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Grüne: Bruno Hönel
Grüne: Bruno Hönel

Sternwarte Lübeck lädt zu internationalem Kongress

Lübeck: Es gibt nicht viele Bereiche, bei denen Hobbyenthusiasten und Profis so eng zusammenarbeiten wie im Bereich der Astronomie. Der Grund ist einfach: Unser Universum ist unvorstellbar groß. Mit der aktuellen Technik lassen sich gut 50 Milliarden Galaxien von der Erde aus beobachten und alleine unsere Heimatgalaxie, die Milchstraße, enthält etwa 250 Milliarden Sterne, von denen unsere Sonne einer ist.

Viel zu viele Möglichkeiten, um die milliardenschwere Technik von NASA und ESA lange Zeit an ein Beobachtungsobjekt zu binden. Und genau hier kommen die Amateur-Astronomen ins Spiel, die Veränderungen von Sternen und deren Interaktion mit anderen Himmelsobjekten über einen langen Zeitraum vermessen oder auswerten. Bereits eine Spiegelreflexkamera mit Teleobjektiv ist ausreichend, um zum Beispiel die Umlaufperiode zweier umeinander kreisender Sterne zu ermitteln oder gemeinsam mit anderen Beobachtenden die Form von Asteroiden zu vermessen.

Noch tiefere Erkenntnisse wie zum Beispiel die Antwort auf die Frage, ob es Wasser auf einem einen anderen Stern umkreisenden Planeten gibt oder wie alt das Universum ist, erlangt man, wenn man das Licht der Sterne in seine Spektralfarben zerlegt. Dieser als Spektroskopie bezeichneten Methode verdanken wir die allermeisten aktuellen Entdeckungen in der Erforschung des Universums. Die Lübecker Sternwarte veranstaltet am kommenden Wochenende einem Kongress, bei dem sich Amateur- und Profiastronomen verschiedener Länder zum wissenschaftlichen Forschungsstand der astronomischen Spektroskopie austauschen und vernetzen können: Die ASpekt21.

Los geht es am Samstag mit einer Einführung in die Spektroskopie für alle, die das Hobby neu für sich entdecken. Anschließend folgen bis Sonntagmittag Fachvorträge in denen die Profi- und Amateurastronomen über ihre Arbeit berichten. Dazu zählen unter anderem Eigenbauten zur astronomischen Spektroskopie für den heimischen Garten, die Vorstellung und Interpretation der Ergebnisse von Langzeitmessungen, der Vergleich von Auswertungssoftware und die Vermessung von Exoplanetensystemen. Neben anderen wissenschaftlichen Einrichtungen aus Europa berichtet auch das SETI-Institute über seine Forschungsergebnisse. Mitarbeitende folgender zwei Großprojekte gewähren Einblicke aus erster Hand: Der unmittelbar bevorstehende Launch des James Webb Teleskope von NASA und ESA sowie das im Bau befindliche Extremely Large Telescope der ESO, werden von Mitarbeitenden aus erster Hand geteilt. Kongresssprachen sind Deutsch und Englisch.

Der ursprünglich bereits für 2020 geplante Kongress musste letztes Jahr wegen Corona verschoben werden. Für dieses Jahr wurde er von den Lübecker Sternfreunden von Anfang an als Hybridveranstaltung geplant und kann nun für eine begrenzte Teilnehmerzahl unter Beachtung der Corona Auflagen und 3G-Regeln im Johanneum in Präsenz und für alle anderen online stattfinden. Zwar erfordert die Online-Übertragung einiges an Mehrarbeit, aber so können auch Gäste teilnehmen, die sonst vielleicht keine Chance gehabt hätten. So schrieb ein Teilnehmer aus Bogota in Kolumbien ins Kommentarfeld "I am excited to be able to attend online, thank you very much for the opportunity."

"Es ist erstaunlich", sagt Knud Henke, einer der Organisatoren der Sternwarte Lübeck, "wir haben keine Werbung gemacht, und dennoch haben wir mit Ausnahme von Afrika und Australien Anmeldungen aus allen Kontinenten."

Eine Anmeldung für Interessierte ist noch bis Dienstagabend unter www.sternwarte-luebeck.de/aspekt möglich. Ende Oktober organisiert die Sternwarte Lübeck mit der NPA Jahrestagung der Planetarien und Sternwarten der nordeuropäischen Länder ein weiteres Highlight in der astronomischen Szene, und die Ehrenamtlichen der Sternwarte Lübeck werden an sternenklaren Freitagen ihre Türen wieder für Besucher öffnen und Interessierten den Blick ins Universum ermöglichen. Das Vortragsprogramm wird voraussichtlich Anfang des kommenden Jahres starten.

Zum kompletten Flyer mit den Vortragszeiten

Anmeldungen sind bei der Sternwarte Lübeck noch bis Dienstagabend möglich. Foto: Archiv/Sternwarte

Anmeldungen sind bei der Sternwarte Lübeck noch bis Dienstagabend möglich. Foto: Archiv/Sternwarte


Text-Nummer: 147201   Autor: Sternwarte L.   vom 13.09.2021 um 09.51 Uhr

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