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Geschichtswerkstatt thematisiert Gastarbeiter

Lübeck: Archiv - 25.06.2021, 09.41 Uhr: Ab Freitag, 25. Juni, lädt das Industriemuseum Geschichtswerkstatt Herrenwyk im Rahmen einer neuen Sonderausstellung mit dem Titel „GastArbeiter!?“ seine Besucher dazu ein, sich mit der Geschichte der Gastarbeiter sowie der Arbeitsmigration nach Lübeck auseinanderzusetzen. Anlass ist das Anwerbeabkommen mit der Türkei, das sich in diesem Jahr zum 60. Mal jährt. Die Ausstellung wird bis 14. November zu sehen sein.

„GastArbeiter!?“ ist eine Kooperation des Industriemuseums mit der Völkerkundesammlung Lübeck. Dies zeige laut Prof. Dr. Hans Wißkirchen, dem Leitenden Direktor der Lübecker Museen, auch die Stärke des Museumverbundes: „Durch den Zusammenschluss von Häusern mit unterschiedlichsten Thematiken sind wir in der Lage, aus einem breiten Sammlungsfundus zu schöpfen und übergreifende Sonderausstellungen auf die Beine zu stellen, die Fragestellungen aus wechselnden Blickwinkeln beleuchten. Zudem zeigen wir mit dieser Ausstellung, dass sich unser Fokus nicht nur auf die Innenstadt richtet, sondern auch Lübecks Stadtteile mit in den Blick nimmt.“

„GastArbeiter!?“ versteht sich nicht als allgemeine Ausstellung über Migration nach Lübeck an sich, was aufgrund der Komplexität des Themenfelds nicht zu leisten wäre. Vielmehr sollen Menschen im Vordergrund stehen, die mit einem konkreten Arbeitsangebot in die Hansestadt gekommen sind - also nicht die Menschen, die in der unbestimmten Hoffnung auf ein besseres Leben für sich und die eigenen Kinder nach Lübeck kamen und teilweise abwertend als „Wirtschaftsflüchtlinge“ bezeichnet wurden.

„Da auch das Thema der Gastarbeiter so groß wie weitläufig ist und sehr viele Facetten aufweist, kann diese Ausstellung auch nur einen groben Einblick leisten und zur weiteren Auseinandersetzung mit der Thematik motivieren.“, erklärt die Kuratorin der Ausstellung und Leiterin des Industriemuseums, Dr. Bettina Braunmüller. Es gehe um die lange Geschichte von fremden Beschäftigten in Lübeck als eine Integrationsgeschichte von Leben zwischen zwei Ländern / Kulturen rund um die Schlagworte Globalisierung, Transnationalismus, Flucht und Migration.

Zahlreiche Text- und Bildtafeln dokumentieren den historischen Verlauf der Arbeitsmigration von den ersten Posen und Westpreußen, die das Hochofenwerk Lübeck um 1900 aufbauten, über die Gastarbeiter ab den 1960er Jahren bis hin zu dem Fachkräfteeinwanderungsgesetz, das die heutige Arbeitsmigration regelt. Neben den Abkommen mit Ländern wie Italien, Portugal, Griechenland, Spanien oder der Türkei werden die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Gastarbeiter beleuchtet. Auch die Diskriminierung dieser Menschen, der Austausch von Gütern zwischen Deutschland und den Heimatländern sowie die Definition von Heimat der Gastarbeiterkinder soll thematisiert werden. Ein Blick in die Gegenwart zeigt das Leben heutiger Saisonarbeiter und Arbeitsmigranten wie Lastwagenfahrer oder Erdbeerpflücker.

Das Herzstück der Ausstellung bilden umfangreiche Zeitzeugen-Portraits von Gastarbeitern aus Lübeck, die hier geblieben sind und den Besuchern ihre Geschichte in einem Interview-Format erzählen. Private Erinnerungsstücke dieser Menschen vervollständigen das Bild ebenso wie Tonaufnahmen türkischer Künstler, die sich damals und heute mit dem Thema der Einwanderung musikalisch auseinandergesetzt haben.

Die Ausstellung wird mit einer digitalen Vernissage eröffnet. Dieser Film kann unter www.geschichtswerkstatt-herrenwyk.de abgerufen werden.

Die Geschichtswerkstatt in der Kokerstraße in Lübeck-Kücknitz ist freitags von 14 bis 17 Uhr und am Wochenende von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

Das Essen im Werksheim. Foto: Werkszeitschrift Unser Schaffen, 1970

Das Essen im Werksheim. Foto: Werkszeitschrift Unser Schaffen, 1970


Text-Nummer: 145760   Autor: Museen/red.   vom 25.06.2021 um 09.41 Uhr

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