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Großer Schlag gegen illegale Beschäftigung

Lübeck: Archiv - 16.06.2021, 14.50 Uhr: Rund 50 Durchsuchungsbeschlüsse vollstreckten Zöllner der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) des Hauptzollamtes Kiel in den frühen Morgenstunden am Mittwoch, 16. Juni 2021, im Auftrag der Staatsanwaltschaft Lübeck. Vom Amtsgericht Lübeck wurden Vermögensarreste in Höhe von insgesamt knapp 2,3 Millionen Euro angeordnet. Der heutigen Aktion ging eine langjährige Ermittlungsarbeit gegen 13 Verantwortliche verschiedener schleswig-holsteinischer Dienstleistungsfirmen voraus.

Knapp 800 Einsatzkräfte dieser Besonderen Aufbauorganisation (BAO) "Hydra" durchsuchten am Mittwoch über den Tag verteilt private Wohnungen der Beschuldigten und Geschäftsräume der Firmen in sechs Bundesländern. Die FKS des Zolls wurde dabei von Einsatzkräften des Bundeskriminalamts, der Steuerfahndung, der Bundespolizei und der Landespolizei unterstützt. Die Einsatzschwerpunkte lagen in Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg.

Den elf männlichen und zwei weiblichen Beschuldigten im Alter von 31 bis 46 Jahren wird vorgeworfen, seit dem Jahr 2015 gewerbsmäßig eine Vielzahl osteuropäischer Ausländer illegal nach Deutschland eingeschleust und sie ohne die erforderlichen Aufenthaltstitel unangemeldet als Lagerarbeiter beschäftigt zu haben.

Weiterhin stehen sie im Verdacht, einen Teil der eingeschleusten Ausländer mit gefälschten Dokumenten ausgestattet und als vermeintliche EU-Bürger in ihren Zeitarbeitsfirmen beschäftigt zu haben. Die Beschäftigungen sollen sie mutmaßlich gar nicht oder nicht in vollem Umfang angemeldet und hierdurch Sozialversicherungsbeiträge und Lohnsteuer in Millionenhöhe vorenthalten haben.

"Für die Vermittlung der Arbeitsstelle und die benötigte Arbeitskleidung oder die spartanische Sammelunterkunft und den täglichen Transport zu den jeweiligen Einsatzorten und zurück werden den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern oft monatlich zwischen 300,00 EUR bis 500,00 EUR vom Lohn abgezogen", so der Leiter des Hauptzollamtes Kiel, Robert Dütsch.

"Da reduziert sich der tatsächlich gezahlte Nettostundenlohn schnell auf maximal 5,00 EUR/Stunde", so Dütsch weiter.

Insgesamt wurden 116 Personen festgestellt, die in Verdacht stehen, sich illegal im Bundesgebiet aufzuhalten. Erste Vernehmungen von Beschuldigten und Zeugen wurden durchgeführt. Es wurde umfangreiches Beweismaterial, darunter Computer und Mobiltelefone sichergestellt, die nun durch Spezialkräfte des Zolls für Digitale Forensik ausgewertet werden müssen. Darüber hinaus wurden erhebliche Vermögenswerte zum Schadenausgleich gesichert. Beispielsweise wurden fünf Fahrzeuge der Marken Mercedes Benz, BMW und Opel und ein Grundstück gepfändet.

Den Durchsuchungen schließt sich nun die intensive Auswertung der beschlagnahmten Unterlagen durch die Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Zolls an.

Die Staatsanwaltschaft Lübeck hat die Durchsuchung von 50 Objekten durch Zoll, Bundes- und Landespolizei angeordnet. Foto: Zoll/Archiv

Die Staatsanwaltschaft Lübeck hat die Durchsuchung von 50 Objekten durch Zoll, Bundes- und Landespolizei angeordnet. Foto: Zoll/Archiv


Text-Nummer: 145596   Autor: Zoll   vom 16.06.2021 um 14.50 Uhr

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