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Arbeitsagentur möchte Jungs für Verwaltung begeistern

Lübeck: Im Bezirk der Agentur für Arbeit Lübeck war letztes Jahr unter den TOP-10 der abgeschlossenen Ausbildungsverträge bei den Bewerbern kein Beruf aus dem sozialen Bereich dabei, während bei den Bewerberinnen keine technischen Berufe vertreten waren. Um solche Rollenklischees zu durchbrechen, wird jährlich ein bundesweiter Girls‘ und Boys‘ Day veranstaltet.

„Nachdem wir in den letzten Jahren insbesondere Mädchen für MINT-Berufe (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) begeistern wollten, sind wir am 22. April 2021 mit einem digitalen Angebot beim Boys‘ Day dabei. Jungen sind in Berufen der öffentlichen Verwaltung unterrepräsentiert. Letztes Jahr wurden gerade mal ein Viertel solcher Ausbildungsstellen zwischen Lübeck und Fehmarn mit Jungen besetzt. Anhand unserer Ausbildung beziehungsweise dualen Studiums wollen wir zeigen, dass der öffentliche Dienst alles andere als langweilig ist und wir mit Menschen und nicht mit staubigen Akten arbeiten“, erklärt Andrea Schlichting, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt der Agentur für Arbeit Lübeck.

Wer Interesse am Umgang mit Menschen, aber auch an wirtschafts- und sozialpolitischen Zusammenhängen hat, findet bei der Arbeitsagentur ein breites Tätigkeitsfeld. Das Spektrum der abwechslungsreichen Tätigkeiten reicht von „A“ wie Arbeitsvermittlung bis „Z“ wie Zahlung von Arbeitslosengeld. Hier sind Teamgeist und Empathie gefragt. Die Kundinnen und Kunden stehen mit ihren Anliegen im Mittelpunkt und Digitalisierung wird großgeschrieben. Elektronische Aktenbearbeitung, Formate wie Videokommunikation und Videoberatung, Web‑Konferenzen oder virtuelle Messen gehören zum Alltag. Bereits während der Ausbildung und dem dualen Studium wird man gut bezahlt, danach in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übernommen, hat familienfreundliche Arbeitsbedingungen und gute Möglichkeiten, sich fachlich und persönlich weiterzuentwickeln.

Gestartet wird der digitale Boys‘ Day am 22. April 2021 um 9 Uhr mit einem Einblick in die Arbeit vor Ort. Lübecker Nachwuchskräfte berichten von ihrer Ausbildung zu Fachangestellten für Arbeitsmarktdienstleistungen sowie dem Hochschulstudium im Bereich Arbeitsmarktmanagement und beantworten Fragen.

Ab 11.30 Uhr geht es weiter mit dem zentral gestalteten Boys‘ Day Digital-Event. Die Jungen erwartet ein rasantes Escape-Game, spannende Impulsvorträge, Interviews und Diskussionsrunden mit Vorbildern aus verschiedenen Boys'Day-Berufen.

„Da unser Agenturpart mit Skype for Business und verbindlich mit Video durchgeführt wird, benötigt ihr eine funktionstüchtige Kamera. Für den Aktionstag verschicken wir ein kleines Überraschungspaket und brauchen daher auch eure Adressen. Lasst euch diesen interessanten Tag nicht entgehen und meldet euch bis 18. April unter www.boys-day.de/boys-day-radar an“, wirbt Schlichting bei Jungen ab der 8. Klasse.

Andrea Schlichting ist Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt der Agentur für Arbeit Lübeck.

Andrea Schlichting ist Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt der Agentur für Arbeit Lübeck.


Text-Nummer: 144227   Autor: Agentur für Arbeit   vom 06.04.2021 um 13.27 Uhr

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Kommentare zu diesem Text:

Tobias Möller

schrieb am 06.04.2021 um 14.04 Uhr:
Jungs wollen nunmal lieber etwas mit Technik und Spannung machen, wo sie auch Ansehen im Freundeskreis für bekommen, Mädchen gerne etwas kreatives, spielerisches ohne Leistungsdruck oder körperliche Belastung.

Verwaltung ist nichts davon. Verwaltung ist staubtrocken, totlangweilig, stocksteif und nicht sonderlich bei der Jugend angesehen. Jeder Mobilfunkvertragsverkäufer genießt ein höheres gesellschaftliches Ansehen.

