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Grüne: Bruno Hönel
Grüne: Bruno Hönel

GAL: St Jürgen Ring am Berliner Platz neu gestalten

Lübeck - St. Jürgen: Archiv - 06.06.2021, 14.55 Uhr: Im Werkausschuss erfuhr GAL Mitglied Dr. Volker Koß von den Plänen der Lübecker Entsorgungsbetriebe (EBL), noch in diesem Jahr im Sankt-Jürgen-Ring zwischen Kronsforder Allee und Berliner Platz Regenwasserhausanschlüsse herzustellen. Weil der Regenwasserkanal in der Straßenmitte liegt, müssen Fahrbahn, Rad- und Gehwege offengelegt werden.

„Das ist die Gelegenheit, den seit langem nicht mehr zeitgemäßen Rad- und Fußweg zu modernisieren“, schlussfolgert Volker Koß, der seine Fraktion seit Jahren auch beim Runden Tisch Radverkehr vertritt. "Auf telefonische Nachfrage scheint es in der Bauverwaltung jedoch keine derartigen Pläne zu geben. Und die Fahrradbeauftragte wusste wiederum nichts von den geplanten baulichen Maßnahmen der Entsorgungsbetriebe."

„Seit Februar 2016 gibt es sogar fertige Pläne für eine zeitgemäße Umgestaltung des Streckenabschnitts“, hat Volker Koß recherchiert. Der Bericht des SHP Ingenieur Büros, Hannover zur „Optimierung der Verkehrsverhältnisse am Berliner Platz“, der im Rahmen einer Sonderuntersuchung zu "Lübeck – staufrei bis 2015" entstanden ist, liefer bereits genaue Daten, Vorschläge und Zeichnungen für eine strukturelle Verbesserung der Verkehrssituation. Die vierspurige Straße soll demnach auf zwei überbreite Spuren verengt und dafür die Rad- und Fußwege am St.-Jürgen-Ring verbreitert werden.

„Die möglichen baulichen Synergien zwischen den EBL und dem Fachbereich Planen und Bauen sollten aus unserer Sicht unbedingt genutzt werden“, so Volker Koß. „Schließlich spart es nicht nur Geld, sondern auch Nerven, wenn Straße und Wege nur einmal aufgerissen und erneuert werden müssen.“

Deshalb stellt seine Kollegin Antje Jansen im Bauausschuss am 7. Juni die Frage, warum nicht gleichzeitig die Radwege des St.-Jürgen-Rings in diesem Bereich zumindest instandgesetzt oder verbreitert werden.

Im Antrag der GAL-Politikerin heißt es zur Begründung:

(")Der St.-Jürgen-Ring wurde in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts geplant und in seiner heutigen Form gebaut. Die meisten Fahrräder hatten keine Gangschaltung. Die gängige Torpedo-3-Gang-Nabenschaltung war teuer und entsprechend selten. Die Torpedo-Pentasport wurde erst 20 Jahre später auf den Markt gebracht. Kettenschaltungen waren, außer bei Rennrädern, unüblich. Das Tempo der meisten Radfahrer unterschied sich nicht wesentlich. Die Stadtplaner verfolgten nicht nur in Lübeck das Ideal der autogerechten Stadt.

Radfahrer konnten sich - nach landläufiger Meinung - kein Auto leisten oder hatten nicht einmal einen Führerschein. Entsprechend spartanisch wurden Radwege geplant und gebaut.

Mittlerweile wurde allgemein erkannt, dass sich in den vergangenen Jahren die Bandbreite an Fahrrädern und unterschiedlichem Nutzungsverhalten stark verändert hat. Die verschiedenen technischen Ausrüstungen der Räder, Lastenräder und Kinderfahrradanhänger führen zu stark unterschiedlichen Geschwindigkeiten und vielen Überholmanövern. Das gelingt im St.-Jürgen-Ring nur durch unerlaubtes Überholen auf dem Gehweg. Die asphaltierten Radwege sind lediglich 1,10 m breit.

Eine vierspurige Straße wird dagegen nicht wirklich gebraucht. Die PKW sind heute zwar breiter als vor 60 Jahren, doch sie fahren im Stadtgebiet mit annähernd gleicher Geschwindigkeit. Überholen ist überflüssig. Deshalb ist eine überbreite Spur für Kfz sinnvoll und der gewonnene Raum kann für moderne Rad- und Fußwege genutzt werden.(")

„Wenn die Straße demnächst aufgerissen wird, um Leitungen zu verlegen, sollten auch die alten Pläne zur Verbesserung der Situation für umweltfreundliche Mobilität auf den Tisch kommen“, fordert Antje Jansen, GAL-Mitglied im Bauausschuss. „Lübeck hat den Klimanotstand ausgerufen und will den Anteil der Radfahrer am innerstädtischen Verkehr erhöhen. Solche Chancen wie am St.-Jürgen-Ring müssen wir ergreifen.“

Die GAL fordert, die anstehenden Bauarbeiten für den Ausbau der Radwege zu nutzen.

Die GAL fordert, die anstehenden Bauarbeiten für den Ausbau der Radwege zu nutzen.


Text-Nummer: 145365   Autor: GAL   vom 06.06.2021 um 14.55 Uhr

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