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Blutkrebs: Lebensretter für den kleinen Mats gesucht

Lübeck - St. Gertrud: Archiv - 05.05.2021, 15.57 Uhr: Der kleine Mats aus Lübeck-Karlshof ist erst sieben Monate alt und muss schon um sein Leben kämpfen. Denn Mats hat Blutkrebs. Nur ein passender Stammzellspender kann sein Leben retten. Seine Eltern tun alles, um ihm zu helfen. Gemeinsam mit der DKMS planen sie eine große Online-Registrierungsaktion.

Wer helfen möchte, kann sich über www.dkms.de/mats ein Registrierungsset nach Hause bestellen und so vielleicht zum Lebensretter werden.

Bild ergänzt Text

Julia, Thorben und Sohn Johke – eine herzliche und fröhliche Familie. Echte Lebensmenschen, wie sie selber sagen. Zu Hause soll alles schön sein, deshalb wird ständig renoviert und am Haus gebastelt. Doch ihre größte Leidenschaft ist das Unterwegssein. Freiheit und Unabhängigkeit sind für sie mehr als nur Vokabeln. So oft es geht, sind die drei gemeinsam unterwegs. Mit ihrem Bulli reisen sie durch die Welt, um Land und Leute kennen zu lernen. Dann kommt Söhnchen Mats auf die Welt, mitten in der Corona-Pandemie. Aber Julia und Thorben sind positive Menschen, versuchen stets das Beste aus der Situation zu machen. Deshalb planen sie schon die nächste Reise nach der Pandemie. Dann mit dem kleinen neuen Erdenbürger Mats. Eigentlich ist alles so, wie es sein sollte. Eigentlich.

Doch dann entdeckt Julia plötzlich eine Beule hinter Mats Ohr. Weil Sonntag ist, fährt sie mit ihm in die Notaufnahme. Dort macht man zunächst einen Ultraschall, vermutet eine Zyste und schickt die Mutter wieder nach Hause. Kurz darauf steht bei Mats die nächste reguläre Untersuchung (U5) bei seiner Kinderärztin an. Julia zeigt auch ihr die Beule, möchte eine zweite Meinung einholen. Die Ärztin hegt sofort einen anderen Verdacht und überweist Mats erneut in die Uniklinik. Wieder fährt Julia mit Mats los, besteht aber jetzt auf eine Blutuntersuchung. Es ist bereits 22 Uhr als sie von einem Arzt erfährt, dass Mats Blutwerte ungewöhnlich schlecht ausfallen. Die Sorge wächst. Nachts um 2.30 Uhr bekommt sie die Nachricht, dass die für den nächsten Tag geplante OP, bei der die Zyste hinter dem Ohr entfernt werden sollte, wegen der schlechten Blutwerte nicht stattfinden wird. Am nächsten Morgen wird dies durch einen Chirurgen bestätigt. Weitere Blutabnahmen folgen. Julia ist mit den Nerven am Ende. Sie besteht darauf, dass ihr Mann Thorben trotz Corona an ihrer Seite sein darf. Sie möchte bei der Diagnosestellung nicht alleine sein. Nach Auswertung der Blutproben werden sie ins Sprechzimmer gebeten, wo ein Chirurg und ein Onkologe bereits auf sie warten. Zum ersten Mal fällt das Wort Leukämie. Zur Sicherheit soll eine Knochenmarkpunktion durchgeführt werden. Die Eltern begleiten ihren kleinen Sohn bis in den OP, dann müssen sie ihn alleine lassen. Die Eltern gehen nach draußen, brauchen Luft. Kurz bricht Julia zusammen. Das war einfach zu viel in zu kurzer Zeit. Nach zwei endlosen Stunden des Wartens dann das endgültige Ergebnis: der Verdacht betätigt sich – Mats hat Leukämie. Und eine weitere Hiobsbotschaft: Mit 99-prozentiger Wahrscheinlichkeit kann nur ein passender Spender sein kleines Leben retten.

