Diese Seite verwendet Cookies für die Funktionalität und für anonymisierte Statistiken.
Stimmen Sie auch der Verwendung von Cookies durch Drittanbieter auf dieser Website für die Schaltung von personalsierter Werbung zu? Weitere Informationen
Sie können Ihre Zustimmung jederzeit auf der Seite Impressum / Datenschutz widerrufen.
Dort finden Sie auch weitere Informationen zu Cookies.

Umfrage: Lübecker lehnen AKW-Bauschutt ab

Lübeck: Die von der Bürgerschaft beauftragte Umfrage zur Ablagerung von AKW-Bauschutt ist abgeschlossen. Demnach lehnen 58 Prozent der Befragten die Deponierung in Lübeck ab.

Im November 2020 hat die Lübecker Bürgerschaft den Bürgermeister beauftragt, die Einwohner zu befragen, ob sie der Deponierung freigemessener Abfälle aus Atomkraftwerken zustimmen oder diese ablehnen. Die Hansestadt Lübeck hat daraufhin das Markt- und Sozialforschungsinstitut INSA-Consulere mit der Meinungsumfrage beauftragt. Die repräsentative Umfrage wurde im Zeitraum vom 22. bis 29. März 2021 als Modus Mixta-Befragung (telefonisch und online) durchgeführt. Dabei nahmen insgesamt 1.012 Personen aus Lübeck ab 18 Jahren an der Befragung teil.

Die wichtigste Frage der Umfrage lautete: "Sind Sie dafür oder dagegen, dass nicht-radioaktiver Bauschutt, der beim Abriss des AKWs Brunsbüttel entsteht, zum Teil auf der Deponie Lübeck-Niemark gelagert wird?" Das Ergebnis fällt eindeutig aus: Eine absolute Mehrheit von 58 Prozent der Befragten ist dagegen, dass nicht-radioaktiver Bauschutt, der beim Abriss des AKW in Brunsbüttel entsteht, zum Teil auf der Deponie Lübeck Niemark gelagert wird. Nur rund ein Viertel (28 Prozent) der Befragten ist dafür. Weibliche Befragte sind dabei deutlich häufiger gegen eine (teilweise) Lagerung des nicht-radioaktiven Bauschutts auf der Deponie Lübeck-Niemark als dies männliche angeben (68 zu 48 Prozent).

Im Rahmen der Umfrage wurde auch die Frage gestellt, ob die Befragten grundsätzlich für oder gegen die Nutzung von Atomenergie in Deutschland sind. Insgesamt haben sich dabei rund 67 Prozent der Befragten eher oder absolut gegen die Nutzung von Atomenergie in Deutschland ausgesprochen.

Befragte, welche für die Nutzung von Atomenergie in Deutschland sind, gaben mehrheitlich an, dass sie auch für die Lagerung des nicht-radioaktiven Bauschutts auf der Deponie Lübeck-Niemark sind (52 zu 38 bzw. 8 Prozent). Befragte, welche gegenüber der Nutzung von Atomkraft neutral sind (57 zu 10 bzw. 29 Prozent) und Befragte, welche gegen die Nutzung von Atomkraft sind (66 zu 22 bzw. 8 Prozent) gaben jeweils mehrheitlich an, dass sie auch gegen die Lagerung des Bauschutts auf der Deponie Lübeck-Niemark sind.

Die Umfrage ergab außerdem, dass eine deutliche Mehrheit der befragten Lübecker dafür ist, dass die Stadt Lübeck die Entscheidung der Landesregierung Schleswig-Holsteins, dass der nicht-radioaktive Bauschutt vom Abriss des AKW Brunsbüttel unter anderem auf der Deponie Lübeck-Niemark gelagert werden soll, anfechtet (60 Prozent). 29 Prozent sind gegen eine Anfechtung und sechs Prozent ist es egal.

Die Ergebnisse der Umfrage werden nun den in der Lübecker Bürgerschaft vertretenen Fraktionen und allen Interessierten unter www.luebeck.de/akw-bauschutt zur Verfügung gestellt.

Die Bürgerschaft hatte die Umfrage im November beauftragt.

Die Bürgerschaft hatte die Umfrage im November beauftragt.


Text-Nummer: 144155   Autor: Presseamt Lübeck/red.   vom 31.03.2021 um 17.55 Uhr

Text teilen: auf facebook +++ auf Twitter +++ über WhatsApp

Text ausdrucken. +++  Text ohne Bilder ausdrucken.


