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Grüne: Bruno Hönel
Grüne: Bruno Hönel

Wetteraussichten: Bis Ende Mai kühl und nass

Lübeck: Archiv - 14.05.2021, 16.04 Uhr: Nun ist er da, der lang ersehnte Pfingsturlaub an der Lübecker Bucht. Die Gäste aus der ganzen Republik trudeln ein, um ein paar schöne Tage an der Ostsee zu genießen. Können sie auch, nur nicht gerade am Strand im Badeanzug. Auch wenn die Strandkorbvermieter bange Blicke nach oben werfen, tun wird sich da nicht viel bis Pfingsten. Erst danach haben wir eine Chance auf leichte Entspannung bei Temperaturen und Niederschlag.

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Der Grund für diese im Grunde miesen Aussichten liegt in zehn Kilometer Höhe und befindet sich bis zum 20. Mai weiterhin in einer Position in etwa zwischen Madrid und London. Die Erscheinung nennt sich "Jet-Stream" oder, in unserer Region, auch gern "Polarjet" genannt. Dieser Strahlstrom verläuft von West nach Ost und erreicht Windgeschwindigkeiten von bis zu 500 km/h. Er trennt in der Höhe die tropischen Luftmassen im Süden von den arktischen Luftmassen im Norden. Für uns besonders wichtig - das Strömungsband verändert seine Lage im Laufe des Jahres. Im Winterhalbjahr verläuft es in der Regel weiter südlich, im Sommer verschiebt sich das Band weiter nach Norden. Zusammen mit der Strömung in der Höhe verschieben sich auch die Druckgebiete am Boden. Nördlich vom Jet bilden sich in der Regel Tiefdruckgebiete, südlich vom Jet können wir mit Hochdruckgebieten rechnen.

Jetzt wissen wir endlich, warum wir im Sommer gern in den Süden Europas fahren, um mit ziemlicher Sicherheit gutes Wetter zu erwischen. Wie man an der Karte sieht, geht das auch im Moment ganz gut, nur wir im Norden liegen eher im Bereich der Kette von Tiefdruckgebieten, die sich gern am Nordrand des Polarjet ansiedeln. Es hilft nichts, wir müssen dieses Wetter noch eine Weile aushalten.

Erst nach Pfingsten, gegen Ende des Monats, gibt es einen kleinen Lichtblick. Der Jet wird voraussichtlich eine Ausbuchtung nach Norden bilden und seinen Ausleger über uns hinweg soweit nördlich verschieben, dass wir auch kurzfristig auf die Südseite des Höhenwindes geraten. Dann wird sich ein Hochdruckgebiet von den Azoren aus auch über unsere Region ausdehnen. Leider geschieht das ein wenig zaghaft, so dass wir nicht mit knackig warmen Temperaturen rechnen können. So etwa 15 Grad werden es sein, ein wenig mehr wenn einmal die Wolken weichen und die Sonne scheint.

In der Folgezeit wird es ernst. Spätestens im ersten Drittel des Monats Juni sollte sich der Polarjet weiter nach Norden verlagert haben, damit wir in den Genuss beständigerer Hochdruckgebiete kommen. Wenn das bis zum Siebenschläfertag am 27. Juni immer noch nicht der Fall sein sollte, bleibt das regnerische Wetter unter Umständen über den ganzen Sommer hinweg. Das ist keine Schwarzmalerei, solche Sommer haben wir schon reichlich gehabt.

Auch wenn alle vom Klimawandel reden, wir leben immer noch in der gemäßigten Zone in der knackige Sommer und regnerische Sommer sich durchaus immer einmal wieder abwechseln können. Und gebraucht wird der Regen schließlich auch. Jetzt am 15. Mai ist in Lübeck bereits genau so viel Niederschlag gefallen, wie im gesamten Monat Mai des letzten Jahres 2020. Weitere Niederschläge könnten endlich einmal das Grundwasser weiter auffüllen. Landwirte und Förster sehnen das dringend herbei.

Die Wetteraussichten: Es bleibt, wie es ist. Foto: Karl Erhard Vögele, Grafik: Harald Denckmann

Die Wetteraussichten: Es bleibt, wie es ist. Foto: Karl Erhard Vögele, Grafik: Harald Denckmann


Text-Nummer: 144911   Autor: Harald Denckmann   vom 14.05.2021 um 16.04 Uhr

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