„Im ersten Moment, haben wir das zwar realisiert, aber nicht wirklich verstanden. Es ist ein Gefühl, als sei man versehentlich falsch abgebogen und auf einer Straße gelandet, die in eine gänzlich falsche Richtung führt. Als sei man in einem Horror-Film, bei dem es keinen Aus-Knopf gibt. Nach dem ersten Schock haben wir uns aber sofort zusammengerissen und in einen anderen Modus geschaltet. Denn Mats hilft es nicht, wenn wir uns als Eltern einer Ohnmacht hingeben. Thorben und ich sind beide nicht so, dass wir mit Anlauf in ein schwarzes Loch springen. Gerade jetzt müssen wir handlungsfähig bleiben. Also haben wir sofort gefragt, wie es jetzt weiter geht und nach Lösungen gesucht“, erinnert sich Julia.

Vor einem Monat hat Mats mit einem Chemoblock begonnen, der drei Monate dauern wird. Abwechselnd ist er im Krankenhaus und zu Hause. Sein 9-jähriger Bruder Johke, der Mats über alles liebt, besucht ihn regelmäßig in der Klinik.

Familie und Freunde stehen fest an der Seite von Julia, Thorben und den Kindern. Die Eltern sind beide selbstständig, ihre Angestellten sind in dieser Zeit goldwert, denn sie halten den Eltern den Rücken frei, so gut es geht. Trotz Corona und der schweren Erkrankung lassen sich Julia und Thorben nicht unterkriegen. Im Moment gibt es für die Familie nur ein Ziel: einen passenden Spender für ihren kleinen Sohn zu finden, damit er wieder ganz gesund wird und hoffentlich noch ein langes Leben vor sich hat.

Doch alleine können sie den Kampf nicht gewinnen. Denn nur eine Stammzelltransplantation kann Mats Leben retten. Bislang wurde weltweit noch kein passender Spender für sie gefunden. Je mehr Menschen sich jetzt registrieren lassen, desto größer sind die Überlebenschancen für Mats und viele andere Patienten. Nur wer registriert ist, kann auch als Lebensretter gefunden werden. Mats sieht man seine Krankheit nicht an. Aktuell geht es ihm gut. „Aber ein optisch gesundes und fröhliches Kind zu haben und gleichzeitig zu wissen, wie schwer es eigentlich erkrankt ist – das ist nicht leicht zu ertragen und manchmal geradezu surreal“, sagt Thorben, Mats Papa und bittet die Bevölkerung um Unterstützung: „Wir wollen unseren Sohn nicht verlieren. Auch Mats großer Bruder Johke hat Angst um ihn. Mats kämpft um sein Leben. Aber alleine kann er es nicht schaffen. Deshalb bitten wir alle: Zögert nicht, sondern lasst euch registrieren. Das geht schnell und unkompliziert. Und ihr schenkt damit unserem Kind und vielen anderen die Chance auf ein zweites Leben.“

Wer gesund und zwischen 17 und 55 Jahre alt ist, kann sich mit wenigen Klicks über www.dkms.de/mats die Registrierungsunterlagen nach Hause bestellen. Mithilfe von drei medizinischen Wattestäbchen und einer genauen Anleitung sowie einer Einverständniserklärung kann jeder nach Erhalt des Sets selbst einen Wangenschleimhautabstrich vornehmen und anschließend per Post zurücksenden, damit die Gewebemerkmale im Labor bestimmt werden können. Besonders wichtig ist es, dass die Wattestäbchen nach dem erfolgten Wangenschleimhautabstrich zeitnah zurückgesendet werden. Erst wenn die Gewebemerkmale im Labor bestimmt wurden, stehen Spender für den weltweiten Suchlauf zur Verfügung.

Auch Geldspenden helfen Leben retten, da der DKMS für die Neuaufnahme eines jeden Spenders Kosten in Höhe von 35 Euro entstehen.
DKMS-Spendenkonto, Kreissparkasse Tübingen
IBAN: DE64 6415 0020 0000 2555 56
Verwendungszweck: Mats

Der sieben Monate alte Mats ist dringend auf einen Stammzellenspender angewiesen. Fotos: privat

Der sieben Monate alte Mats ist dringend auf einen Stammzellenspender angewiesen. Fotos: privat


Text-Nummer: 144744   Autor: DKMS   vom 05.05.2021 um 15.57 Uhr

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