Kommentare zu diesem Text:

M. Günther

schrieb am 31.03.2021 um 18.24 Uhr:
Eine Umfrage unter Gänsen ergab, dass das traditionelle Weihnachtsessen abgeschafft werden sollte.

Befragter

schrieb am 31.03.2021 um 20.18 Uhr:
Schön. Interessiert nur leider niemanden. Von daher ... ab in den Papierkorb mit der Umfrage.

Lübeckerin

schrieb am 31.03.2021 um 21.01 Uhr:
Wenn schon 58% gegen die Deponierung von „nicht-radioaktivem“ AKW-Bauschutt sind, wie viele sind dann wohl gegen die Deponierung von leicht radioaktivem Bauschutt (was es ja tatsächlich ist) ?

Normaler Bauschutt muss in Deutschland laut Kreislaufwirtschaftsgesetz immer RECYCELT werden.
Die ca 10.000 Tonnen Beton-Bauschutt, um die es in der Zuweisung geht, stammen aus der sog. "Spezifischen Freigabe" und dürfen allein auf Grund der erhöhten Radioaktivitätswerte NICHT RECYCELT werden. Allein aus diesem Grund muss dieser AKW-Schutt deponiert werden.

Von Minister Albrecht und den Grünen Lübeck wird dies bedauerlicherweise immernoch falsch dargestellt. Verharmlosend wird in den Medien lieber der sehr kleine Anteil an Abfällen in den Vordergrund gestellt, der klassischerweise deponiert werden muss, wie z.B. Dämmwolle und Asbest. Diese Art Abfälle machen in der Zuweisung allerdings mit ca. 146 Tonnen nur einen Bruchteil der Gesamt Abfall Masse aus.

Dass man den Grünen in diesem Atom-Kontext mal gezielte Verharmlosung vorwerfen muss ist wirklich bitter.
Es ist an der Zeit einzugestehen, dass der "Atomkonsens" von 2001 unter ROT/Grün eine Mogelpackung war und Fehler gemacht wurden.
Noch ist es nicht zu spät, sich für eine SICHERE Lagerung des kontaminierten Bau-Schutts einzusetzen, wie es auch in anderen Ländern vorgeschrieben ist (siehe z.B. Französisches Modell). Also: es gibt Alternativen, die für die Bevölkerung mehr Sicherheit versprechen !! Durch die Aufgabe der Freimess- Praxis würde auch die starke radioaktive Belastung der Bevölkerung an den AKW-Standorten unterbleiben (Anstieg um das ca. 40-fache im Vergleich zum Normalbetrieb des AKW) - darüber wird bisher garnicht berichtet !
Hier wird das Thema sehr gut dargestellt: https://www.baesh.de/

Peter Schöttler

schrieb am 31.03.2021 um 23.25 Uhr:
Eine Frage wurde natürlich nicht gestellt:
Sind Sie sich bewusst, daß wir alle die Verantwortung für politische Fehlentscheidungen der Vergangenheit tragen müssen?

Juli Sörenssen

(eMail: ju.srenssen@gmail.com) schrieb am 01.04.2021 um 07.13 Uhr:
Ich hab mir mal die Mühe gemacht, im Wohnquartier danach zu fragen, wer an diese Umfrage teilgenommen hat. Es wundert mich nicht - ein Rentner (SPD-Mitglied), ein Pärchen (beide GAL) und ein Journalist. Und alle sind sich einig. Das nenne ich repräsentativ.

Max Müller

schrieb am 01.04.2021 um 09.08 Uhr:
"Das Ergebnis fällt eindeutig aus: Eine absolute Mehrheit von 58 Prozent der Befragten ist dagegen."

Lübeck hat (Stand 2019) 166.560 berechtige Wähler. 1012 Wähler haben an der Wahl teilgenommen, 587 haben dafür gestimmt, dass kein Müll "Atommüll" nach Lübeck kommt.

Mehr muss man zu diesem reißerischen Bericht eigentlich nicht sagen. Und bei den 587 Gegner gilt vermutlich auch nur das Motto "Bei uns kommt der Strom aus der Steckdose"

JohannaBAUER

schrieb am 01.04.2021 um 09.11 Uhr:
Das ist dann ja wohl ein ganz klarer Auftrag an Lübeck die Lagerung des ATOMMÜLLS zu verhindern, die Menschen in dieser Stadt haben schon eine Gift-und ATOMMÜLLDEPONIE in unmittelbarer Nähe eine zweite ATOMMÜLDEPONIE braucht diese Stadt nicht. Wir machen uns Sorgen um unsere Kinder und um die Zukunft, Lübeck muss wohnenswert sein, solche Dinge gehören nicht in eine Stadt mit 220.000 hier lebenden Menschen, bitte auch an die Mitarbeiter und Kunden der Deponie Niemark denken. Ich danke allen an der Umfrage beteiligten Menschen für ihr weitsichtiges Votum. Frohe Ostertage.

