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Gemeinnützige Lübeck

Grandioses „nordisches“ 2. Sinfoniekonzert

Lübeck: Archiv - 24.10.2021, 19.00 Uhr: Nach der Pandemie in Bestform präsentierten sich die Lübecker Philharmoniker beim 2. Sinfoniekonzert: Erster Kapellmeister Takahiro Nagasaki gab ein überzeugendes Debüt nun auch auf dem Podium. Und mit Lilya Zilberstein war eine Weltklasse-Pianistin gewonnen worden, die sich in der MuK vor fast drei Jahrzehnten (mit Rachmaninows 2. Klavierkonzert unter Erich Wächter) schon Ovationen abgeholt hatte.

Diesmal spielte sie im rein nordischen Programm das Grieg-Konzert und gewann ihm im Verein mit dem Orchester allen opulenten Klang ab. Im Eingangs-Allegro hätten Experten an eine Spur mehr Romantik-Rubato gedacht, Lilya Zilberstein aber ließ mit ihrer makellosen Technik den Satz ebenso rhapsodisch schweifen wie das Andante lyrisch singen (die Kadenz!) und im Zwiegespräch mit dem Solohorn (Johannes Bork) geradezu träumen. Dann stürzte sie sich ins Finale mit einer Attacke, die den Zuhörer-Blick auf ihre Finger schwindeln machte. Und doch ordnete sie ihre Virtuosität der schwärmerischen Aussage Griegs unter – ebenso wie Nagasaki der Solistin allen Raum gab und die Philharmoniker sie ebenso perfekt wie selbständig tragen ließ.

Die 4. Sinfonie von 1850 des Dänen Niels Wilhelm Gade zeigt unumwunden das Vorbild Felix Mendelssohn Bartholdy: Lebhaft melodisches Voranstreben, federnde Streicher, gefühlvolle Holzbläser im Andante, feinste Scherzo-Manier – auch hier das Orchester in Bestform. Nagasaki dirigierte, außer dem Solokonzert, ohne Partitur: Er versteht sich mit klarer und meist zurückhaltender Zeichengebung auf die richtige Dynamik; und diese ist mit seinem Integrationsvermögen sein ganz großes Plus.

Die beiden Hauptwerke umrahmte Sibelius. Und da konnten die Philharmoniker an Forte und Bläserkraft alles aufbieten, was die Instrumente hergeben. Wie eingangs in der „Karelia-Suite“ der sich steigernde Hörnerruf zum Crescendo wuchs und ins schmetternde Tutti überging, die Ballade espressiv und das Finale intensiv voranschritten – das wurde nur noch übertroffen von der „Finlandia“-Tondichtung, mit der das Programm endete: Volle Breitseite von sauberstem Blech und Pauken samt Streicher-Staccato wurden zu einer Lektion in Fortissimo.

Das Auditorium in der am Sonntagvormittag sehr gut besuchten MuK war begeistert und geizte nicht mit Beifall. Und es spendete noch großen Applaus dem stellvertretenden Solohornisten Johannes Bork: Ihm überreichte Frank Maximilian Hube, der neue Vorsitzende des Fördervereins Musik- und Orchesterfreunde (MOF), nach der Pause den mit 2000 Euro dotierten „Wilhelm Furtwängler-Förderpreis 2021“ für seine herausragenden Leistungen. (Das Konzert wird wiederholt am Montag, 25. Oktober, um 19.30 Uhr.)

Die Lübecker Philharmoniker überzeugten beim 2. Sinfoniekonzert am Sonntag in der MuK. Foto: Olaf Malzahn

Die Lübecker Philharmoniker überzeugten beim 2. Sinfoniekonzert am Sonntag in der MuK. Foto: Olaf Malzahn


Text-Nummer: 148014   Autor: Güz.   vom 24.10.2021 um 19.00 Uhr

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