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Interkulturelle Projekte: Linke will Niveau halten

Lübeck: Archiv - 17.05.2021, 09.55 Uhr: Die Fraktion der Partei "Die Linke" hatte in den vergangenen Kulturausschuss einen Antrag, mit der Intention interkulturelle Ausstellungen und Projekte in Lübeck zu fördern, eingebracht. Das sei nötig, da Deutschland sich selbst nur bedingt als Einwanderungsland verstehe. Diese Selbsteinschätzung werde allerdings durch die demografischen Fakten nicht bestätigt.

Die Bundesrepublik habe lange gebraucht, um eine unverstelltere, realitätsorientierte Sicht auf Migrantinnen und Migranten zu entwickeln und dieser Prozess könne keineswegs als abgeschlossen bewertet werden. Im Gegenteil gäbe es wieder erstarkende Kräfte die mit dem Thema Ängste und Nöte befeuern würden, so "Die Linke".

"Das über Jahrzehnte gebrauchte Wort vom Gastarbeiter ist in diesem Zusammenhang durchaus aufschlussreich: Es verweist auf die Vorstellung einer kulturell homogenen Nation, in der Zuwanderer den Status von vorübergehend Anwesenden haben und nicht als genuiner Teil der eigenen Gesellschaft begriffen werden", erläutert Robin Burkard, kulturpolitischer Sprecher der Linksfraktion in der Lübecker Bürgerschaft.

Die Wahrnehmung von Migrantinnen und Migranten in Deutschland habe sich mangels klarer Integration allzu häufig auf ihren rechtlichen und sozialen Status verengt. Das könne keine gute Voraussetzung für das Aufbrechen von kulturellen Stereotypen sein. Wesentliche Aspekte des kulturellen Lebens von Migrantinnen und Migranten blieben verborgen, sie würden sich nur subkutan entfalten. Das Resultat sei, dass die kulturelle Dimension von Migrationsbewegungen in der öffentlichen Debatte und in der Praxis des Kulturbetriebs, in der Museumsarbeit, immer noch unterschätzt werde.

"Wofür wir uns als Linke starkmachen, ist eine neue kulturelle Kompetenz in der Kulturarbeit vor Ort. Und hervorragende Beispiele liegen ja schon vor. Ich spreche hier von der vergangenen Ausstellung im St.-Annen-Museum, von Orhan Pamuk im Günter-Grass-Haus und ich spreche ganz besonders von Sex und Vorurteil in der Völkerkundesammlung. Aber wir müssen dieses Niveau auch halten", so Burkard zur Begründung seines Antrags im Kulturausschuss. Trotz Ablehnung des Antrags bleibe für die Linke klar: Politik müsse dafür Sorge tragen, dass Kultur von, für und in allen Bevölkerungsschichten einen angemessenen Stellenwert, Raum und Ressourcen erhalte.

Robin Burkard ist kulturpolitischer Sprecher der Linksfraktion in der Lübecker Bürgerschaft.

Robin Burkard ist kulturpolitischer Sprecher der Linksfraktion in der Lübecker Bürgerschaft.


Text-Nummer: 144946   Autor: Die Linke/Frak.   vom 17.05.2021 um 09.55 Uhr

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