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Grüne: Bruno Hönel
Grüne: Bruno Hönel

Der Mensch ist Teil der Natur

Lübeck: Archiv - 24.07.2021, 09.06 Uhr: Ihre Gedanken zum Wochenende widmet Pastorin i.R. Ellen Naß zwei aktuellen Katastrophen: der Pandemie und dem Hochwasser. Sie verweist auch auf den biblischen Auftrag an die Menschen "behüten und bewahren".

In der letzten Woche ist viel geschehen. Der Westen Deutschlands und Teile von Belgien sind von einer Flut heimgesucht worden, wie es schlimmer kaum sein konnte. Ganze Orte sind zerstört worden, viele Menschen heimatlos geworden und stehen vor dem Nichts, viele sind gestorben. Als ich im Radio davon hörte, dass Trinkwasser und Brauchwasser ausgefahren werden muss, da wurde mir erst deutlich, wie einschneidend diese Flut war – dass eben Wasser- und Stromversorgung, Straßen und Schienen, Telefon- und Handyverbindungen, für viele Menschen im Moment einfach nicht da sind.

Gleichzeitig steigen die Infektionszahlen bei Corona wieder an. Es werden natürlich immer noch Lockerungen bekannt gegeben, weil es angeblich alles besser wird, aber die Inzidenzzahlen steigen an. Die ersten erzählen davon, dass ihre Urlaubsträume für dieses Jahr enden, weil die Länder, in die es gehen sollte, wieder eine Quarantänepflicht eingeführt haben. Die Katastrophen scheinen sich zu häufen. Es sind nicht sieben Plagen, wie es im Alten Testament aus Ägypten berichtet wird, aber zwei sind auch schon genug, und für uns, die wir so etwas nicht gewohnt sind, wirklich erschreckend.

Wahrscheinlich fällt es uns deshalb so schwer, uns mit den Tatsachen abzufinden. In unserem geordneten, durchorganisierten, verwalteten Deutschland, so war auch mein Gefühl, konnte und würde es so etwas nicht geben. Wir haben (fast) keine giftigen Tiere, keine Erdbeben, keine Tornados wie in den USA, keine Dürre, eben keine Katastrophen. Nord- und Ostsee sind zwar Meere, haben auch manchmal Stürme, aber wirklich gefährlich können sie uns nicht mehr werden.

Und nun haben wir plötzlich zwei Katastrophen auf einmal. Wir erfahren, wie verletzlich, wie machtlos wir sein können, gegenüber den Kräften der Natur. Selbst wenn Teile beider Katastrophen vielleicht menschengemacht sind, wir sind hilflos.

Deshalb ist es gut, sich daran zu erinnern, dass wir Teil dieser Natur sind. Manchmal sagt das ein Wissenschaftler, dass wir ja auch Säugetiere sind, Teil der Natur, nicht über ihr stehend oder gegen sie ankämpfend.

Die Menschen der Bibel wussten das schon immer. Ganz am Anfang der Bibel wird berichtet, wie Gott die Welt erschaffen hat. Er erschafft die Erde, die Pflanzen, die Tiere – und Er erschafft die Menschen. Wir sind Teil der Schöpfung Gottes, durften den Tieren zwar Namen geben, haben den Auftrag, für sie zu sorgen, aber wir sind immer noch ein Teil der Natur – wie wir in den letzten Monaten und Tagen schmerzlich erfahren mussten.

Aber als Teil dieser Schöpfung haben wir den Auftrag, für sie zu sorgen – und für uns gegenseitig. „Behüten und bewahren“, das ist der Auftrag, nicht ausbeuten, zerstören und ausnutzen. Wir haben den Auftrag, uns zu kümmern, möglichst dafür zu sorgen, dass es der Natur, den Tieren und Pflanzen, gut geht. Da gibt es viel zu verbessern, auch in den Überschwemmungsgebieten, was von uns Menschen vorher zerstört worden ist. Wir sollten damit beginnen.

Außerdem haben wir den Auftrag, den betroffenen Menschen zu helfen, wo wir nur können. Es sind ja auch einige aus der Gegend hinuntergefahren, um beim Aufräumen und Wiederaufbau zu unterstützen, um zu trösten. Wir können spenden, damit dort Leute nicht vor dem endgültigen Ruin stehen. Wie bei der Coronapandemie ist Gemeinsinn gefragt, dass man auch auf die Bedürfnisse der Mitmenschen blickt und Rücksicht nimmt und nicht nur auf die eigenen Befindlichkeiten.

Außerdem können wir beten. Wir können unsere Nöte und Ängste und die Nöte der Mitmenschen Gott sagen, Ihn um Hilfe bitten. Dadurch fällt uns vielleicht ein, wo wir konkret helfen können, wissen die anderen, dass sie nicht allein sind.

Und wir können Gott sagen, welche Angst wir haben – zwei Katastrophen zur gleichen Zeit. Er wird trösten und helfen. Auch in Katastrophen – auch in zwei Katastrophen – sind wir nicht allein, Gott ist bei uns.

Pastorin i.R. Ellen Naß wirft einen christlichen Blick auf die aktuelle Lage in Deutschland.

Pastorin i.R. Ellen Naß wirft einen christlichen Blick auf die aktuelle Lage in Deutschland.


Text-Nummer: 146272   Autor: red.   vom 24.07.2021 um 09.06 Uhr

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