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Grüne: Bruno Hönel
Grüne: Bruno Hönel

Finger weg vom Kohlenhof: Reges Interesse der Anwohner

Lübeck - Travemünde: Archiv - 31.07.2021, 19.47 Uhr: Es herrschte am Samstag Küstenwetter wie es sein soll. Auch der Wetterbericht war mit Prognosen zu unwetterartigen Überraschungen nicht geizig. Dennoch zog es viele interessierte Einheimische, Gäste und auch Anwohner zur Infoveranstaltung am Kohlenhofkai.

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Viele hatten noch die Menschenkette von 2019 in Erinnerung. Da ging es um die Kohlenhofspitze. Das ist aber Geschichte. Es galt damals gegen den Bau eines Hotels und weiteren Travevillen zu demonstrieren. Die Menschenkette mit 1000 Teilnehmern rund um die Kohlenhofspitze war sehr eindeutig in ihrer Ablehnung und es kam nicht zur Bebauung.

Die Bürgerinitiative für Nachhaltigkeit, die Naturfreunde Lübeck und die Gemeinschaft der Priwallbewohner luden am Samstag zu einem Stück Priwallpromenade ein, das ein gutes Stück von der Kohlenhofspitze Richtung Tankstelle liegt. Es ist noch unbebaut. Eine kleine Wiese und etwas zurückgesetzt kann man Brombeeren naschen, so man will. "Aber dieses kleine Stück hat es in sich", so die Initiativen. "Es soll eine Multifunktionsfläche werden, und niemand weiß was das endlich bedeutet."

Doch die Ahnung, verbunden mit Motiven der Stadt Lübeck an dieser Stelle eine Multifunktionsfläche zur Aufwertung touristischer Angebote aufzubauen, liegen auf für die Organisatoren des Info-Standes der Hand: "Die Menschen auf dem Priwall und in Travemünde sind besorgt, dass dort alles präsentiert wird, womit man bei Gästen Geld verdienen kann. Und das ist in der Regel mit lärm- und abfallintensiven Diensten und Angeboten verbunden. Nachbarn bis hin zum Rosenhof befürchten ein Stück Partymeile." Und was das bedeutet, so das ziemlich einmütige Besorgnis der fast 100 Besucher, ist was sie derzeit täglich durch die Masse der Touristen erleben.

Die Initiative schlägt vor, die Grenzen des geplanten Landschaftsschutzgebietes zu erweitern und dieses kleine Stück dort mit einzubeziehen. Die Eingliederung dieser Teilfläche soll Vorrang gegenüber touristischer Nutzung bekommen. Auch der Tourismus muss einen Beitrag zum Natur-und Klimaschutz leisten, so die Veranstalter. Es wurde vorgeschlagen, diesen kleinen Bereich zum Beispiel durch parkähnliche Gestaltung mit gemütlichen Bänken, jungen Bäumen, blühenden Wiesen und Stauden naturnah weiterzuentwickeln.

"Der Priwall soll für alle Gäste und insbesondere die Einheimischen als Ort der Erholung mit hohem Erholungswert erhalten bleiben", so die Forderung.

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Solche und ähnliche Nutzungen fanden besonders die Einheimischen durchaus denkbar. Bürgerschaftsmitglied Wolfgang Nešković ließ sich von Ulrike Westphal den Wunsch der Initiative erklären. Aus seiner Sicht gibt es keinen sachlichen Grund, das Landschaftsschutzgebiet auf der bisherigen Grenze zu begrenzen. Er bezeichnete diese Grenzziehung eher als willkürlich gesetzt. Die Veranstalter zeigten sich mit dem Interesse, den Fragen und den konstruktiven Gesprächen sehr zufrieden.

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Wie ernst es den Menschen war, dieses Stück Priwall nicht auch noch dem Tourismus zu opfern, zeigte sich an der Bereitschaft, bereitliegende Postkarten an den Bürgermeister als Ansprechpartner der Unteren Naturschutzbehörde mit persönlichen Texten zu senden und auch ihre Wünsche auf Blankokarten zu formulieren: „…es sollte Landschaftsschutzgebiet werden bis zur Bunkerstation“, „die Ansicht von Travemünde auf den Priwall ist schon schlimm genug, es reicht wirklich“!, „der kleine Rest Natur auf dem Priwall muss bleiben…“.

Ulrike Westphal erklärte den Interessierten die Forderungen. Fotos: Karl Erhard Vögele

Ulrike Westphal erklärte den Interessierten die Forderungen. Fotos: Karl Erhard Vögele


Text-Nummer: 146397   Autor: Initiative/red.   vom 31.07.2021 um 19.47 Uhr

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