Was klingt im Freundeskreis wohl besser ?
"Ich habe von meinem Chef wieder den neuesten Vorführwagen mit 700PS für das Wochenende bekommen, und mein Auto kann ich auch in der Werkstatt etwas tunen"

Oder

"Ich habe die ganze letzte Woche Akten und Post sortiert, danach Kaffee gekocht und Akten verteilt. Die Uralttechnik im Büro funktioniert mal wieder nicht und mir wurde das Fahrrad vor der Tür geklaut."

Einfach mal kurz überlegen.

Attila

schrieb am 06.04.2021 um 14.37 Uhr:
Es ist ja lobenswert, wenn sich die AA um Menschen kümmert; doch wen interessiert es, ob Jungen "Mädchenberufe" ergreifen und umgekehrt?

Es geht doch um Eigenverantwortung, darum, das zu lernen/ zu studieren, was man sich selbst vorstellen kann, worin man sich wohlfühlt.

Ob das nun typisch weiblich oder männlich ist, ist mE ein konstruiertes Problem der sogenannten Identitätspolitik. Sinn ergibt das Ganze nicht.

Anton Bohnsack

schrieb am 06.04.2021 um 16.15 Uhr:
Alter Falter, was sind denn das bitte für Kommentare hier.
Das kann man so nicht unkommentierte stehen lassen.

@Tobias Möller
"Jungs wollen nunmal lieber etwas mit Technik und Spannung machen, wo sie auch Ansehen im Freundeskreis für bekommen, Mädchen gerne etwas kreatives, spielerisches ohne Leistungsdruck oder körperliche Belastung."

Anerkennung im Freundeskreis?
WTF???
Meine Kinder sollen das machen, worauf sie Lust haben und nicht das, was "gesellschaftlich anerkannt und vom Freundeskreis honoriert" wird.
Was ist denn das für eine Lebenseinstellung, wenn man sich einen Job sucht, der hauptsächlich bei den Freunden "cool" ankommt?
Da ist dann aber in der eigenen Entwicklung schon gewaltig etwas schief gelaufen, wenn man sich solchen Normen beugt.

Mädchen wollen etwas machen, ohne Leistungsdruck und ohne körperliche Belastung?
Ohne es böse zu meinen, aber viel Lebenserfahrung scheinen sie nicht zu haben. Fragen sie doch mal in "typischen Mädchenberufen" wie der Kranken- oder Altenpflege nach, im Bereich der Erziehungs- und Hauswirtschaftstätigkeiten wie "entspannt" und "wenig anstrengend" diese Berufe sind.
Ihre Aussage ist nicht nur falsch, sondern Ein Schlag ins Gesicht jeder berufstätigen Frau.

"Jeder Mobilfunkvertragsverkäufer genießt ein höheres gesellschaftliches Ansehen."

Dann läuft in dieser Gesellschaft etwas verkehrt, wenn "gesellschaftliches Ansehen" zu einer Art Kastensystem bei der Berufswahl führt. Ein Glück gibt es Menschen, die weiter denken können als von der Tapete bis zur Wand, ansonsten würde diese jene Gesellschaft nämlich alt aussehen, wenn keiner mehr in der Verwaltung arbeiten würde.

Wenn jemand den Firmenwagen mit 700PS benötigt, um sein Ego auf Spur zu bringen, kann ich nur sagen: ganz, ganz armes Licht. Sowas nennt man auch "Schw...verlängerung".
Wer ist wohl cooler - jemand der sowas nötig hat, oder jemand der seinen Lebensweg ohne Statussymbole und vermeintlich gesellschaftlichen Druck zu beschreiten weiß?
Einfach mal kurz überlegen. ;)


@Attila
"Ob das nun typisch weiblich oder männlich ist, ist mE ein konstruiertes Problem der sogenannten Identitätspolitik. Sinn ergibt das Ganze nicht."

Doch, tut es.
Weil den jungen Menschen gezeigt wird, was man alles machen kann und wo man sich entfalten kann. Die Entscheidung, ob man dann einen "typischen Mädchen,- / Jungenberuf" ergreifen möchte trifft ja nach wie vor jeder selbst.
Die Möglichkeiten zu zeigen und zu erklären ist wohl kaum etwas, was man in einer offenen, freien Gesellschaft als "sinnlos" einstufen kann.
Im Gegenteil, es ist das beste, was man machen kann.

