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Lübeck plant eine Regio-S-Bahn mit neuen Stationen

Lübeck: Die Hansestadt Lübeck soll eine S-Bahn bekommen. Dazu gehören neue Stationen in Schlutup, in Waldhusen, am Hafenhaus, in Genin und an der Roddenkoppel sowie eine deutliche Taktverdichtung. Am Freitag stellte die Stadt Details vor.

In den vergangenen Jahren entstanden bereits neue Bahnhaltepunkte in St. Jürgen, Dänischburg (IKEA), Kücknitz, im Hochschulstadtteil und am Flughafen. Außerdem wurden alle bestehenden Stationen barrierefrei ausgebaut. Ein neuer Bahnhaltepunkt für Moisling ist derzeit in Planung und soll voraussichtlich zum Fahrplanwechsel im Dezember 2023 in Betrieb gehen.

Langfristiges Ziel für die Hansestadt Lübeck ist die Realisierung einer sogenannten Regio-S-Bahn, die über ein dichteres Netz von Stationen und einen Halbstundentakt auf den wichtigsten auf Lübeck zulaufenden Strecken verfügt.

„Für die nächste Zeit ist angedacht, eine gemeinsame Projektgruppe mit der Nahverkehrsgesellschaft Schleswig-Holstein (NAH.SH) zu gründen, um das Gesamtkonzept Regio-S-Bahn einer Neubewertung zu unterziehen“, führt Bausenatorin Joanna Hagen dazu aus.

Die Hansestadt Lübeck kann sich ein Regio-S-Bahn-System gut auf den Relationen nach Travemünde, Neustadt, Malente Nord sowie Ratzeburg und weiter nach Büchen vorstellen.

Auch die Strecke nach Schlutup sollte nach Ansicht der Hansestadt Lübeck dabei nochmal betrachtet und genauer untersucht werden. Für die Bahn nach Travemünde begrüßt die Hansestadt Lübeck zunächst einmal den ganzjährigen und ganztägigen Einsatz von elektrischen Doppelstockzügen, wie er seit April dieses Jahres praktiziert wird.

„Es freut uns sehr, dass die NAH.SH hier für die dringend nötigen zusätzlichen Kapazitäten gesorgt hat – und das vergleichsweise kurzfristig. Wir müssen das Tempo halten. Travemünde ist mittlerweile kein Standort für Saisontourismus. Lübeck und Travemünde sind ganzjährig ein Reiseziel“, betont Bürgermeister Jan Lindenau. Deshalb wünscht sich die Hansestadt für diese Strecke noch mehr: In einem ersten Schritt sollte ein Halbstundentakt an tatsächlich 365 Tagen im Jahr eingeführt werden. Bisherige Planungen gehen lediglich von einem Halbstundentakt zu den Stoßzeiten sowie an Sonnabenden, Sonn- und Feiertagen in der Saison ab Fahrplanwechsel Ende 2022 aus.

„Das Potential zur weiteren Taktverdichtung begründet sich auch in der Tatsache, dass die Siedlungslagen entlang der Bahnstrecke größtenteils stark verdichtet sind und hierdurch auch im Alltagsverkehr - und nicht nur im touristischen Verkehr in der Saison - noch erhebliche Nachfragepotentiale erschlossen werden könnten“, betont Bausenatorin Joanna Hagen. Beispielhaft sei dazu auch auf die S-Bahn Rostock im Nachbarbundesland verwiesen: Hier wird die Bahnstrecke Rostock Hauptbahnhof – Lütten Klein - Rostock-Warnemünde im Schienenpersonennahverkehr sogar größtenteils alle 7,5 bis 15 Minuten bedient und verfügt zusätzlich dazu auch noch über Intercity-Verbindungen.

Neben den ins Auge gefassten und lange gewünschten neuen Bahnhaltepunkten Kücknitz-Waldhusen und Skandinavienkai-Hafenhaus könnte gegebenenfalls auch ein Bahnhaltepunkt in St. Lorenz Nord zur Erschließung der Roddenkoppel avisiert werden. Dieser könnte ebenfalls von den Zügen der Regio-S-Bahn aus Neustadt und Malente Nord bedient werden. Dabei wäre dann zu beachten, dass dieser Haltepunkt aufgrund seiner Lage eine technische und damit auch finanzielle Herausforderung darstellen würde.

Einen weiteren Haltepunkt, den Hansestadt Lübeck und NAH.SH gerne in Betracht ziehen würden, ist der Haltepunkt Genin an der Bahnstrecke nach Ratzeburg und Büchen, der nicht nur den gleichnamigen Ort, sondern auch das benachbarte große Gewerbegebiet mit namhaften Arbeitgebern erschließen könnte.

„Angesichts der zahlreichen anstehenden und potenziellen Ausbaumöglichkeiten im Schienen-Personen-Nahverkehr werden wir uns im Rahmen der Stadtentwicklung intensiv für alle aufgeführten Ausbaumöglichkeiten einsetzen“, betont Lübecks Verkehrswendebeauftragter Michael Stödter.

Die Stadt hat ihre Pläne für eine Regio-S-Bahn vorgestellt. Foto: JW/Archiv

Die Stadt hat ihre Pläne für eine Regio-S-Bahn vorgestellt. Foto: JW/Archiv


Text-Nummer: 145335   Autor: Presseamt Lübeck/red.   vom 04.06.2021 um 12.19 Uhr

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Kommentare zu diesem Text:

J. Gerwien

schrieb am 04.06.2021 um 12.51 Uhr:
Wer soll das bezahlen....

