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Gemeinnützige Lübeck

KoKi zeigt NS-Propagandafilm „Ich klage an“

Lübeck: Die plötzlich-weg-Filmreihe wird am 14. Oktober um 18 Uhr im Kommunalen Kino Lübeck mit dem NS-Propagandafilm „Ich klage an“ fortgesetzt. Johannes Prassek – einer der Lübecker Märtyrer - hatte den Film 1941 gesehen und mit seinen Religionsschülern darüber diskutiert.

Gisela Gunkel erinnerte sich 1947: „Unseretwegen, weil wir von der Schule dazu angeregt wurden, ging auch unser Religionslehrer (Kaplan Johannes Prassek, Anmerkung) in den damals aufsehenerregenden Film „Ich klage an“, der wie eine Frage in das Volk geworfen wurde, zu ermitteln, wie es auf den Gedanken der sogenannten „Euthanasie“ reagiere. Es war eine sehr lebendige und debattenreiche Religionsstunde, die darauf folgte.“

Der Film verhandelt das Thema der Sterbehilfe fast ausschließlich auf der privaten Ebene des Ehepaares Heyt und diente zur psychologischen Überzeugung der deutschen Bevölkerung für das Sterbegesetz und somit zur Rechtfertigung der systematischen „Vernichtung lebensunwerten Lebens“, wie es die NS-Behörden formulierten. Von den Alliierten wurde der Film 1945 als Verbotsfilm klassifiziert. Jochen Proske, Leiter der Gedenkstätte Lübecker Märtyrer, wird einleitende den historischen Rahmen verdeutlichen. Dabei geht es vor allem um das Menschenbild, die Ideologie der Ungleichwertigkeit im nationalsozialistischen Deutschland sowie die Funktion der Propagandafilme. Im Anschluss an die Vorführung des Films sind die Zuschauerinnen und Zuschauer zu einem Gedankenaustausch eingeladen.

Der Film wird um 18 Uhr im Koki Lübeck (Mengstraße 35, 23552 Lübeck) gezeigt, der Eintritt beträgt 6,00 Euro / ermäßigt 4,50 Euro. Die Filmreihe wird eine Woche später, am Donnerstag, den 21. Oktober um 18 Uhr mit dem Drama „Nebel im August“ beendet.

Die Veranstaltungsreihe "Plötzlich weg"

Am 23. September 1941 wurden mehr als 600 Patientinnen und Patienten der Heil- und Pflegeanstalt Strecknitz nach Hessen in sogenannte „Durchgangsanstalten“ verlegt. Dort starben fast alle von ihnen durch Giftinjektionen, Hunger oder Krankheit. Anlässlich des 80. Jahrestages dieser Ereignisse findet in den kommenden Wochen die Veranstaltungsreihe plötzlich weg statt. Aktuelle Informationen und das Gesamtprogramm sind auch auf der Aktionsinternetseite ploetzlich-weg.de zu finden.

Der Film sollte die Bevölkerung auf das neue NS-Sterbegesetz vorbereiten. Foto: Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung

Der Film sollte die Bevölkerung auf das neue NS-Sterbegesetz vorbereiten. Foto: Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung


Text-Nummer: 147815   Autor: Veranstalter   vom 13.10.2021 um 13.18 Uhr

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