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Deutsch-dänische Fortbildung in der Krebs-Pflege

Lübeck: Archiv - 17.06.2021, 10.18 Uhr: Das Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie der Universität zu Lübeck arbeitet gemeinsam mit der Fachhochschule Absalon im dänischen Roskilde sowie weiteren Partnerinstitutionen an einem grenzübergreifenden Projekt zur Fortbildung von Pflegefachpersonen. Inhaltlich geht es bei "Changing Cancer Care" um die patientenzentrierte Pflege von Menschen mit Krebserkrankungen.

Aus Unterschieden lernen, die unterschiedlichen Systeme und Strukturen der Arbeitsorganisation zu betrachten und dadurch neue Blickwinkel gewinnen - dies sind wichtige Nebeneffekte der grenzübergreifenden Zusammenarbeit im Rahmen des Interreg-Projektes Changing Cancer Care. Die wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen Dänemark und Deutschland hat zum Ziel, die Pflege von Menschen mit Krebserkrankungen zu verbessern.

Zentral sind hier die Kompetenzen von Pflegefachpersonen, weshalb die Entwicklung eines Fortbildungsangebotes für patientenzentrierte onkologische Pflege Teil des Projektes ist. Entsprechende Kurse werden in beiden Ländern durchgeführt, basierend auf einem gemeinsam forschungsgestützt entwickelten Curriculum. Während eine erste Veranstaltung in Dänemark schon stattgefunden hat, ist der erste Kurs in Deutschland für den Herbst dieses Jahres geplant. Durchführen wird ihn das Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie der Universität zu Lübeck.

"In der Pandemie kommt der Rolle des Pflegeberufs sowie dessen öffentlicher Wahrnehmung und Wertschätzung in der Gesellschaft eine große Bedeutung zu. Wir reden ja heute in Deutschland von einem "Pflexit", also davon, dass immer weniger Menschen einen Pflegeberuf ergreifen oder diesen verlassen wollen, da sie sich in diesem Beruf zu wenig wertgeschätzt fühlen. Vielleicht verhält sich das in Dänemark durch eine höhere Wertschätzung der Berufe von Pflegefachpersonen anders?", fragt Prof. Dr. Katrin Balzer, Leiterin der Sektion für Forschung und Lehre in der Pflege am Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie der Universität zu Lübeck.

Die Versorgung von Pflegebedürftigen ist eine fordernde und kräftezehrende Arbeit, die das Personal oftmals an die Grenze der Belastungsfähigkeit bringt. Christina Louise Lindhardt, Assistenzprofessorin an der Fachhochschule Absalon, stellt vor allem in den Ausbildungsmöglichkeiten große Unterschiede zwischen den Ländern fest: "Je mehr Kompetenzen in den pflegerischen Ausbildungen erlernt werden, desto mehr medizinisch-fachliche Aufgaben und Führungsaufgaben können übernommen werden. Dadurch ergibt sich auch eine andere Wahrnehmung zwischen Ärzten und Ärztinnen und Pflegefachpersonen."

Während Pflegefachkräfte in Dänemark im Rahmen eines Bachelor-Studiengangs an einer Fachhochschule ausgebildet werden, absolvieren viele Pflegekräfte in Deutschland eine Ausbildung an einer Berufsfachschule. Erst seit 2020 lassen die berufsgesetzlichen Vorgaben auch eine akademische Ausbildung im Pflegeberuf in Deutschland zu. An der Universität zu Lübeck ist ein solches Studium möglich. In der Praxis, in der direkten Patientenversorgung, verfügen in Deutschland bisher weniger als 5 Prozent der Pflegefachpersonen über einen akademischen Abschluss.

Das Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie der Universität zu Lübeck arbeitet gemeinsam mit der Fachhochschule Absalon zusammen.

Das Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie der Universität zu Lübeck arbeitet gemeinsam mit der Fachhochschule Absalon zusammen.


Text-Nummer: 145591   Autor: Uni Lübeck/Red.   vom 17.06.2021 um 10.18 Uhr

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