Diese Seite verwendet Cookies für die Funktionalität und für anonymisierte Statistiken.
Stimmen Sie auch der Verwendung von Cookies durch Drittanbieter auf dieser Website für die Schaltung von personalsierter Werbung zu? Weitere Informationen
Sie können Ihre Zustimmung jederzeit auf der Seite Impressum / Datenschutz widerrufen.
Dort finden Sie auch weitere Informationen zu Cookies.

Deutlich mehr Anrufe bei der Telefonseelsorge Lübeck

Lübeck: Hoher Besuch aus Hamburg: Bischöfin Kirsten Fehrs hat die TelefonSeelsorge Lübeck besucht. „Es ist sagenhaft, welch‘ wertvolle Arbeit hier von sehr vielen ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern geleistet wird – umso mehr in Zeiten der Corona-Pandemie“, sagte Fehrs.

Der Leiter der TelefonSeelsorge Lübeck, Pastor Frank Gottschalk, sprach von dem Besuch als „einem großartigen Zeichen der Anerkennung und Wertschätzung für unser Team.“

85 Frauen und Männer sind rund um die Uhr an 365 Tagen pro Jahr für die Anrufer da. Seit Beginn der Pandemie sind die Ehrenamtlichen besonders gefordert: „Viele Menschen haben Ängste, sind einsam, leiden unter psychischen Erkrankungen. Sie trifft Corona besonders hart“, sagt Gottschalk. Im Gespräch mit der Bischöfin erläuterte er, dass vor allem die Lockdowns den Betroffenen zusetzen würden. „Es gibt keinen Alltag mehr, der diesen Menschen Stabilität verleiht – kein Café, in das sie sich setzen können, keine Gruppentherapie, in der sie sich austauschen können.“

Die Folge: Die Zahl der telefonischen Hilfegesuche steigt. „Als in Deutschland der erste Lockdown zu Ostern verhängt wurde, verzeichneten wir einen Anstieg von 20 Prozent“, sagt Gottschalk. Ein zweites Mal beobachtete der Leiter der TelefonSeelsorge Lübeck diesen Trend im November vergangenen Jahres. „Der Beginn der zweiten Welle und der dunklen Jahreszeit hat die Anzahl der Anrufe spürbar steigen lassen.“

Für Bischöfin Kirsten Fehrs war der Besuch an der Trave eine „Herzensangelegenheit“. „Ich bin tief beeindruckt, wie viel Mitgefühl den Menschen, die tief verzweifelt sind, vermittelt wird, zugleich aber auch gemeinsam darüber nachgedacht wird, was kann den Anrufenden ganz konkret helfen.“ Überrascht reagierte Fehrs auf die Beobachtung der Ehrenamtlichen, dass immer häufiger auch junge Menschen, vor allem Männer ab Anfang 20, seelsorgerische Unterstützung am Telefon suchen würden. Für Gottschalk sei besonders beeindruckend, wie offen die Anrufer ihre Sorgen und Nöte formulieren würden. „Insgesamt ist es ein gutes Gefühl, wenn wir spüren, wie viel Vertrauen uns die Anrufer entgegenbringen“, lobte der Pastor.

Bisweilen würden aber auch Corona-Leugner die kostenlose Telefonnummer wählen. „Selbstverständlich hören wir uns auch diese Sorgen an, stellen unsere Haltung aber unmissverständlich klar“, sagte Gottschalk. Bischöfin Fehrs lobte dies: „Es ist wichtig, auch mit den sogenannten Querdenkern im Gespräch zu bleiben.“

Mit großer Freude berichtete der Leiter, dass in der Pandemie zunehmend mehr Menschen sich ehrenamtlich engagieren wollen: „Ich habe zwei Dutzend Bewerbungen auf dem Tisch von Personen, die die TelefonSeelsorge aktiv unterstützen wollen.“

Einig waren sich die Bischöfin und die Mitarbeitenden der TelefonSeelsorge Lübeck, wie wichtig in der gegenwärtigen Pandemie Zuversicht für die Menschen sei. „Diese Zuversicht können wir als Kirche geben“, sagte Kirsten Fehrs. Gottschalk ergänzte: „Die klare Botschaft ist: Als Kirche und TelefonSeelsorge sind wir für die Menschen da.“

Bischöfin Kirsten Fehrs informierte sich bei Pastor Frank Gottschalk über die Arbeit der Telefonseelsorge in Lübeck. Foto: Kirchenkreis

Bischöfin Kirsten Fehrs informierte sich bei Pastor Frank Gottschalk über die Arbeit der Telefonseelsorge in Lübeck. Foto: Kirchenkreis


Text-Nummer: 144336   Autor: Kirchenkreis   vom 13.04.2021 um 12.12 Uhr

Text teilen: auf facebook +++ auf Twitter +++ über WhatsApp

Text ausdrucken. +++  Text ohne Bilder ausdrucken.