Diese Seite verwendet Cookies für die Funktionalität und für anonymisierte Statistiken.
Stimmen Sie auch der Verwendung von Cookies durch Drittanbieter auf dieser Website für die Schaltung von personalsierter Werbung zu? Weitere Informationen
Sie können Ihre Zustimmung jederzeit auf der Seite Impressum / Datenschutz widerrufen.
Dort finden Sie auch weitere Informationen zu Cookies.
Grüne: Bruno Hönel
Grüne: Bruno Hönel

Lübecker Klima- und Umweltcheck: Grüne ziehen Bilanz

Lübeck: Archiv - 10.08.2021, 10.39 Uhr: Bereits zum vierten Mal fand in der letzten Woche der "Lübecker Klima- und Umweltcheck" statt. Veranstalter war auch dieses Mal die Bürgerschaftsfraktion Bündnis 90/Die Grünen. "Er hat erneut deutlich gemacht, wie groß die Herausforderungen für konsequenten Klimaschutz sind und wie dringend sie entschieden angepackt werden müssen" so das Fazit der Grünen selbst.

Wie bereits im Vorjahr fand die Veranstaltung als Folge der Corona-Maßnahmen mit reduzierter Teilnehmerzahl vor Ort statt; zusätzlich bestand die Möglichkeit der Online-Teilnahme. Insgesamt diskutierten rund 45 Bürger sowie diverse Vertreter von Lübecker Verbänden und Vereinen darüber, wie in Lübeck der Ausstoß von Treibhausgasen schnell reduziert werden könne. Zwei Impulsvorträge legten zu Beginn die Grundlage für die Diskussion.

Der Klimaaktivist Jakob Blasel zeigte auf, an welchem entscheidenden Punkt der Klimakrise wir aktuell stehen: "Die Klimakrise ist angekommen. Das zeigt die stetige Zunahme von Extremwetterereignissen deutlich: Aktuell die Flutkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Die Rekordtemperaturen von 50 Grad Celsius in Nordamerika. Oder die anhaltende extreme Hitze in Griechenland mit zahlreichen Großbränden in der Folge." Blasel machte deutlich, dass Freiheit und Wohlstand nur bewahrt werden könnten, wenn deutlich ambitioniertere Anstrengungen für den Klimaschutz unternommen werden bevor unumkehrbare Kipp-Punkte überschritten würden.

Birgit Hartmann und Barbara Schäfers von der Klimaleitstelle Lübeck erklärten in ihrem Vortrag die Rolle der Städte und im Speziellen die Klimaschutz-Maßnahmen Lübecks, die in den kommenden Jahren noch verstärkt werden sollen. Um Lübecks Klimaziel, eine Verringerung des Treibhausgasausstoßes um 50 Prozent bis 2030 im Vergleich zu 2019 zu erreichen, sei eine Vielzahl von Maßnahmen nötig: Bis 2030 müsse der Einsatz von Gas und Öl zum Heizen um 45 Prozent reduziert werden sowie im Verkehr der Einsatz konventioneller Kraftstoffe um 40 Prozent. Die nötigen Technologien stünden zur Verfügung, neue Gebäude müssten konsequent klimaneutral errichtet und mit Wärmepumpen ausgestattet, die Menge erneuerbarer Energie in 10 Jahren verdoppelt werden.

Im Verkehrssektor sei eine deutliche Stärkung umweltverträglicher Verkehrsmittel notwendig sowie der Ausbau der Infrastruktur für die E-Mobilität. Für die konkrete Ausgestaltung all diese Maßnahmen sei eine umfangreiche öffentliche Beteiligung geplant und politische Beschlüsse für politische Beschlüsse für Mitte 2022.

Teilnehmer diskutierten kontrovers über den Zeitplan für mehr Klimaschutz in Lübeck, da der Klimanotstand in der Hansestadt bereits im Mai 2019 ausgerufen wurde. Das größte Hindernis für mehr schnelle Maßnahmen zu konsequentem Klimaschutz sei häufig mangelnde Aufklärung über vermeintliche Nachteile nachhaltiger Technologien, wie Diskutant mehrfach bekräftigten. Positiv stellte Bruno Hönel, der zusammen mit Silke Mählenhoff durch die Veranstaltung führte, heraus, dass mittlerweile in der Gesellschaft nicht mehr über das Ob, sondern endlich das Wie gesprochen werde. Keine relevante demokratische Partei leugne mehr den menschengemachten Klimawandel, große Unterschiede bestünden jedoch in der Frage der daraus folgenden Handlungsaufträge.

Hönel: "In vielen Bereichen bieten sich große Chancen für Lübeck und die Region, um bei neuen Technologien und der nachhaltigen Transformation der Wirtschaft vorne mitzuspielen. Diese Chancen gilt es jetzt zügig anzupacken und entschieden zu nutzen." Für Lübeck werde die Klimaleitstelle in regelmäßigen Abständen eine Treibhausgasbilanz erstellen, um zu dokumentieren, ob und in welchen Bereichen Fortschritte beim Klimaschutz gemacht werden. Die Grüne Fraktion werde diesen Prozess eng begleiten und auch im kommenden Jahr wieder einen Klimacheck für alle Interessierten anbieten.

Teilnehmer diskutierten kontrovers über den Zeitplan für mehr Klimaschutz in Lübeck. Foto: Fraktion Bündnis 90/Die Grünen

Teilnehmer diskutierten kontrovers über den Zeitplan für mehr Klimaschutz in Lübeck. Foto: Fraktion Bündnis 90/Die Grünen


Text-Nummer: 146572   Autor: Grüne Fraktion/Red.   vom 10.08.2021 um 10.39 Uhr

Text teilen: auf facebook +++ auf Twitter +++ über WhatsApp

Text ausdrucken. +++  Text ohne Bilder ausdrucken.