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Online-Vortrag zur Geschichte des Lübecker Marzipans

Lübeck: Einen spannenden, mit Hunderten von Einzelheiten gespickten Vortrag bietet der Verein für Lübeckische Geschichte und Altertumskunde im Netz an. „Eine üppige Magenbelastung – Lübeck und sein Marzipan“ lautet der Titel. Referentin ist Ann-Mailin Behm.

Jan Lokers, Leiter des Geschichtsvereins und des Stadtarchivs, stellt zu Beginn die Referentin und ihren akademischen Werdegang vor. Seit wann gibt es Lübecker Marzipan? Wurde es tatsächlich in Lübeck „erfunden“? Oder vielleicht doch in der Handelspartnerstadt Venedig? Das wohlhabende Lübeck hätte sich den Import leisten können, tischte die Süßigkeit jedenfalls bei den Hansetagen im Rathaus reichlich auf. So verbreitete sich der Bekanntheitsgrad der Süßigkeit in den Hansestädten, verbunden mit dem Namen Lübecks.

Ann-Mailin Behm schildert die Geschichte der Lübecker Marzipanfabrikanten, insbesondere der Firma Niederegger gegenüber der Rathaustreppe. Es gab Höhepunkte und Krisenzeiten, denn im Laufe der Zeit wurde an vielen Orten Deutschlands und auch im Ausland „Lübecker Marzipan“ hergestellt und vertrieben, bis in die USA, die einen schwunghaften Handel betrieben. Das geschah, wie die Lübecker Firmeninhaber behaupteten, oft mit minderwertigen Zutaten.

Kein Mensch wusste schließlich, ob Lübecker Marzipan wirklich aus Lübeck stammte. Rechtsstreitigkeiten bahnten sich an, wurden aber erst in jüngster Zeit auch ausgetragen. Ein besonders spannendes Kapitel ist die Geschichte der „Lübecker Jubelkugeln“. Die Idee wurde 1925 geboren. Ihr Zweck: Geld für die Gestaltung des Stadtjubiläums im folgenden Jahr zu sammeln.

Museumsdirektor Karl Georg Heise übernahm die Organisation. Mit dem Kauf der Kugeln war eine Lotterie mit Gewinnchancen verbunden. Heise organisierte mit großer Werbung die Lotterie. Nicht nur in Geschäften wurden die Glückskugeln angeboten, sondern auch durch fliegende Händler in der Stadt. Die Rechnung ging auf. Geld kam in die Kasse.

Der zweite Weltkrieg unterbrach beziehungsweise drosselte die Produktion, weil insbesondere die männlichen Mitarbeiter eingezogen wurden. Erst 1974 zogen die Lübecker Marzipanhersteller vor Gericht. Verhandelt wurde vor dem Oberlandesgericht Köln, das 1982 zugunsten Lübecks entschied. Heute also kann man sicher sein, dass es sich bei „Lübecker Marzipan“ tatsächlich um ein Qualitätsprodukt aus der Hansestadt handelt.

Der Vortrag ist ab sofort unter www.vlga.de abrufbar.

Verein für Lübeckische Geschichte und Altertumskunde stellt in einem Online-Vortrag die Geschichte der Marzipan-Produktion in Lübeck vor. Foto: JW/Archiv

Verein für Lübeckische Geschichte und Altertumskunde stellt in einem Online-Vortrag die Geschichte der Marzipan-Produktion in Lübeck vor. Foto: JW/Archiv


Text-Nummer: 145079   Autor: TD   vom 22.05.2021 um 15.40 Uhr

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