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Pflegeplätze in Seniorenheimen werden weiter teurer

Lübeck: Die SeniorInnenEinrichtungen (SIE) der Hansestadt Lübeck bilden seit vielen Jahren kontinuierlich und umfangreich in den Berufsfeldern der Hauswirtschaft und in der Pflege aus. Insgesamt beschäftigen die SIE derzeit 33 Auszubildende, ein Anteil von 6 Prozent der insgesamt etwa 540 Mitarbeiter der SIE. Eine Bundesgesetzliche Regelung erfordert jetzt die erneute Anpassung der Pflegesätze.

Im Jahr 2020 haben sich in der Pflegeausbildung wesentliche Veränderungen auf Bundesebene ergeben. In der Folge wurde auch die Finanzierung durch die Pflegeberufe-Ausbildungsfinanzierungsverordnung bundesweit neu geregelt. Seit Beginn 2020 müssen Bewohner aller stationärer Altenpflegeeinrichtungen einen Ausbildungsumlagebetrag zahlen. Dieser richtet sich nach dem Ausbildungsumfang und der Anzahl der zu betreuenden Menschen.

Die jährliche Anpassung dieses Finanzierungsmodells wird auf Grundlage verschiedener Faktoren von einem unabhängigen Ausbildungsfonds berechnet. Dieser erstellte im November 2020 einen Bescheid für alle Pflegeeinrichtungen für das Jahr 2021. Nähere Informationen sind unter www.ausbildungsfonds-sh.de abrufbar.

Zu diesem Zeitpunkt waren die Pflegesatzverhandlungen mit den Krankenkassen bereits abgeschlossen, sodass nun eine erneute Anpassung der Pflegesätze erforderlich ist. "Auch wenn die SeniorInnenEinrichtungen der Hansestadt Lübeck eine Ausbildungsfinanzierung auf Kosten der Bewohner nicht für das geeignete Mittel halten, ist das gültige System anzuwenden. Damit geht leider eine finanzielle Mehrbelastung der Bewohner einher. Es bedarf einer grundlegenden Neuausrichtung der Pflegefinanzierung. Eine einseitige Belastung der zu Pflegenden ist nicht mehr hinnehmbar. Wir hätten diese Mehrkosten gerne kommunal finanziert, doch ist auch dies ausgeschlossen." so Sozialsenator Sven Schindler.

Diese "Azubiumlage" soll ab dem 1. Mai 2021 an die Bewohner weitergegeben werden und beträgt je nach Pflegesatz zwischen 47,45 Euro und 59,68 Euro; im gerontopsychiatrischen Bereich wurde die Umlage erstmalig erhoben und beträgt 91,56 Euro. Die SIE bedauern diese Erhöhung, müssen aber auf den gesetzlich vorgegebenen Vorgang verweisen, bei dem es leider keinen Gestaltungsspielraum gibt.

Es zeige sich einmal mehr, wie dringend notwendig eine Reform der Pflegeversicherung sei, um die finanzielle Belastung der Pflegebedürftigen gering zu halten. Hier sei die Bundesregierung gefordert, ihr Versprechen endlich einzulösen und ein gerechtes neues System zu entwickeln.

Sozialsenator Sven Schindler hätte die Mehrkosten gerne kommunal finanziert.

Sozialsenator Sven Schindler hätte die Mehrkosten gerne kommunal finanziert.


Text-Nummer: 144118   Autor: Presseamt Lübeck   vom 30.03.2021 um 10.25 Uhr

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Kommentare zu diesem Text:

S. Willing

schrieb am 31.03.2021 um 12.45 Uhr:
Viele der pflegebedürftigen Bewohner habe ihr Leben lang gearbeitet und Steuern gezahlt.
Von diesen Steuergeldern wurden Kindergelder und Ausbildungsbeihilfen finanziert.
Werden diese Gelder gegengerechnet oder unter den Teppich der sozialen Ungerechtigkeit gekehrt?
Und wie verfährt die Politik mit unterbezahlten und unterbelegten PfegerInnen?