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Video-Installation erinnert an getötete Patienten aus Strecknitz

Lübeck: Archiv - 15.10.2021, 15.45 Uhr: Vom 19. bis 29. Oktober werden montags bis freitags in der Zeit von 20 bis 21 Uhr die Namen der 600 Opfer der „Euthanasie“-Aktion aus der Lübecker Heilanstalt Strecknitz auf die Fassade der Evangelisch-Reformierten Kirche in der Königstraße projiziert. Die Videoinstallation ist öffentlich zugänglich.

„Dies sind ihre Namen“ ist der Titel einer Videoinstallation, mit der die Evangelisch-Reformierte Kirche Lübeck, das Willy-Brandt-Haus Lübeck und das Institut für Medizingeschichte und Wissenschaftsforschung (IMGWF) an die „Euthanasie“-Verbrechen der Nationalsozialisten erinnern.

Die Krankenmorde im Zuge der NS-Aktionen zur „Vernichtung unwerten Lebens" riefen vergleichsweise starken Protest in der Bevölkerung hervor. Aber das Töten ging nach dem offiziellen Ende der sogenannten T4-Aktion weiter, wie die Deportation der Lübecker Patienten im September 1941 belegt. Nach Kriegsende schwiegen die meisten Familien über die ermordeten Angehörigen.

„Wir kennen die Fakten und die und die Zahlen. Auf den ersten Blick erscheint es banal, die bloßen Namen und Daten aufzulisten, aber schon diese minimale Geste der Aufmerksamkeit wurde den Opfern in ihren letzten Lebensmonaten verweigert – und umso brutaler war die bürokratische Verwaltung ihrer Vernichtung, wie sie aus den erhaltenen Akten deutlich wird“, sagt der Medizinhistoriker Cornelius Borck vom IMGWF.

Zum Eröffnung laden die Kooperationspartner zu einem Vortrag des Historikers und Publizisten Götz Aly über die „Euthanasie“-Verbrechen in der deutschen Erinnerungskultur. Er spricht am Dienstag, 19. Oktober 2021, 19 Uhr, in der Evangelisch-Reformierte Kirche, Königstraße 18. Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist erforderlich unter 0451/122-4250 oder veranstaltungen-luebeck@willy-brandt.de

Vortrag und Videoinstallation finden im Rahmen der Veranstaltungsreihe „plötzlich weg“ statt, mit der ein breites Lübecker Bündnis an die Lebensgeschichten der deportierten und getöteten Menschen erinnert und zugleich dazu anregen will, die Bedeutung der damaligen Geschehnisse für die Gegenwart zu reflektieren.

Zehn Tage lang werden die Namen der deportierten und getöteten Patienten an die Fassade projiziert. Foto: Willy Brandt Haus

Zehn Tage lang werden die Namen der deportierten und getöteten Patienten an die Fassade projiziert. Foto: Willy Brandt Haus


Text-Nummer: 147855   Autor: Willy Brandt Haus/red.   vom 15.10.2021 um 15.45 Uhr

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