G. Münther

schrieb am 06.04.2021 um 16.35 Uhr:
Wenn eine Quote im Grundschullehrkörper hunderte Frauen jedes Jahr in die Arbeitslosigkeit schickt, dürften die ersten Zweiflerinnen auf die Straße zur Demo gegen die Quote strömen. Vielleicht wird das aber zum ersten Mal nachhaltig eine gewisse Erziehungsgerechtigkeit bringen und ein tatsächlich anderes Rollendenken in Folge für die zukünftigen Generationen.

Hier müsste allerdings der männliche Absolvent über eine längere Zeit bevorteilt werden, damit Parität eintritt und das ist wenig opportun derzeit. Natürlich muss der Grundschullehrerberuf für Männer auch attraktiver werden. Ich bin sicher, da fällt den Gleichstellungsbeauftragten etwas ein.

Jane M.

schrieb am 07.04.2021 um 00.15 Uhr:
Tobias Möller: Wow, wo und wann genau leben sie gerade?

Zu ihren Ansichten was Jungs und Mädchen so wollen wurde ja schon geschrieben, ich nehme mir dann mal diesen Part:
„ "Ich habe die ganze letzte Woche Akten und Post sortiert, danach Kaffee gekocht und Akten verteilt. Die Uralttechnik im Büro funktioniert mal wieder nicht und mir wurde das Fahrrad vor der Tür geklaut.".

Sie meinen also die Damen und Herren aus der Verwaltung sortieren nur Akten und kochen Kaffee... muss ich mal drauf achten ob die Ordnungsamt-Mitarbeiter Akten unterm Arm tragen und die vom Bauhof eine Kaffeemaschine auf dem Laster haben.

Und wenn nur Akten sortiert werden, wer füllt diese denn? Und mit was? Kaffeefilter?

Glauben Sie mir, die Stories aus der Verwaltung sind interessanter und abwechslungsreicher als die Information, dass man den Vertrag für einen weiteren Mercedes aufgesetzt hat. Gerade bei solchen Bürgern wie Ihnen. ;)

Hans Landa

schrieb am 07.04.2021 um 08.48 Uhr:
Danke Hr. Bohnsack. Es geht hier nicht um Quoten, sondern darum, den Fokus auch auf vermeintlich unbeliebte Berufe zu lenken. Das macht Sinn, denn Vielfalt schafft Produktivität und ein gutes Betriebsklima. Es ist zu begrüßen, dass die Agentur für Arbeit sich dem Problem annimmt. Niemand wird gezwungen.

Hr. Möller: Ja, sie beschreiben ein Phänomen, was durchaus vorkommt. Trotzdem muss dies nicht überall so stimmen und erstrebenswert ist dieser Zustand auch nicht. Fortschritt statt Stillstand.

Attila

schrieb am 07.04.2021 um 08.56 Uhr:
@Bohnsack:

Sie haben sich ja richtig Mühe gegeben beim Schreiben.

Hätten Sie sich beim Lesen und Verstehen meines Kommentars ebensoviel Mühe gegeben, hätten Sie erkennen können, dass das, was Sie mir unterstellen, nirgendwo bei mir steht.

Daneben haben Sie eine dezidierte Meinung, offenbar mit Anspruch auf die Wahrheit. Für mich etwas zu einfach, aber es ist Ihre Meinung und daher ok.

Manfred Vandersee

schrieb am 13.04.2021 um 10.14 Uhr:
Die Berufswahl sollte grundsätzlich nach Neigungen und Fähigkeiten der Menschen gegen, nicht nach Geschlecht.

Die Tatsache, dass junge Menschen ein breites Spektrum an Berufen kennen lernen ist vom Grundsatz her gut. Entscheiden sollten jedoch IMMER diejenigen, die die Berufsausbildung letztendlich machen und später dann allein durch Motivation einen guten Job machen. Inzwischen macht es auch Sinn, über die Zukunftsfähigkeit eines Berufes sich Gedanken zu machen. Aber kann man es heutzutage überhaupt noch abschätzen, ob der zu erlernende Beruf in 30 oder 40 Jahren noch gefragt ist?

Niemand darf vorschreiben, was man als junger Mensch später werden soll. Eine freie Berufswahl gehört zu den elementaren rechtsstaatlichen Grundsätzen.