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Aktionstag am 5. Mai: Substitution rettet Leben

Lübeck: Das Thema Substitution spielt jeden Tag eine Rolle in der Arbeit von Aids- und Drogenhilfen sowie der Drogenselbsthilfe. Aber gerade in den letzten Monaten und Jahren hat es solch vielfältige Veränderungen gegeben, die nicht bis zu den Konsumenten gelangt sind. Mit dem Aktionstag am 5. Mai soll das Thema Substitution in der Öffentlichkeit mehr in den Fokus rücken.

Kaum die Hälfte der 165.000 Opioid-Abhängigen erhält derzeit eine Substitutionsbehandlung. In vielen anderen europäischen Ländern ist die Behandlungsquote höher als in Deutschland. Die Initiative "100.000 Substituierte bis 2022", die unter anderem von der Drogenbeauftragten der Bundesregierung unterstützt wird, möchte dazu beitragen, die rechtlichen und medizinischen Veränderungen der Substitutionsbehandlung bekannter zu machen, aber auch dringend erforderliche strukturelle Veränderungen in den Blick zu nehmen. Um dieses Ziel zu erreichen braucht es von Politik, Ärzten und Gesellschaft eine höhere Akzeptanz gegenüber drogengebrauchenden Menschen.

Wie viele andere Länder und Städte beweisen, kann das unter anderem über eine niedrigschwellige Substitution – auch für Menschen ohne Krankenversicherung, erreicht werden. Substitution sollte in Drogenhilfe integriert sein, eine rechtliche Gleichstellung der Diamorphinbehandlung muss erlangt werden, die Verbindung zwischen Drogenhilfe und Arzt/Ärztin muss gestärkt werden und eine wohnortnahe Behandlung möglich sein.

Die Lübecker Aids-Hilfe e.V. appelliert an die Verantwortlichen der Lübecker Politik, drogengebrauchende Menschen nicht nur mit Repressalien von ihren Orten zu vertreiben, sondern auch Räume zu schaffen und zu unterstützen, in den Konsumenten sicher konsumieren können und leichteren Zugang zur Substitution haben. Die Entwicklung der AWO Drogenberatung, die diese Schritte gehen will, begrüßt der Verein sehr und wünscht ihnen nachhaltige Unterstützung durch Politik und Gesellschaft.

Mit dem Aktionstag am 5. Mai soll das Thema Substitution mehr in den Fokus rücken. Grafik: LAH

Mit dem Aktionstag am 5. Mai soll das Thema Substitution mehr in den Fokus rücken. Grafik: LAH


Text-Nummer: 144690   Autor: LAH/Red.   vom 04.05.2021 um 10.43 Uhr

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Kommentare zu diesem Text:

Ganghaus Gangsta

schrieb am 04.05.2021 um 21.21 Uhr:
Heilig Substitution, das All-Heil-Mittel…

Substitution ist eine gute und begrüßenswerte Lösung.

Leider müssen zum Beispiel körperlich abhängige Raucher ihre Substitution nach wie vor aus eigener Tasche bezahlen. Das ist teurer als Zigaretten. Komischerweise werden Nikotin-Substitute immer dann im Preis erhöht, sobald die Zigaretten teurer werden. Hat aber nix mit nix zu tun, schon klar.

Medikamentenabhängige Menschen haben noch nicht einmal diese Wahl: sie werden generell gar nicht substituiert, weder für Geld noch für flehende Worte. Kalter Entzug, das war’s.

Also: wenn Substitution, dann bitte für alle.