Müller macht den Max

schrieb am 01.04.2021 um 10.53 Uhr:
@MaxMüller

(..)

Keiner hat Lust auf Atommüll in unmittelbarer Nähe!
(..)

Anwohner

schrieb am 01.04.2021 um 11.49 Uhr:
Wohin mit dem AKW-Müll ?

Für den Umgang mit strahlenden Abfällen gibt es eine einfache Regel, sie lautet:
Zusammenhalten, abschirmen, überwachen.

Die Behauptung, es gäbe keine Alternative zur breiten Verteilung von Atomschutt in der Umwelt, ist absurd. Es gibt verschiedene Vorschläge für einen verantwortungsvollen Umgang mit leicht strahlendem Material – zum Schutz von Mensch und Umwelt:

-Entkernen und Gebäudestrukturen aufrecht erhalten:
Nur die stärker strahlenden Teile werden ausgebaut, die Gebäude selbst aber einige Jahrzehnte aufrecht erhalten, bis kurzlebigere Radionuklide abgeklungen sind.
-Vollständiger Abriss mit Bunker:
Alle beim Abriss des AKW anfallenden gering radioaktiven Materialien werden am Standort in einem dort zu errichtenden robusten Bauwerk gelagert.
-Vorgehen nach französischem Modell

In Frankreich dürfen AKW-Abfälle grundsätzlich nicht über die konventionelle Abfallwirtschaft „entsorgt“ werden. Gering radioaktive Abfälle werden in Behältnisse zur Verhinderung von Partikelflug rückholbar, wasserdicht, oberflächennah auf speziellen Monodeponien gelagert und weiterhin atomrechtlich überwacht.

Wann setzen die GRÜNEN sich endlich bundesweit für ein solches, sicheres Vorgehen ein ??
Gesetze können und MÜSSEN geändert werden, wenn deren Grundlage sich als fehlerhaft erwiesen hat - es ist keine Schande Fehler einzugestehen, an ihnen festzuhalten und damit dutzende zukünftige Generationen zu gefährden dagegen schon !!

Max Müller

schrieb am 01.04.2021 um 12.07 Uhr:
@Müller macht den Max,

....typische Einstellung von "...wasch mich, aber mach nich bloß nicht nass..."

Alle Annehmlichkeiten haben wollen, aber das Schlechte bitte zu den anderen.

B.Cordes

schrieb am 01.04.2021 um 12.11 Uhr:
Müll jedweder Art ist doch ein willkommendes Geschäft für die Stadt !!!

Müller macht den Max

schrieb am 01.04.2021 um 12.42 Uhr:
@Max Müller

dann bieten Sie doch an den Atommüll in Ihrem Vorgarten zu lagern?

Wer sagt das ich die Annehmlichkeiten des Atomstroms nutze? Kennen Sie mich?

Lothar Möller

schrieb am 01.04.2021 um 13.44 Uhr:
BfL- Kein AKW-Bauschutt auf Lübecker Deponie - AKW's stehen lassen, statt abreißen!

Die BfL sehen die Deponierung von strahlenbelastetem Material aus stillgelegten Atomkraftwerken mit Sorge: Atomkraftwerke abzureißen sei teuer und berge erhebliche Gesundheitsrisiken. Wir schlagen vor, stark radioaktive Abfälle so schnell wie möglich aus den Kernkraftwerken zu entfernen, die weniger stark belasteten Gebäude und Materialien aber an Ort und Stelle zu belassen, damit große Teile der verbliebenen Radioaktivität abklingen können.
"Es ist absolut unsinnig, kontaminierten Bauschutt zu verfrachten und zu versiegeln."

"Die Politik muss die Frage beantworten, ob der Rückbau der stillgelegten Atomkraftwerke eine notwendige Maßnahme ist oder bloß ein weiteres staatlich verordnetes milliardenschweres Investitionsprogramm für die Abfallwirtschaft wird?

Dutzende Atomkraftwerke gehen in den kommenden Jahrzehnten weltweit vom Netz - die deutschen Firmen hoffen daher, auf Aufträge für weitere Abrißarbeiten zu ergattern.

