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Norovirus breitet sich in Lübeck aus

Lübeck: Archiv - 27.10.2021, 14.29 Uhr: Mit der Herbstsaison nehmen auch wieder Norovirus-Infektionen zu. In den letzten Wochen registriert das Gesundheitsamt Lübeck steigende Fallzahlen vor allem in den Kindertageseinrichtungen. Noroviren sind Erreger, die zu Erbrechen und Durchfall führen (Magen-Darm-Infektion).

Die Übertragung erfolgt fäkal-oral, zum Beispiel durch Handkontakt mit kontaminierten Flächen oder durch die orale Aufnahme virushaltiger Tröpfchen, die im Rahmen des schwallartigen Erbrechens entstehen. Die Infektiosität ist sehr hoch, die minimale Infektionsdosis dürfte bei rund 10 bis 100 Viruspartikeln liegen. Gerade in Einrichtungen, in denen viele Menschen eng zusammen sind, können sich diese Erreger somit leicht weiterverbreiten.

Allerdings kann durch die Einhaltung einfacher Hygieneregeln eine Ansteckung verhindert werden:

Personen mit Krankheitszeichen sollten zu Hause bleiben. Eltern sollten die Kindertageseinrichtung informieren, wenn beim Kind Erbrechen und Durchfall aufgetreten sind, damit durch zügig eingesetzte Reinigungsmaßnahmen weitere noch vorhandene Erreger in der Einrichtung entfernt werden können. Um eine weitere Verbreitung zu verhindern, ist vor allem das regelmäßige Händewaschen nach dem Toilettengang wichtig.

Bei einer Magen-Darm-Erkrankung scheidet man in der Regel noch mehrere Tage nach den letzten Krankheitszeichen weiterhin Krankheitserreger aus. Deshalb ist es besonders wichtig, dass Eltern ihre Kinder ausreichend lange zu Hause lassen, um die Erkrankung auszukurieren. Die Magen-Darm-Erkrankung mit Noroviren kann vor allem für Säuglinge, Kleinkinder und Senioren gefährlich werden, wenn zu viel Flüssigkeit durch heftiges Erbrechen oder Durchfall verloren geht. Daher ist es wichtig, dass auch gemeinsam genutzte Toiletten und Gegenstände gut gereinigt werden. Patientennahe Flächen, Toiletten, Waschbecken oder Türgriffe sollten zusätzlich desinfiziert werden. Zur Desinfektion sind Präparate mit nachgewiesener Wirksamkeit mit dem Wirkbereich "begrenzt viruzid PLUS" oder "viruzid" geeignet.

Andere Infektionserkrankungen geraten durch Corona aus dem Fokus

Das Gesundheitsamt muss neben Erkrankungen mit Coronaviren auch über viele andere Krankheiten informiert werden. Dabei sind die einzelnen Maßnahmen zur Verhinderung von Übertragungen nicht immer in der Gemeinschaft bekannt. Hier sei beispielhaft die Windpockenerkrankung erwähnt. Tritt ein Windpockenfall zum Beispiel bei einem Schulkind auf, muss die betroffene Klasse ihren Impfstatus nachweisen, bevor weiter am Präsenzunterricht teilgenommen werden kann. Die Übertragung erfolgt aerogen durch virushaltige Tröpfchenkerne, die beim Atmen oder Husten ausgeschieden werden und unter Umständen im Umkreis von mehreren Metern zur Ansteckung führen können. Auch eine Übertragung durch virushaltigen Bläscheninhalt als Schmierinfektion ist möglich. Bei Ungeborenen kann eine Varizelleninfektion zu schweren Fehlbildungen führen.

Allgemeine Hygienemaßnahmen und Impfungen helfen Erkrankungen vorzubeugen

Die allgemeinen Hygieneregeln wie richtiges Händewaschen, richtiges Husten und Niesen sowie der richtige Umgang mit Lebensmitteln reduzieren nicht nur die Übertragung mit Coronaviren, sondern helfen auch, Krankheiten wie Magen-Darm-Infektionen oder andere leicht übertragbare Erkrankungen zu verhindern. Bei einigen Krankheiten stehen Impfstoffe als Vorbeugung zur Verfügung. Eine Beratung bieten niedergelassene Ärzte oder das Gesundheitsamt Lübeck im Rahmen der Impfsprechstunden.

Dr. Alexander Mischnik leitet das Lübecker Gesundheitsamt.

Dr. Alexander Mischnik leitet das Lübecker Gesundheitsamt.


Text-Nummer: 148085   Autor: Presseamt Lübeck   vom 27.10.2021 um 14.29 Uhr

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