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Neue Gesichter für das Sieben Türme-Projekt

Lübeck: Archiv - 02.11.2021, 13.12 Uhr: Klick, klick, klick. Rainer Jensens Fotoapparat läuft auf Hochtouren. Er hat die neuen Gesichter für das Sieben Türme-Projekt im Sommer abgelichtet. Der Wettergott war gnädig, schickte reichlich Sonne und ein paar Wolken, die gut ins Bild passen. Die "Models" sind die neuen Gesichter für Anzeigen in Zeitungen, Flyer, auf Plakaten und auf Rollups – die ersten sind schon produziert. Jedes Model gibt ein kurzes Statement, warum es den Erhalt der sieben Türme für wichtig erachtet.

"Im Kasten" ist Peer Abrahams, Projektmanager bei Von Eicken. Er hat sich die sieben Türme vor einigen Jahren – plus dem Holstentor – tätowieren lassen und ist damit der perfekte Rücken für das Projekt. "Ich habe mir das Tattoo stechen lassen, weil ich Lübeck einfach liebe und hier aufgewachsen bin. Egal wohin ich gehe, ich nehme Lübeck mit."

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Bürgermeister präsentiert den neuen Sieben Türme-Kalender 2022. Foto: Steffi Niemann

Marie Louise John betreibt ihr Bewegungs-Studio im Jakobi-Viertel, in der Königsstraße. Sie hatte den größten Balance-Akt zu bewältigen – unter dem Geibel-Denkmal stellte sie sich geduldig auf Spitzenfüße, bis Rainer Jensen zufrieden war. "Die sieben Türme? Find‘ ich spitze", lacht sie in die Kamera. Von der Bühne auf die Straße kam Andreas Hutzel. Derzeit spielt er mit in "Hamlet" am Theater Lübeck – und für seine Aufnahme zog er gleich das passende Motiv an. Eine Variante im casual Look gibt es natürlich auch. Das Ehepaar Nada Alyaghchi und Ayman Al Kassar, seit 2019 Betreiber des Café Camino, freuten sich über die Anfrage als neue Gesichter. "So können wir zeigen, wie Integration gelingen kann", sagen sie unisono.

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Seit 2019 betreibt das syrische Ehepaar Nada Alyaghchi und Ayman Al Kassar das Café Camino. Foto: Markus Endreß

Kirchenbauhütten-Leiter Marco Quandt kam nicht allein zum Shooting, er hatte Hut "Joachim" dabei, der natürlich mit auf das Bild musste und für Freude sorgte. Für Quandt ist es eine Ehre, im Welterbe Lübecks zu arbeiten und die sieben Türme von innen wie außen zu erhalten. "Ich bin als geborener Lübecker sehr mit der Hansestadt verwurzelt." Die beiden ältesten Models sind Sabine und Friedrich-Karl Maetzel, 78 und 86 Jahre jung. Sie wirkte zwanzig Jahre als Prädikantin im Dom, er zieht immer noch zweimal pro Woche die Monduhr auf. Und seit 40 Jahren gehören sie zu Dom-Gemeinde. "Neun unserer 14 Enkelkinder sind hier getauft, drei haben geheiratet und fünf wurden konfirmiert", berichtet Sabine Maetzel.

Damit auch künftige Generationen die Silhouette von Lübeck genießen können, hat sich Familie Kosakowski ablichten lassen: "Wir unterstützen das Projekt, damit die sieben Türme eine Zukunft haben".

Und was sagt der Fotograf zu den Shootings? "Für mich war es eine Herausforderung, die Personen vor den Kirchen in einem engen Hochformat abzubilden. Vor jedem Termin habe ich mir die richtigen Perspektiven gesucht", berichtet Rainer Jensen. Hatte er ein Lieblingsmotiv? "Nein – ich fand die Begegnungen mit allen Models sehr nett. Sie waren alle offen und aufgeschlossen, sodass mir wirklich jeder Termin gut von der Hand ging."

Hintergrund: "Sieben Türme will ich sehen" ist eine 2011 ins Leben gerufene Spendenaktion des Ev.-Luth. Kirchenkreises Lübeck-Lauenburg, in Kooperation mit dem Kirchengemeindeverband Innenstadt Lübeck. Durch das Einwerben von Spenden sollen die historischen Innenstadtkirchen – der Dom, St. Marien, St. Petri, St. Aegidien und St. Jakobi, die unter dem Einfluss von Wind, Regen und Frost leiden – erhalten werden. Ohne sie hätte Lübeck nicht seit 1987 den Status als UNESCO Welterbe inne. Hier kann der Erhalt der sieben Türme unterstützt werden: www.sieben-tuerme-luebeck.de/jetzt-spenden.html

Peer Abrahams fühlt sich mit seiner Heimatstadt Lübeck sehr verbunden. Foto: Steffi Niemann

Peer Abrahams fühlt sich mit seiner Heimatstadt Lübeck sehr verbunden. Foto: Steffi Niemann


Text-Nummer: 148172   Autor: Steffi Niemann   vom 02.11.2021 um 13.12 Uhr

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