Diese Seite verwendet Cookies für die Funktionalität und für anonymisierte Statistiken.
Stimmen Sie auch der Verwendung von Cookies durch Drittanbieter auf dieser Website für die Schaltung von personalsierter Werbung zu? Weitere Informationen
Sie können Ihre Zustimmung jederzeit auf der Seite Impressum / Datenschutz widerrufen.
Dort finden Sie auch weitere Informationen zu Cookies.

Freude in schweren Zeiten

Lübeck: Der kommende Sonntag trägt den kirchlichen Namen "Jubilate". Pastorin i.R. Ellen Naß geht in ihren Gedanken zum Wochenende dem Ursprung des Namens und der Bedeutung in der Corona-Pandemie.

Die Sonntage zwischen Ostern und Pfingsten haben im kirchlichen Leben Namen, jeder Sonntag einen anderen. Nach Pfingsten kommt dann nur noch Trinitatis und danach die gefühlt endlose Reihe der Sonntage nach Trinitatis.

Der Sonntag morgen heißt „Jubilate“, danach kommt „Kantate“ und danach „Rogate“. Alle drei Worte sind Befehle, die Christen und Christinnen befolgen sollen – nicht nur an dem jeweiligen Sonntag, sondern immer. Jubilate heißt „jubelt!“, Kantate heißt „Singt!“ und Rogate heißt „betet!“. Vor allem zu jubeln – der Name des morgigen Sonntags – fällt und momentan schwer. Singen ist – zumindest gemeinsam – verboten, in Gottesdiensten gemeinsam zu beten immerhin wieder erlaubt.

Es gibt augenblicklich ja auch wirklich wenig Grund zum Jubeln. Corona nimmt kein Ende, vor einem Jahr hatten wir noch Hoffnung, es könnte im Sommer besser werden, aber in diesem Jahr hangeln wir uns von Lockdown zu Lockdown. Einige Menschen sind geimpft, in den Seniorenheimen fast alle, aber trotzdem wird es nicht besser, bleiben die Kontaktbeschränkungen und Einschränkungen, darf man vieles nicht, und auch die Modellregion Ostholstein haben sie erst einmal verschoben. Jubilate – jubelt? Dazu scheint wenig Grund.

Nun hat es einen Grund, warum die Sonntage nach Ostern solche Namen haben. Denn Karfreitag und Ostern sind die höchsten Feiertage des christlichen Glaubens. Karfreitag ist traurig und trostlos, weil wir daran denken, dass Jesus gekreuzigt worden ist. Karfreitag ist so ungefähr das Gefühl, das wir haben, wenn wir an Corona denken. Die Menschen, die einen nahen geliebten Angehörigen verloren haben, denen geht es so, wie es den Jünger*innen und Verwandten Jesu am Karfreitag gegangen ist, sie sind voller Trauer, fragen sich, warum, wie es weitergehen soll. Da kann man nicht jubeln.

Aber Tod und Verzweiflung waren dann nicht die endgültigen Worte, die Gott über das Leben Seines Sohnes, über das Leben an sich gesprochen hat. Nach Karfreitag kommt Ostern, der Tag, an dem wir Jesu Auferstehung feiern. Was damals genau passiert ist, wissen wir nicht, es wird berichtet, dass das Grab leer war, Menschen erzählten von Begegnungen mit Jesus.

Was aber sicher ist, ist die Tatsache, dass durch diese Ereignisse aus einem kleinen Häuflein verschreckter und verängstigter Menschen voller Trauer und Leid mutige und fröhliche Menschen wurden. Was sie zu Ostern erlebten, gab ihnen Mut, Hoffnung und Freude. Sie konnten wieder jubeln, auch wenn Jesus nie wieder so unter ihnen lebte, wie er es vor Karfreitag getan hatte.

Deshalb heißt dieser Sonntag nach Ostern „Jubilate“ - Jünger und Jüngerinnen konnten wieder jubeln, trotz des Todes Jesu am Karfreitag, trotz des Verlustes. Es war wahrscheinlich nicht die gleiche Fröhlichkeit und der gleiche Mut wie vor seinem Tod, aber sie hatten wieder Mut und Hoffnung.

So können auch wir jubeln, trotz Corona. Weil wir wissen, dass Gott bei uns ist, über alle Schmerzen und alles Leid hinweg, können wir Mut schöpfen. Er wird uns nicht verlassen, sondern neues Leben schenken. Es wird vielleicht ein anderes Leben sein als vorher, so wie auch das Leben der Jünger*innen vor Ostern anders war als vorher, aber es wird ein Leben sein, das es wert ist, gelebt zu werden. Dafür können wir dankbar, daran können wir uns freuen, darüber können wir jubeln – schon heute.

Pastorin i.R. Ellen Naß erläutert die Bedeutung des Sonntag Jubilate.

Pastorin i.R. Ellen Naß erläutert die Bedeutung des Sonntag Jubilate.


Text-Nummer: 144520   Autor: red.   vom 24.04.2021 um 09.12 Uhr

Text teilen: auf facebook +++ auf Twitter +++ über WhatsApp

Text ausdrucken. +++  Text ohne Bilder ausdrucken.