmigungen durch die zuständigen Gesundheitsbehörden: Da in der Begründung der aktuellen Landesverordnung für größere Gruppen, insbesondere beim Schwimmunterricht mit Kindern, die Gesundheitsbehörden bei der Erteilung von Ausnahmegenehmigungen tagesaktuelle Tests als Voraussetzung verlangen sollen, muss neben einer Testroutine eben auch die Finanzierbarkeit genauer betrachtet werden. Schulische Schwimmkurse könnten sich auf die regelmäßigen und kostenlosen Testungen in den Schulen selbst berufen, für größere außerschulische Schwimmkurse ist dies nicht so leicht zu realisieren. – Durch diese Voraussetzung müssten unsere ehrenamtlichen Schwimmausbilder sich eventuell im Umgang mit den Selbsttests schulen lassen, damit die Kinder sich selbst testen können. Eine Testung in einem offiziellen Testzentrum durch das dortige Personal würden wir allerdings immer vorziehen, um die Schwimmausbilder hiervon freizuhalten. – Dieser organisatorische Aufwand muss berücksichtigt werden" gibt Jochen Möller, Präsident der DLRG Schleswig-Holstein zu bedenken.

"Da unsere aktuellen Ausbildungsgrundlagen und die entsprechenden Hygienekonzepte aber ohnehin nur Gruppengrößen von maximal 10 Kindern in der Anfängerschwimmausbildung vorsehen, kommt es nun auf die Bewertung unserer örtlichen Konzepte durch die jeweiligen Gesundheitsbehörden an, um praktikable aber auch möglichst sichere Ausnahmegenehmigungen zu erreichen. – Darüber hinaus benötigen wir aber noch mehr Badbetreiber im Land, die ihre Schwimmhallen für Kurse und Trainingszeiten im Rahmen dieser Ausnahegenehmigungen auch öffnen", so Möller weiter.

Die DLRG Schleswig-Holstein hatte erst am vorletzten Sonntag, 21. März 2021, eine Resolution für die Schwimmfähigkeit der Bevölkerung und den Erhalt von Schwimmbädern verabschiedet.
Aktuellster und wichtigster Hintergrund sind die Corona-Lage und die notwendigen Schließungen von Schwimmbädern in den vergangenen Wochen und Monaten: betroffen sind bis zu 30.000 Kinder in Schleswig-Holstein, die im Zeitraum von 12 bis 18 Monaten das Schwimmen nicht erlernen konnten. Hinzu kommt, dass (trotz der bisherigen Ausnahmeregelung in der aktuellen Corona-Verordnung) weder die Ausbildung von neuen noch das flächendeckende Training von aktiven Rettungsschwimmern stattfinden kann, aber viele Schwimmhallen noch immer geschlossen sind. Die Vorbereitung auf die im Mai beginnende Badesaison ist gefährdet.

Die DLRG befürchtet – auch aus den Erfahrungen des Sommers 2020 – einen weiteren Anstieg der Ertrinkungszahlen und ein schwierig zu bewältigendes Anwachsen der Wartelisten für Seepferdchen-Kurse. – Zudem ist die Mitgliederzahl der DLRG im letzten Jahr bereits um knapp 5 Prozent zurückgegangen, wovon vor allem die Nachwuchsarbeit betroffen ist. Die DLRG ist gemeinsam mit dem Schleswig-Holsteinischen Schwimmverband (SHSV) seit mehreren Wochen in intensiven Gesprächen mit den Ministerien und der Politik, wie in partnerschaftlicher Zusammenarbeit aller Beteiligten eine baldige Öffnung der Schwimmhallen für die Kernaufgaben der Schwimmausbildung und der Wasserrettung realisiert werden kann.

Die DLRG und auch die Partnerverbände halten funktionierende und mehrfach erprobte Hygiene-Konzepte vor, um sichere Ausbildungs- und Trainingseinheiten zu gewährleisten.

Die DLRG begrüßt die neuen Corona-Regelungen zum Schwimmunterricht. Foto: Archig/DLRG L.

Die DLRG begrüßt die neuen Corona-Regelungen zum Schwimmunterricht. Foto: Archig/DLRG L.


Text-Nummer: 144097   Autor: DLRG SH/Red.   vom 29.03.2021 um 13.41 Uhr

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