Die Ideen in Ehren, aber die Finanzierung sehe ich bei weitem nicht gegeben. Und in der Vergangenheit hat man sich ja auch nicht mit Ruhm bekleckert in der Zusammenarbeit zwischen Bus und Bahn auf lübschem Terrain. Bleibt zu hoffen, dass es da auch vorangeht und so Themen wie "Anschlusssicherung" zwischen den beiden Verkehrsmitteln auch mal gelebt und gesucht werden....

Dissident

schrieb am 04.06.2021 um 14.03 Uhr:
die Linienführung, also die Fahrstrecke, nach Schlutup stelle ich mir höchst interessant vor. Ganz nach dem Motto: einmal mit der Kirche ums Dorf.

Siedler

schrieb am 04.06.2021 um 15.12 Uhr:
Also ganz klar...👍
Da ich aus der rangenberg siedlung komme und jeden Tag nach genin muss würde ich einen bahnhaltepunkt in waldhusen sehr befürworten...

Noch schneller zur arbeit kommt man nicht...

Cyril

schrieb am 04.06.2021 um 15.59 Uhr:
Optimal waere der Hauptbahnhof zurueck ans Holstentor zu verlegen, liegt er doch viel zu weit draussen, und auch die 628/928 Zuege, die in Bild zu sehen sind, wieder in Betrieb zu nehmen, statt die daemliche klimatisierte Schuenenbusse!

B. Hirsch

schrieb am 04.06.2021 um 16.15 Uhr:
Super, denn ein gut abgestimmtes und ausgebautes S-Bahn-Netz hat das Potential, die Strassen der Stadt zu entlasten.
Ein attraktives Angebot fördert Wirtschaft und Verkehr.
Mit einem neuem S-Bahn Konzept kann möglicherweise dem Angebotsrückbau der letzten 50 Jahre entgegengewirkt werden.

Erfahrungen aus Projekten wie der S-Bahn Zürich, zeigen dass gut abgestimmte Nahverkerskonzepte enormes Potential haben.
Von besseren Verbindungen profitieren nicht nur Schüler, Berufspendler und Studenten, sondern auch Umwelt, Tourismus und die Lebensqualität in der Stadt.

Als Fazit also schön und spannend zu lesen, dass hier neue Impulse gesetzt werden und neue Ideen geprüft werden

Bernd Feddern

schrieb am 04.06.2021 um 17.42 Uhr:
Kürzlich sah ich Rauch ohne Flammen aus Fenstern aufsteigen - nichts großartiges, aber der Geruch war unverkennbar...
Ich sage lieber nicht wo, aber einen Verdacht habe ich jetzt schon...
Ach, schon bemerkt:
Lübeck ist nicht Rostock!
Aber macht eure Planung ruhig ohne die Bahn - so wie die Tunnelbauer ohne den Untergrund! Vom Geld reden wir erst gar nicht!

Marco

schrieb am 04.06.2021 um 18.32 Uhr:
Haltestelle Genin ist schon lange überfällig und dort würden mit Sicherheit mehr Personen ein- und aussteigen als an der fast ungenutzten Haltestelle Flughafen. Als Pendler aus Büchern kommend ist man total im A**** genießen wenn man Bus zum BHF muss und dann rüber zum ZOB um auf einen Bus zu warten der dann mal nach Genin fährt. Mal abgesehen davon, dass später Abends die Verbindungen wie die Linie 7 gar nicht mehr fahren oder Samstags und Sonntags überhaupt keine Linie 15. Da gibt es dann nur die Möglichkeit zur 16 zu rennen oder hat mit dem PKW zu fahren und auf den ÖPNV zu verzichten.

Volker A.

schrieb am 04.06.2021 um 19.37 Uhr:
Schade durch den Bau der Eric-Wrburg-Brücke und dem Produktionsgebäude von Brüggen ist die Bahnstrecke rund um Lübeck ja aufgegeben worden, hier eine Stadtbahn fahren zu lassen wäre sicher ein gute Option gewesen.

Nach Schlutup ist ja eine Strecke vorhanden. Hier Haltepunkte anzulegen z.B. in Eichholz und am Heiweg wäre auch was feines. Wenn dann noch statt der aktuellen Dieseltriebwagen den Wasserstofftriebwagen "Coradia lLindt" von Alstom für die Strecken einsetzt, braucht man keine Streckenertüchtigung mit Oberleitungen und würde trotzdem sehr umweltfreundlich fahren......

Enstro

schrieb am 04.06.2021 um 20.33 Uhr:
Die S-Bahn nach Neustadt sollte dann aber über die bestehende ortsnahe Strecke der Bäderbahn führen - und nicht über die geplante Neubaustrecke. Diese entsteht nämlich auf freiem Feld und erschließt nicht die Ortskerne der Ostseebäder. Die bisherige Bäderbahn mit ihren Halten im Zentrum von Timmendorfer Strand, Scharbeutz, Haffkrug ist ideal für eine S-Bahn. Mit dem Zug direkt zum Baden - ein großes Argument für den Tourismus. Aber genau das wollen die Bahn und der Verkehrsminister zerstörten, indem Sie die Strecke aus den Orten heraus auf das freie Feld verlagern. Das muss im Sinne einer brauchbaren S-Bahn unbedingt überdacht und geändert werden. Der Fernverkehr kann ja gerne über den Acker laufen. Die S-Bahn muss aber in die Orte reinfahren - auf der bestehenden Strecke. Diese darf nicht abgerissen werden.