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Biodiversität erhalten: Umweltminister stellt Strategie vor

Schleswig-Holstein: Archiv - 27.10.2021, 11.26 Uhr: Umweltminister Jan Philipp Albrecht hat heute dem schleswig-holsteinischen Landtag eine Strategie zum Erhalt der biologischen Vielfalt in Schleswig-Holstein vorgelegt. "Wir liefern einen Masterplan für die Natur, um den Rückgang der biologischen Vielfalt im Land zu stoppen. Mit der Entwicklung einer Grün-Blauen Infrastruktur werden wir bis 2030 die Biodiversität unseres Landes deutlich verbessern können" sagte Albrecht.

Ziel der Strategie "Kurs Natur 2030" ist es, den Rückgang der biologischen Vielfalt zu stoppen, eine Trendumkehr einzuleiten und Umweltressourcen effizient zu schützen. Das Problem ist akut: Derzeit sind nach Angaben der Fachbehörden rund 50 Prozent der Tier- und Pflanzenarten des Landes in den Roten Listen der gefährdeten Arten aufgeführt.

Im Mittelpunkt der Biodiversitätsstrategie stehen der Erhalt und die Entwicklung der Lebensräume für Tiere und Pflanzen. Für die typisch schleswig-holsteinischen Landschaften wie Küsten, Moore, Heiden und Gewässer werden Ziele und Maßnahmen beschrieben und vor allem deren Vernetzung vorangetrieben. Dabei werden unter anderem durch die Renaturierung von Mooren und die Entwicklung von Wäldern positive Effekte auch für den Klimaschutz erbracht.

Ein wichtiges Element der Biodiversitätsstrategie ist die Entwicklung einer ausgeprägten grün-blauen Infrastruktur. Im Land zwischen den Meeren mit den prägenden Küsten sowie ausgedehnten Seen- und Fließgewässerlandschaften müsse der Begriff der grünen Infrastruktur um die blaue Infrastruktur erweitert werden, so Albrecht: "Wir brauchen leistungsstarke ökologische Verbundsysteme von der Küste über landwirtschaftlich genutzte Flächen und natürliche Landschaften bis hin zu den urbanen Räumen. Ziel ist es, auf 30 Prozent der Landesfläche einen guten ökologischen Zustand zu etablieren."

Dabei sollen bis 2030 mindestens 15 Prozent der Landesfläche als Schutzgebiets- und Biotopsverbundsystem wirken können. Zwei Prozent der Landesfläche sollen als Wildnisgebiete einer weitgehend eigendynamischen und ungestörten Entwicklung überlassen werden.

Die Strategie ist vom Kabinett beschlossen und dem Landtag zur Befassung zugeleitet worden.

Insgesamt wird der zusätzliche Bedarf an Finanzmitteln zur Umsetzung der Strategie bis 2030 mit circa 235 Millionen Euro und weiteren 45 Arbeitsstellen in der Landesverwaltung zur Umsetzung der Ziele und Maßnahmen beziffert. Eingesetzt werden dabei konsequent Kofinanzierungs- und Projektmittel der EU und des Bundes. Insgesamt werden – um die Biodiversitätsstrategie bis 2030 umfassend umzusetzen – Mittel in Höhe von 972 Millionen Euro aufgebracht werden müssen, davon wären 394 Millionen Euro neue Mittel (einschl. EU- und Bundesfördermittel). Der überwiegende Anteil (über 80 Prozent) ist dabei für eine angepasste und ressourcenschonende Landnutzung vorgesehen.

Für das Jahr 2022 hat das Land bereits 3 Millionen Euro bereitgestellt. Damit werden erste Schritte für die betriebliche Naturschutzberatung, das Netzwerk Ökolandbau, die Neuwaldbildung, ausgewählte Arten- und Schutzgebietmaßnahmen sowie erste Schritte der Bildungsinitiative und der Modellansätze für öffentliche Flächen, Gebäude und Straßen finanziert.

Im Mittelpunkt der Biodiversitätsstrategie stehen der Erhalt und die Entwicklung der Lebensräume für Tiere und Pflanzen.

Im Mittelpunkt der Biodiversitätsstrategie stehen der Erhalt und die Entwicklung der Lebensräume für Tiere und Pflanzen.


Text-Nummer: 148072   Autor: MELUND SH/Red.   vom 27.10.2021 um 11.26 Uhr

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