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GAL: St Jürgen Ring am Berliner Platz neu gestalten

Lübeck - St. Jürgen: Im Werkausschuss erfuhr GAL Mitglied Dr. Volker Koß von den Plänen der Lübecker Entsorgungsbetriebe (EBL), noch in diesem Jahr im Sankt-Jürgen-Ring zwischen Kronsforder Allee und Berliner Platz Regenwasserhausanschlüsse herzustellen. Weil der Regenwasserkanal in der Straßenmitte liegt, müssen Fahrbahn, Rad- und Gehwege offengelegt werden.

„Das ist die Gelegenheit, den seit langem nicht mehr zeitgemäßen Rad- und Fußweg zu modernisieren“, schlussfolgert Volker Koß, der seine Fraktion seit Jahren auch beim Runden Tisch Radverkehr vertritt. "Auf telefonische Nachfrage scheint es in der Bauverwaltung jedoch keine derartigen Pläne zu geben. Und die Fahrradbeauftragte wusste wiederum nichts von den geplanten baulichen Maßnahmen der Entsorgungsbetriebe."

„Seit Februar 2016 gibt es sogar fertige Pläne für eine zeitgemäße Umgestaltung des Streckenabschnitts“, hat Volker Koß recherchiert. Der Bericht des SHP Ingenieur Büros, Hannover zur „Optimierung der Verkehrsverhältnisse am Berliner Platz“, der im Rahmen einer Sonderuntersuchung zu "Lübeck – staufrei bis 2015" entstanden ist, liefer bereits genaue Daten, Vorschläge und Zeichnungen für eine strukturelle Verbesserung der Verkehrssituation. Die vierspurige Straße soll demnach auf zwei überbreite Spuren verengt und dafür die Rad- und Fußwege am St.-Jürgen-Ring verbreitert werden.

„Die möglichen baulichen Synergien zwischen den EBL und dem Fachbereich Planen und Bauen sollten aus unserer Sicht unbedingt genutzt werden“, so Volker Koß. „Schließlich spart es nicht nur Geld, sondern auch Nerven, wenn Straße und Wege nur einmal aufgerissen und erneuert werden müssen.“

Deshalb stellt seine Kollegin Antje Jansen im Bauausschuss am 7. Juni die Frage, warum nicht gleichzeitig die Radwege des St.-Jürgen-Rings in diesem Bereich zumindest instandgesetzt oder verbreitert werden.

Im Antrag der GAL-Politikerin heißt es zur Begründung:

(")Der St.-Jürgen-Ring wurde in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts geplant und in seiner heutigen Form gebaut. Die meisten Fahrräder hatten keine Gangschaltung. Die gängige Torpedo-3-Gang-Nabenschaltung war teuer und entsprechend selten. Die Torpedo-Pentasport wurde erst 20 Jahre später auf den Markt gebracht. Kettenschaltungen waren, außer bei Rennrädern, unüblich. Das Tempo der meisten Radfahrer unterschied sich nicht wesentlich. Die Stadtplaner verfolgten nicht nur in Lübeck das Ideal der autogerechten Stadt.

Radfahrer konnten sich - nach landläufiger Meinung - kein Auto leisten oder hatten nicht einmal einen Führerschein. Entsprechend spartanisch wurden Radwege geplant und gebaut.

Mittlerweile wurde allgemein erkannt, dass sich in den vergangenen Jahren die Bandbreite an Fahrrädern und unterschiedlichem Nutzungsverhalten stark verändert hat. Die verschiedenen technischen Ausrüstungen der Räder, Lastenräder und Kinderfahrradanhänger führen zu stark unterschiedlichen Geschwindigkeiten und vielen Überholmanövern. Das gelingt im St.-Jürgen-Ring nur durch unerlaubtes Überholen auf dem Gehweg. Die asphaltierten Radwege sind lediglich 1,10 m breit.

Eine vierspurige Straße wird dagegen nicht wirklich gebraucht. Die PKW sind heute zwar breiter als vor 60 Jahren, doch sie fahren im Stadtgebiet mit annähernd gleicher Geschwindigkeit. Überholen ist überflüssig. Deshalb ist eine überbreite Spur für Kfz sinnvoll und der gewonnene Raum kann für moderne Rad- und Fußwege genutzt werden.(")

„Wenn die Straße demnächst aufgerissen wird, um Leitungen zu verlegen, sollten auch die alten Pläne zur Verbesserung der Situation für umweltfreundliche Mobilität auf den Tisch kommen“, fordert Antje Jansen, GAL-Mitglied im Bauausschuss. „Lübeck hat den Klimanotstand ausgerufen und will den Anteil der Radfahrer am innerstädtischen Verkehr erhöhen. Solche Chancen wie am St.-Jürgen-Ring müssen wir ergreifen.“

Die GAL fordert, die anstehenden Bauarbeiten für den Ausbau der Radwege zu nutzen.