"Das Hauptproblem beim geplanten Abriß ist, dass ein Großteil des Materials nicht als Atommüll klassifiziert und stattdessen wie regulärer Hausmüll behandelt wird.

"Wir halten das für unverantwortlich."

Lothar Möller
BfL-Vorsitzender und
Mitglied der Lübecker Bürgerschaft

Brandt

schrieb am 01.04.2021 um 14.11 Uhr:
Max Müller@
Sie schreiben:"Alle Annehmlichkeiten haben wollen, aber das Schlechte bitte zu den anderen."
Bitte nennen Sie doch explizit die Annehmlichkeiten , meinen Sie den schon seit vielen Jahren teueren Atomstrom, oder meinen Sie die Endlager die 1000 Jahre halten sollten und nach 20 Jahren wegen Rost Geschichte waren oder meinen Sie den Verteilungspoker mit AKW Müll, sage schon einmal voraus, da wird nichts kommen!!

Lübecker

schrieb am 01.04.2021 um 14.54 Uhr:
@Max Müller: Sie unterstellen den Kritikern der Deponierung von radioaktiven Bauschutt eine "Not in my backyard" Haltung ? Ich glaube, da irren Sie sich. Es geht vielmehr darum, den radioaktiven Bauschutt nicht im ganzen Land zu verteilen (über 90% des AKW werden ja sogar recycelt!!)gefordert wird eine möglichst SICHERE Lagerung dieser strahlenden Abfälle. Was haben Sie dagegen ?

Es haben sich übrigens bereits vor der Zuweisung im Januar über 2.500 Menschen (davon 80% Lübecker) in einer Petition gegen die Deponierung ausgesprochen mit durchaus begründeter, fundierter Kritik am "10-Mikrosievert-Konzept". Es geht hier nicht um nimby ! https://www.openpetition.de/petition/online/ kein-akw-schutt-auf-deponien-sichere- lagerungsalternativen-fuer-gering-radioaktive- abfaelle

Dieses von der Atomindustrie ersonnene Konzept ist völlig veraltet und wissenschaftlich sehr umstritten, siehe Kritik der Landesärztekammer BW, IPPNW, BUND, Deutscher Ärztetag, ausgestrahlt usw. https://www.luebeck-ohne-atomschutt.de/

Alle Befürworter der Deponierung sollten sich vielleicht einmal mit den Argumenten der Gegenseite auseinandersetzen und sich fragen, ob es nicht eventuell weitsichtiger wäre, sich die Möglichkeit einer Rückholung des Mülls offenzuhalten, sollte es doch zu Problemen kommen.
So wie aktuell geplant, ist weder eine sinnvolle Überwachung noch eine Rückholbarkeit des radioaktiven Bau-Schutts möglich.

Auch das von den GRÜNEN angepriesene "Deponie Plus-Konzept" ist völlig sinnlos, da der der Müll ja nicht rückholbar ist !! Außerdem lässt sich vor Ort mit Messgeräten nur die Gamma- Strahlung messen, nicht jedoch die sehr gefährlichen Alpa- und Beta- Strahler. Diese lassen sich nur über Stichproben aufwändig labortechnisch nachweisen. Sie sind schon in kleinsten Mengen hoch gesundheitsschädlich, wenn sie über Stäube z.B. auf Obst und Gemüse aus der Region oder über das Trinkwasser in den Körper gelagen.

JohannaBAUER hat völlig Recht, das Lübecker Trinkwasser ist durch die nahegelegene Giftmüll-Deponie "Ihlenberg" (ehemals Schönberg) bereits stark gefährdet. Im gereinigten(!) Sickerwasser dieser Deponie sind bereits seit 2011 stark erhöhte Werte des radioaktiven Tritiums festgestellt worden. Tritium ist zu einem hohen Prozentsatz in AKW-Beton-Strukturen vorhanden und lässt sich durch KEIN Filterverfahren herausfiltern. Es gelangt so unweigerlich in die Umwelt.
Auch hierzu sagt unser GRÜNER Umweltminister in Kiel: Alles harmlos, kein Grund zur Sorge. Er hält es nicht für notwendig, die Giftmüll-Deponie vorzeitig zu schließen.
Kein wunder, er kümmert sich ja nichtmal um einen Ersatz für Schleswig-Holsteins einzige DK-III Deponie (Rondeshagen), welche bereits im Jahr 2016 geschlossen wurde.

Das Thema Sicherheit scheint dem Minister bei der Entsorgung gefährlicher Abfälle einfach nicht so wichtig zu sein. Verantwortungsübernahme sieht anders aus !