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Grüne: Bruno Hönel
Grüne: Bruno Hönel

Lübecks Jugendbauhütte feiert zehnten Geburtstag

Lübeck: Vor zehn Jahren, am 1.September 2011, öffnete die Jugendbauhütte Lübeck der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) in Trägerschaft der Internationalen Jugendgemeinschaftsdienste e.V. (ijgd) ihre Türen für Jugendliche zwischen 16 und 26 Jahren, die ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) in der Denkmalpflege an Einsatzstellen in der Hansestadt und ganz Schleswig-Holstein absolvieren wollen.

Mittlerweile wurden hier rund 250 Freiwillige in die praktische und theoretische Arbeit der Denkmalpflege eingeführt und für die Erhaltung unseres Kulturgutes sensibilisiert und begeistert. Großzügig gefördert wird die Arbeit der Jugendbauhütte bereits von Anfang an von der Lübecker Possehl-Stiftung.

Wegen der Pandemie mussten die für Juni geplanten Feierlichkeiten zum zehnjährigen Bestehen der Jugendbauhütte auf Mai/Juni 2022 verschoben werden. Der Festakt soll dann auf der „Lisa von Lübeck“ stattfinden und wird begleitet von einer Ausstellung zur Arbeit der Jugendbauhütte sowie mit zahlreichen handwerklichen Vorführungen, denen zuzuschauen Bewunderung abnötigt und Spaß macht.

Charakteristisch für die Arbeit der Jugendbauhütte ist die enge Zusammenarbeit mit der behördlichen Archäologie und Denkmalpflege in Lübeck, aber ebenso mit Museen, Restaurierungswerkstätten und Handwerksbetrieben, Architekturbüros und der kürzlich zum immateriellen Welterbe erklärten Kirchenbauhütte. Oft dienen diese Einrichtungen den Jugendlichen auch als Einsatzstelle. Viele der Absolventen bleiben übrigens der Denkmalpflege nach dem FSJ treu und haben eine Handwerksausbildung oder ein Studium in Architektur und Landschaftsplanung, Restaurierung oder Kunst- und Kulturwissenschaft aufgenommen.

Überregional bekannt wurden die Lübecker „Grünhemden“ durch den Nachbau eines Lübecker Holzkellers. Im Rahmen des Europäischen Kulturerbejahres vor zwei Jahren bauten die jungen Leute in Zusammenarbeit mit der Abteilung Archäologie der Hansestadt Lübeck gemeinsam einen historischen Holzkeller nach Befunden aus dem Lübecker Gründungsviertel in Originalgröße nach. Der „Lübsche Keller“ wurde anschließend noch im gleichen Jahr Gegenstand der Ausstellung „Bewegte Zeiten – Archäologie in Deutschland“ im Berliner Gropius Bau. Derzeit findet ein Projekt aus der Frühphase seinen dauerhaften Standort. Die Replik eines Seetempels auf dem Brodtener Steilufer wird noch in diesem Jahr aufgestellt werden können.

In den Jahren des Bestehens der Jugendbauhütten in Deutschland erhielten weit über 5.000 junge Menschen während ihres Freiwilligen Sozialen Jahres in der Denkmalpflege einen theoretischen und praktischen Zugang zur Denkmalschutz-Thematik. Die DSD arbeitet dabei mit den ijgd zusammen, denen die Betriebsführung der bundesweit 16 Jugendbauhütten anvertraut ist. Insgesamt stehen jährlich deutschlandweit rund 330 Plätze zur Verfügung. Jugendliche zwischen 16 und 26 Jahren können ein Jahr lang in einer Jugendbauhütte traditionelle Handwerkstechniken erlernen, sie am Original anwenden und das Besondere, Echte und Authentische mit eigenen Händen erspüren und erfahren.

Vorbild für die Jugendbauhütten sind die mittelalterlichen Bauhütten, in denen gemeinsam gelebt und gearbeitet wurde. Hier lernte der Lehrling vom Meister am Original. In zahlreichen Einsatzstellen – den täglichen Arbeitsstätten der Teilnehmer – kommen die Jugendlichen mit unterschiedlichsten Berufsfeldern der Denkmalpflege praktisch in Kontakt. Unabhängig davon ist jeder eingeschlagene Nagel, jeder gesetzte Holzbalken und jeder ergänzte Stein ein unvergessliches Erlebnis – das stolz macht. Sechs einwöchige Seminare zu Stil- und Materialkunde, Forschungs- und Arbeitsmethoden, Grundlagen der Denkmalpflege sowie der Bedeutung des europäischen Kulturerbes ergänzen die praktische Arbeit. Von den Jugendlichen, die ihr Freiwilliges Soziales Jahr in den Jugendbauhütten absolviert haben, entdecken manche ihre Begeisterung für das kulturelle Erbe und gehen in einen Beruf in der Denkmalpflege oder im traditionellen Handwerk.

Seit zehn Jahren haben junge Leute in Lübeck die Möglichkeit ganz praktischen Denkmalschutz zu erleben. Foto: DSD

Seit zehn Jahren haben junge Leute in Lübeck die Möglichkeit ganz praktischen Denkmalschutz zu erleben. Foto: DSD


Text-Nummer: 147048   Autor: DSD   vom 04.09.2021 um 14.55 Uhr

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