Die GAL fordert, die anstehenden Bauarbeiten für den Ausbau der Radwege zu nutzen.


Text-Nummer: 145365   Autor: GAL   vom 06.06.2021 um 14.55 Uhr

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Kommentare zu diesem Text:

Gerald Wilms

schrieb am 07.06.2021 um 06.53 Uhr:
Das ist ja mal wieder sowas von typisch für die Lübecker Straßenverkehrsbehörde, alles was den Radverkehr voranbringen würde, wird blockiert. Die so genannte Fahrradbeauftragte weiß natürlich auch mal wieder von nichts, dafür ist sie ja bekannt. Ich habe gerade am Wochenende einen interessanten Artikel gelesen, über eine Schleswig-Hosteiner Stadt, in der der ADFC mit Dienstaufsichtsbeschwerden gegen die Verwaltung vorgegangen ist, das sollte man in Lübeck auch endlich einführen. Stichwort Lärmschutzwand auf dem neuen Radweg der Wallbrechtbrücke, Weigerung des Ordnungsdienstes gegen Falschparker auf Rad- und Fußwegen vorzugehen, Weigerung der Straßenverkehrsbehörde sichere Verkehrsführungen in Baustellen für Radfahrer herzustellen, überhaupt die Weigerung Radwege nach den gültigen Regelwerken zu bauen. Die Regelwerke werden immer nur angewendet, wenn sie helfen eine Verbesserung der Radinfrastruktur zu verhindern, siehe z.B. Roeckstraße. Gerade die Rad- und Fußwege am St. Jürgen-Ring sind eine unzumutbare Katastrophe und müssen dringend verbreitert werden. Wie kann da eine Stadt die den Klimanotstand ausgerufen hat, so eine Chance blockieren? Wo sind hier die ganzen Politiker die angeblich den Radverkehr fördern wollen. Alles nur hohle Phrasen! Vielen Dank an Hr.Koß, dass er dieses unglaubliche Verhalten öffentlich gemacht hat!

Lübecker

schrieb am 07.06.2021 um 07.02 Uhr:
Es wäre doch sicher sinnvoller, nicht 2 Spuren für den KFZ-Verkehr wegfallen zu lassen, sondern lediglich eine. Es staut sich häufig genug auf beiden Spuren in Richtung Berliner Platz. Sinnvoll wäre m.E.n. zwei Spuren von der Kronsforder Allee zum Berliner Platz und in Gegenrichtung eine Spur.
Der Ausbau der Fuß- und Radwege ist besonders in diesem Bereich dringend notwendig. Blind Straßen zurückzubauen halte ich jedoch für die falsche Herangehensweise. Die Drei-Spur-Lösung bietet dem motorisieren Verkehr genug Platz und der Wegfall einer Spur sorgt für eine Entpannung der Platzverhältnisse beim Fuß- und Radverkehr.

S.W.

schrieb am 07.06.2021 um 07.42 Uhr:
Wetter Herr Kiss,
Welch eine Milchmädchentechnung, von wegen es werden für Autos keine doppelten Fahrspuren gebraucht, weil sie eh mit der gleichen Geschwindigkeit fahren. Ein wenig mehr Denkvermögen über den Tellerrand machte Sinn.
Das Verkehrsaufkommen spielt hier die wesentliche Rolle und wir leben nun Mal in einer Gesellschaft, die diese motorisierte Mobilität zu einer Lebensgrundlage hat. Dass die Infrastruktur unserer Innenstädte damit überfordert ist, bleibt unbestritten. Jetzt aber einseitig diese Infrastruktur einseitig auch noch zurückzubauen halte ich für ziemlich sinnbefreit. Jede auch mehrzügige Straße spaltet sich mindestens an Kreuzungen und Kreiseln in mehrere Abbiegespuren auf im einen annähernd sicheren Verkehrsfluss überhaupt zu ermöglichen.
Auch Autofahrer und Lieferverkehr sowie Busse... fahren diszipliniert hintereinander. Genau diese Disziplin muss zwingend auch für den Radverkehr gelten. Radwege zu sanieren und wo möglich zu verbreiten OHNE den Gesamtverkehr zu gefährden.
Nicht überall ist überholen möglich. Daran müssen sich auch Radfahrer gewöhnen.
Eine hohe Gefahrenquelle ist das einfahren von Radfahrern in Kreisel, ohne die Vorfahrt zu beachten. Wenn sie sich dabei auch noch überholen dürfen, steigt das Gefahrenpotential.
Das Wort "Klimanotstand" mit der Breite der Radwege zu assoziieren macht wenig Sinn.
Dazu müsste man Gesellschaft grundlegend verändern... und das fängt neunmal nicht beim Radfahren an.

