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Grüne: Bruno Hönel
Grüne: Bruno Hönel

Hubbrücke ist weiterhin gesperrt

Lübeck - Innenstadt: Archiv - 22.08.2021, 19.15 Uhr: Nach dem schweren Unfall am Samstagmorgen (wir berichteten) bleibt die Hubbrücke weiterhin für den Verkehr gesperrt. Wann eine Prüfung und mögliche Verkehrsfreigabe erfolgen kann, hat die Wasserstraßen und Schifffahrtsverwaltung noch nicht bekannt gegeben.

Sollte der Prüfer größere Schäden finden, wird es längere Zeit zu Behinderungen kommen. Damit befindet sich die Hubbrücke in guter Gesellschaft: Auch die Hüx-, die Rehder und die Mühlenbrücke sind nur noch eingeschränkt nutzbar. Von allen Kanalbrücken zur Innenstadt ist nur die Burgtorbrücke ohne Einschränkungen nutzbar. Eine Durchfahrt durch die Stadt ist aber nicht mehr möglich.

Die Geschichte des Kanals: Wem gehören die Hubbrücken?

Im Zuge der ohnehin fälligen Sanierung hat die Stadt hat einen umfangreichen Bericht vorgelegt, wer für die Hubbrücke eigentlich zuständig ist. Die Lage ist nicht einfach: Der Elbe-Lübeck-Kanal ist einer Bundeswasserstraße nur gleichgestellt.

Am 27. Juni 1894 hatte die Stadt per Staatsvertrag den Bau und die Unterhaltung - und damit alle Kosten - des Kanals übernommen. Die Hubbrücken entstanden von 1896 bis 1900.

Am 29. Juli 1921 gingen alle großen Wasserstraßen Deutschlands inklusive Bau und Unterhaltung an das Deutsche Reich über - allerdings nicht der Elbe-Lübeck-Kanal. Er sei Teil des Lübecker Hafens, argumentierte die Stadt.

1934 wurde der Kanal dann "Reichswasserstraßen" gleich gestellt. Seitdem gilt: "Das Reich übernimmt die Hubbrücken an der Einmündung des Elbe-Trave-Kanals in die Trave, ferner die Herrenbrücke einschließlich der Dienstwohngebäude für das Personal. Die Erneuerung-und Erweiterungspflicht für die Brücken verbleibt beim Land Lübeck, soweit sie nicht durch Abgängigkeit der Brücken oder die Interessen der Wasserstraße und der Schifffahrt bedingt werden."

Von 1977 bis 1982 verhandelten Lübeck und der Bund über einen Neubau der Brücke. Es gab keine Einigung über die Kostenteilung.

Im Jahr 2009 waren die Pläne für eine Sanierung der Hubbrücken fertig. Der Bund wollte den Originalzustand weitgehend erhalten und hatte bereits 13 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Doch die Stadt Lübeck lehnte das Projekt ab. Sie forderte eine Anpassung an moderne Standards, zum Beispiel einen Gehweg ohne Treppen.

Inzwischen ist klar: Die Stadt muss die Kosten für die Eisenbahnbrücke übernehmen, die in Zukunft als Geh- und Radweg genutzt werden soll. Der Grund: Das Innenstadtgleis wurde offiziell aufgehoben, damit entfällt die Pflicht des Bundes zur Instandhaltung.

Wer sich für die Details der Geschichte der Hubbrücken interessiert: Der Vermerk der Stadtverwaltung ist als Anhang unter www.luebeck.de veröffentlicht.

Auch am Sonntag war unklar, wann die Brücke wieder genutzt werden kann.

Auch am Sonntag war unklar, wann die Brücke wieder genutzt werden kann.


Text-Nummer: 146832   Autor: VG   vom 22.08.2021 um 19.15 Uhr

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