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Kontroverse um ÖPNV-Tarif: BfL geben sich verwundert

Lübeck: Mit Verwunderung haben die Bürger für Lübeck (BfL) zur Kenntnis genommen, dass sich die Grünen gegen eine Abschaffung der Preisstufe 3 im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) aussprechen (wir berichteten) und dies mit Gleichbehandlung begründen. Die derzeit gültigen Preistarife und Zonen hätten doch zu Unmut bei den Nutzern geführt, so die BfL.

"Seltsam ist von den Grünen auch die willentliche Aufteilung der Stadtteile in reiche und arme Bürger", so Uwe-Jens Iwers, verkehrspolitischer Sprecher der BfL und betont: "Für uns BfLer steht die Reduzierung des Individualverkehrs zugunsten des ÖPNV im Vordergrund. Das geht nur über ein Angebot mit schnellem, zuverlässigem und preiswertem Busbetrieb."

Die BfL weiter: "Nicht jede Busfahrt aus den Lübecker Randgebieten hat die Innenstadt als Ziel. Die Einkaufszentren für eine Vollversorgung liegen überwiegend in, oder am Rande der Kernzone. Bewohner aus vielen Randgebieten Lübecks müssen also für die nächstgelegene Einkaufsmöglichkeit, die meistens nur wenige Kilometer vom Wohnort entfernt liegt, den höchsten Tarif 3 zahlen. Eine Familie, 2 Erwachsene, 2 Kinder, müsste für den normalen Einkauf bei Nutzung des Busses mit Viererkarte schon 18,80 Euro bezahlen. Der Onlinehandel, oder die Nutzung des eigenen Fahrzeugs bei kostenlosem Parken, ist dann doch deutlich preiswerter."

Die BfL hätten in der Vergangenheit angeregt, richtungsabhängige Übergangszonen einzurichten. Laut Verkehrsbetriebe sei das weder machbar noch kontrollierbar.

"Wie auch für andere Randgebiete sei hier Schlutup als Beispiel für diese Ungleichbehandlung gewählt. Der einzige Nahrungsmittelmarkt ist mit dem Bus nur alle Stunde, mit überwiegend erforderlichem Umsteigen, erreichbar. Das nächste Einkaufsgebiet für eine Vollversorgung ist der Bereich um das Gleisdreieck, am Rande der Tarif 2 Kernzone. Die Verkehrsbetriebe der Stadtwerke Lübeck haben die Stadtfläche in Zonen eingeteilt, das heißt für die Fläche circa 4 Kilometer im Umkreis um den Marktplatz als Mittelpunkt (also 8 Kilometer Fahrstrecke und mehr) gilt der normale Tarif 2 (Einzelfahrschein 2,70 Euro), darüber hinaus der erhöhte Tarif 3 (3,30 Euro). Richtung Schlutup gilt der Kernbereich bis zur Försterei Wesloe, was einer Entfernung von 4,4 Kilometer entspricht. Eingeschlossen ist dabei der ganze Einkaufsbereich um das Gleisdreieck. Für die Schlutuper ist die letzte Station für den Tarif 2 "Schlutuper Tannen", etwa 2,5 Kilometer vom Schlutuper Markt entfernt. Darüber hinaus bis zur Försterei (3,6 km) und bis OBI und Famila (4 km), gilt aber der hohe Tarif 3. Das ist eine Ungleichbehandlung" so die BfL weiter.

Und kritisiert abschließend: "Die herauslesbare Interpretation, die Bürger in den betroffenen Stadtteilen, wie zum Beispiel Moisling, Krummesse, Schlutup, Kücknitz, Travemünde, und so weiter würden allesamt zu den einkommensstarken Bürgern gehören ist realitätsfremd. Die Grünen sollten sich erst Gedanken über die Situation vieler Lübecker Bürger machen, bevor sie sich über Gleichbehandlung auslassen. Es ist nicht lange her, dass seitens der Grünen der Antrag über eine völlige Abschaffung der Fahrkarten eingebracht wurde, was einem städtischen Kostenaufwand von mehr als 50 Millionen Euro/Jahr bedeutet hätte".

Uwe-Jens Iwers ist verkehrspolitischer Sprecher der BfL.

Uwe-Jens Iwers ist verkehrspolitischer Sprecher der BfL.


Text-Nummer: 144445   Autor: BfL/Red.   vom 20.04.2021 um 18.47 Uhr

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