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Zwischen den Festen

Lübeck: Archiv - 15.05.2021, 09.04 Uhr: In ihren Gedanken zum Wochenende geht Pastorin i.R. Ellen Naß auf die Zeit zwischen Himmelfahrt und Pfingsten ein. Es sei eine Zwischenzeit, in der man in der Luft hängt.

Vorgestern war Himmelfahrt, nächstes Wochenende feiern wir Pfingsten. Der Sonntag morgen war immer so „zwischendurch“, Die Besucher in den Gottesdiensten waren weniger als sonst, weil viele für ein langes Wochenende oder gleich für fast 2 Wochen in Urlaub fuhren; wer den Gottesdienst besuchen wollte, der tat es zu Pfingsten und nicht die Woche davor. Man hängt zwischen den Festen irgendwie in der Luft.

So in der Luft zu hängen ist ein Zustand, den ich nur schwer ertragen kann. Da ist es egal, ob ich etwas Schlimmes warte – zum Beispiel einen medizinischen Eingriff – oder etwas Schönes. Es heißt ja immer: „Vorfreude ist die schönste Freude“ - aber ich erlebe es anders.

Genau solch eine Zwischenzeit haben die Jünger erlebt, als Himmelfahrt vorbei war. Nachdem Jesus gestorben und auferstanden ist, war er bei ihnen – zwar nicht mehr so wie vorher, als sie täglich zusammen lebten, aber doch immer wieder. Sie haben ihn erlebt, sie schöpften Kraft aus seiner Gegenwart. Wie das genau aussah, wissen wir nicht, aber er war da.

Himmelfahrt hieß für sie: das ist nun zu Ende. Eine Wolke entzog ihn ihren Blicken, so berichtet Lukas. Wir wissen natürlich, dass der Himmel keine Stockwerke hat, sondern ein unendlicher Weltraum ist, aber was er sagen wollte war: Jesus ist weg. Er ist nicht mehr anwesend, nicht einmal als Auferstandener. Er ist uns entzogen.

Aber Jesus hatte ihnen beim Abschied etwas versprochen. Es wird ein Tröster kommen, so hatte er es ihnen gesagt, und dieser Tröster sollte ihnen Kraft, Mut und Liebe geben.

So hingen sie in der Luft. Jesus war nicht mehr da, und dieses Neue, Unbekannte, war noch nicht da. Ihnen bleibt nichts anderes übrig, als zu warten. Sie können nichts anderes tun.

Letztlich ist das genau die Situation, in der wir alle uns mehr oder weniger befinden. Die hohen Inzidenzzahlen sind abgeebbt. Einige sind geimpft, teilweise oder vollständig, andere warten noch. Vorschriften ändern sich dauernd – man hängt in der Luft, wartet und hofft, so, wie die Jünger zwischen Himmelfahrt und Pfingsten.

Zu Pfingsten, so wird berichtet, bekamen sie dann den Heiligen Geist, sie bekamen wieder Kraft und Mut, predigten, und viele Menschen kamen zum Glauben. Trotzdem bin ich mir sicher, dass sie auch in dieser Zeit zwischendurch nicht so allein waren, wie sie glaubten, wie es erzählt wird. Sie hätte ja auch sagen können: „Immer diese Versprechungen, aber in Wirklichkeit wird alles immer nur schlimmer!“

Da war etwas, was sie ermutigte, durchzuhalten, zwar zu trauern, aber trotzdem noch zu hoffen. Da war etwas, dass ihnen die Kraft gab, weiterzumachen, zu hoffen, zu glauben. Ich denke, dass diese Kraft die Nähe Jesu war, der trotz der „Himmelfahrt“ bei ihnen war mit seiner Liebe und Güte.

Diese Liebe und Nähe Jesu kann auch uns helfen, diese Dazwischenzeiten zu überstehen. Gerade jetzt, wo wir vielleicht wirklich Licht am Ende des Tunnels sehen, wo es scheint, dass es langsam wieder gut wird, da kann uns Jesus, das Wissen um Seine Liebe, Kraft geben, nicht auf den letzten Metern aufzugeben, sondern durchzuhalten.

So wie Pfingsten gekommen ist, der Geist Gottes geschenkt wurde, so wird auch in unserem Leben kommen, worauf wir so sehnsüchtig warten.

Pastorin i.R. Ellen Naß veröffentlicht die Gedanken zum Wochenende im Wechsel mit Heinz Rußmann.

Pastorin i.R. Ellen Naß veröffentlicht die Gedanken zum Wochenende im Wechsel mit Heinz Rußmann.


Text-Nummer: 144915   Autor: red.   vom 15.05.2021 um 09.04 Uhr

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