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SPD kritisiert Entlassungen bei Sana

Lübeck: Archiv - 08.05.2021, 14.20 Uhr: Nach einem Bericht der Gewerkschaft werden bei der DGS pro.service GmbH zum Jahresende alle Mitarbeiter bis auf den Reinigungsdienst entlassen (wir berichteten). Die Lübecker SPD übt scharfe Kritik.

"Seit Jahren, Monaten, Wochen und Tagen leisten die Mitarbeiter in den Krankenhäusern der Sana Kliniken Lübeck GmbH großartige und unverzichtbare Arbeit, und das für zu geringe Löhne – egal ob Ärzte, Pfleger oder die Servicekräfte. Sie halten Keime von den Kranken fern, pflegen und kurieren, sie leisten einen Dienst am Menschen, der gar nicht hoch genug bewertet werden kann. Jetzt in der Corona-Pandemie setzen sie sich auch noch einem hohen zusätzlichen Risiko aus und arbeiten bis zum Anschlag und darüber hinaus", teilt die SPD-Fraktion mit.

"Die Entscheidung der Geschäftsführung ist daher ein Schlag ins Gesicht für alle Beschäftigten – die Sana-Geschäftsführung muss ihren Fehler korrigieren", sagt der stellvertretende SPD-Fraktionschef Peter Reinhardt.

"Erst auf Nachfrage eines SPD-Mitglieds im Aufsichtsrat ließ die Aufsichtsratsvorsitzende in Lübeck die Katze aus dem Sack: 'Befehl von der Konzernzentrale in München', hieß es zur Begründung", teilt die SPD mit. "Doch die Lübecker Sozialdemokraten wollen sich damit nicht abspeisen lassen - die geplante Entlassung von 70 Mitarbeitenden muss zurückgenommen werden."

"So sieht keine Solidarität gegenüber den Mitarbeitenden aus“, begründet Sandra Odendahl, gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion. „Ein Konzern, der bundesweit 52 Krankenhäuser betreibt und zahlreiche Tochterunternehmen unterhält, entlässt mitten in der dritten Corona Welle seine Angestellten zur Kostenminimierung, das ist nicht hinzunehmen“, so Odendahl weiter. "Die schon vor der Pandemie geplagten Mitarbeitenden werden vorgeführt.“

Der stellvertretende SPD-Fraktionschef Peter Reinhardt, der erst kürzlich eine Vergemeinschaftung von Unternehmen mit einem derart staatlichen Versorgungsauftrag gefordert hatte, wird deutlich: „Solche Entscheidungen der Konzernleitung zeigen, dass ihnen die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten und das Wohl der Patientinnen völlig egal sind!“

Tim Klüssendorf, Kandidat der SPD Lübeck zur Bundestagswahl, betont darüber hinaus die Notwendigkeit struktureller Veränderungen in unserem Gesundheitssystem auf Bundesebene: „Wir wollen die gegenwärtige Renditeorientierung begrenzen und dafür sorgen, dass Überschüsse verpflichtend in das Gesundheitssystem zurückfließen, um die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten sowie die Versorgung der Kranken bestmöglich und einem so reichen Land wie Deutschland endlich angemessen zu gestalten. Für die Bewältigung der wichtigen Aufgaben im Rahmen der Versorgung der Bevölkerung wird mehr Personal und nicht weniger benötigt!“

Ver.di Nord und deren Landesfachbereichsleiter Steffen Kühhirt sieht es ähnlich: „Die angekündigte Maßnahme der Sana- Kliniken AG zeigt, dass wir gesundheitspolitisch dringend umsteuern müssen, die Gesundheitsversorgung muss wieder in die öffentliche Hand. Krankenhäuser zu führen wie Industrie- Konzerne wird dem Versorgungsauftrag und den Beschäftigten nicht gerecht.“

SPD-Fraktionsvize Peter Reinhardt sieht seine Forderung nach Vergemeinschaftung von elementaren Unternehmen bestätigt.

SPD-Fraktionsvize Peter Reinhardt sieht seine Forderung nach Vergemeinschaftung von elementaren Unternehmen bestätigt.


Text-Nummer: 144803   Autor: SPD/red.   vom 08.05.2021 um 14.20 Uhr

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