K.-H. Kutschner

schrieb am 07.06.2021 um 09.18 Uhr:
Warum denn nur dort?
Man sollte gleich den gesamten, 4spurigen Streckenverlauf, vom Berliner Platz über den St.Jürgen Ring, Wallbrechtstraße,Roonstraße, Marlistraße, Heiligen Geist Kamp,Travemünder Allee u. Landstraße bis Travemünde auf 1 Spur für den KfZ-Verkehr je Richtung reduzieren und damit Platz für Fahrradfahrer, Skater u. E-Scooter schaffen....

Stefan Höfel

schrieb am 07.06.2021 um 10.37 Uhr:
Moin zusammen,

diese 3-Spuren-Lösung, wo die mittlere Spur im Laufe des Tages die Richtung wechselte, hat was. So etwas gab es schon mal auf der alten Autobahn nach Travemünde, noch bis in die 70er! Morgens führten zwei Spuren nach Travemünde und eine nach Lübeck. Abends dann nur noch eine nach Travemünde, aber zwei nach Lübeck.
Da der Berliner Platz und der St. Jürgen-Ring wichtige Zufahrtswege für Rettungsfahrzeuge zu den Kliniken sind und auch die Feuerwache 2 noch dort in der Nähe ist, ist eine 3-Spuren-Lösung zumindest zwischen Kronsforder Allee und Berliner Platz sicher gut denkbar. Viel Erfolg dabei!
Mit freundlichen Grüßen und kommt gut durch die Zeit Stefan Höfel

Andreas Anders

schrieb am 07.06.2021 um 11.58 Uhr:
Ich bin selbst Radfahrer und schüttelt den Kopf.
Im Kreisverkehr auf einem Radweg zu überholen lasse ich, da dieses für alle Beteiligten gefährlich ist (Ich selbst fahre zügig).
Ein Umbau währe nur dann sinnvoll, wenn die im Anschluss befindlichen Radfahrwege genauso breit sind. Da aber in Lübeck fast alle alten Radfahrwege schmal sind und eine schlechte Oberfläche haben, sollten zuerst diese verbreitert oder zumindest saniert werden.
Komme ich nun zum Kreis zurück. Wenn sich nun ein schnelleres Rad im Kreis befindet/ fährt kann ein KFZ Fahrer diesen noch schlechter einsehen, einschätzen und somit ist die Unfallgefahr groß und es wird die Unfallquote höher ausfallen.
Da die meisten Radfahrer beim Abbiegen kein Handzeichen geben (Überforderung, Faulheit, Unwissenheit) wird dieses bei noch schnelleren Fahrens nicht gegeben..
Nun zum Überholen auf dem Fußweg.
Wer sich ein Lastenfahrrad kauft, sollte sich vorher Gedanken machen, wo er damit fahren möchte.
Zu den Radfahrern,... die über 20 Km/h fahren. Jedes Fahrrad hat eine Klingel. Beim klingeln fährt der langsame etwas nach rechts (auf den Radfahrweg) und der schnellere kann mühelos links an den anderen Radfahrer vorbei/ überholen. Da aber die meisten Radfahrer nicht wissen, wozu die Klingel ist, und auch nicht wissen wozu eine Bremse ist, überholen alle verkehrswidrig bei gleichbleibender hoher Geschwindigkeit auf dem Fußweg.
Eventuell sollte ich mir ein Panzer kaufen und dann verlangen, dass alle Straßen nur für mich verbreitert werden :-)
Was ich damit ausdrücken möchte. Wir haben nicht die die Infrastruktur die ein luxuriöses Radfahren erlaubt.
Rücksichtnahme gegenüber allen Beteiligten ist angebracht und nicht unsinnige Kosten für ein Projekt auszugeben, wenn dann im Anschluss wieder abgebremst ...werden muss da es fortlaufend nicht weitergeht.

