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Sinfoniekonzert des Philharmonischen Orchesters

Lübeck: Archiv - 17.05.2021, 12.38 Uhr: Beim Sinfoniekonzert des Philharmonischen Orchesters der Hansestadt Lübeck am 22. Mai im Großen Haus, dem ersten nach längerer Corona-Pause, ist Generalmusikdirek­tor Stefan Vladar im Klavier­konzert Nr. 23 von Mozart erneut in der beim Publikum sehr beliebten Personal­union von Pianist und Dirigent zu erleben und setzt zudem mit der siebten Sinfonie seinen umjubelten Beethoven-Zyklus fort.

Wolfgang Amadeus Mozart gilt in der Musikgeschichte als Vollender der Gattung Klavierkonzert. Das Klavierkonzert Nr. 23 A-Dur stellt dabei im Schaffen Mozarts in vielerlei Hinsicht ein Ausnahmewerk dar. Offensichtlich benutzt er die Gattung des Klavierkonzerts hier als Experimentierfeld: Statt der bis dahin üblichen Oboen setzt Mozart die zum Zeitpunkt der Komposition relativ neue Klangfarbe der Klarinetten ein. Gegenüber anderen Konzerten jener Zeit ist dieses Konzert von kammermusika­li­scher Transparenz bestimmt. Statt bloßer Wiederholung entwickelt Mozart einzelne Themen weiter. Der Mittelsatz wirkt hier gar wie eine Arie ohne Worte. Das Finalrondo deutet Mozart neu, und die temperamentvolle Coda wirkt wie der Schluss einer Opera buffa – das ist wohl kein Wunder, denn Mozart vollendete dieses Konzert im gleichen Jahr wie die berühmteste Opera buffa überhaupt: "Le nozze di Figaro".

Theodor W. Adorno bezeichnete Ludwig van Beethovens siebte Sinfonie als "die Sinfonie par exce­llence". Auch ein Rezensent der Uraufführung urteilt ähnlich euphorisch: "Diese neueste Sinfonie erwirbt dem genialen Verfasser nicht geringere Bewunderung, als die ältern, vielleicht ist es sogar ein wichtiger Vorzug, den sie vor diesen behauptet, daß sie in allen Teilen so klar, in jedem Thema, so gefällig und leicht faßlich ist, daß jeder Musikfreund, von ihrer Schönheit mächtig angezogen wird, und zur Begeisterung entglüht."

Begeisterung löst bis heute nahezu jede Aufführung dieser 1811 bis 1812 entstandenen Sinfonie aus. Die Sinfonie wurde am 8. Dezember 1813 zusammen mit Beethovens "Wellingtons Sieg oder die Schlacht bei Vittoria" im Redoutensaal der Wiener Universität als Benefizkonzert zugunsten der antinapoleonischen Kämpfer unter Leitung des Komponisten uraufgeführt. Obwohl die Sinfonie manche Hörerwartung kräftig durcheinanderwirbelte, war sie schon damals ein außerordentlich großer Erfolg. Am treffendsten hat vielleicht Romain Rolland Beethovens Siebte beschrieben: als "Orgie des Rhythmus". Beethoven lässt im energiegeladenen Musikstrom seiner Sinfonie immer wieder Lücken, durch die er aus den engen sinfonischen Formen ausbrechen und ganz eigene Wege gehen kann – andere, als sie das Publikum erwartet. Das macht jedes Hören dieser genialen Komposition immer wieder aufs Neue spannend.

Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791)
Klavierkonzert Nr. 23 A-Dur KV 488 (1786)
Ludwig van Beethoven (1770-1827)
Sinfonien Nr. 7 A-Dur op. 92 (1811-12)

Dirigent und Klavier Stefan Vladar

Philharmonisches Orchester der Hansestadt Lübeck

Konzert 22. Mai, 19.30 Uhr, Großes Haus

Weitere Informationen und Ticketverkauf unter www.theaterluebeck.de

Beim Sinfoniekonzert des Philharmonischen Orchesters der Hansestadt Lübeck am 22. Mai im Großen Haus, ist Stefan Vladar erneut als Pianist und Dirigent zu erleben. Foto: Archiv/Olaf Malzahn

Beim Sinfoniekonzert des Philharmonischen Orchesters der Hansestadt Lübeck am 22. Mai im Großen Haus, ist Stefan Vladar erneut als Pianist und Dirigent zu erleben. Foto: Archiv/Olaf Malzahn


Text-Nummer: 144951   Autor: Theater Lübeck   vom 17.05.2021 um 12.38 Uhr

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