Dagmar Ott

schrieb am 07.06.2021 um 12.19 Uhr:
Gerald Wilms:

Sie geben vor, den Artikel aufmerksam gelesen zu haben, dass der Artikel aber aus der Feder der GAL direkt stammt, haben Sie offenbar überlesen (Autor: GAL).
Ist doch klar, dass die sich als die Helden feiern und alle anderen blöd bei wegkommen.
Mal ehrlich: Da muss man nicht drauf reinfallen.

HaJo

schrieb am 07.06.2021 um 17.39 Uhr:
Da man sich in Lübeck eh schwertut, die bauliche Situation für Fahrradfahrende zu verbessern, sollte man diese Gelegenheit beim Schopfe fassen und das Praktische mit dem Nützlichen verbinden. Wenn die Planungen bereits vorliegen, sollte man diese auch umsetzen.

Ich lese in dem Artikel keine Forderung nach Überholmöglichkeiten für Fahrradfahrende im Kreisverkehr, zumal es eh nur um den Sankt-Jürgen-Ring geht.

Den Straßenverkehr sicherer zu machen, indem man durch schlechte und schmale Fahrradwege dort das Tempo reduziert, halte ich für eine Schnapsidee.

@Stefan Höfel: Die angedachten zwei überbreite Spuren sind für die Fahrzeuge von Rettungsdienst und Feuerwehr sinnvoller als eine 3-Spuren-Lösung. Wenn sich der Verkehr staut, besteht unabhängig von der Fahrtrichtung die Möglichkeit, eine Mittelgasse zu bilden.

Klaus Bruns

schrieb am 07.06.2021 um 18.35 Uhr:
Ach, die Lastenfahrräder, Kinderwagenfahrräder, Rennräder, Hollandfahrräder, Mountainbikes haben unterschiedliche Geschwindigkeiten und müssen zwangsläufig überholen und brauchen dafür eigene Fahrspuren.

Am Besten 4-spurig und mit Heizung bei Glätte für diejenigen, die auch bei Minus 10 Grad unbedingt mit dem Rad durch die Gegend gurken müssen.

Die Kraftfahrer die jeden Tag 10 Stunden die Lebensmittel von Apfel, Birne, Kaffee, Brot, Käse , Schinken, Fisch , Fleisch , bis Zitrone in den Supermarkt karren oder alles Lebensnotwendige transportieren müssen, sollen ruhig 12 Stunden benötigen, weil sie einspurig stehen und stehen bis zum Sanktnimmerleinstag. Der Klempner, DHL Bote, Pizzafahrer, die Dienstleister oder alle anderen, die motorisiert sein müssen, weil sie Werkzeuge, oder Ware transportieren oder von außerhalb kommen (!) müssen eben im Stau warten. Die haben ja auch selbst Schuld, oder wie?

Meine Güte, was für ein Unsinn!
Dann aber meckern, wenn der Lieblingskäse nicht im Regal liegt, die Pizza kalt ist, die Möbelliferanten nicht eintreffen ,der Arzt keine Hausbesuche mehr macht , oder der Klempner, oder Elektriker 2 Stunden länger braucht.

Nochmal zum Nachdenken: Radfahrer sind in unserem "Industrieland" nicht systemrelevant. Sie sind nicht motorisierte Verkehrsteilnehmer, die Straßen und Verkehrswege nicht finanzieren müssen, wie andere mit diversen Steuern und mittlerweile hoher finanzieller Belastung. Nicht mehr und nicht weniger. Daher lehne ich eine im Verkehr klar ab.

PS
Ich habe nichts dagegen das die, die gebetsmühlenartig auf den motorisierten Verkehr schimpfen, ihren täglichen Bedarf an Kaffee aus Kolumbien, Fetakäse aus Griechenland oder Likör und Wein aus Italien selbst mit dem Rad abholen.
Wenn das nicht möglich ist, weil es wochenlang dauert, lasst gefälligst andere ihren Job machen ,ohne stundenang an künstlich erzeugten Staus zu stehen! Auch ältere Menschen und Pendler , die immense Belastungen auf sich nehmen, um zu arbeiten und Steuern zahlen, sind auf das Auto angewiesen.

Frank Steinke

schrieb am 07.06.2021 um 21.09 Uhr:
Wir alle müssen uns Einschränken um das Klima zu retten, es reicht nun mal nicht nur ein paar Kraftwerke abzuschalten, der hohe Spritpreis ist ein guter Anfang, wir müssen sofort umdenken, man sieht doch jetzt schon täglich die Auswirkungen, wir haben schon soviel Geschafft, das schaffen wir erst Recht, für unsere Kinder die auch eine Zukunft verdienen, auf der ganzen Welt!