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Studium Generale mit Klimaexperte Mojib Latif

Lübeck: Das Audimax der Lübecker Universität war am Mittwoch voll. Erwartungsvoll waren viele gekommen, um den ausgewiesenen Klimaforscher Mojib Latif vom Geomar Zentrum für Ozeanforschung bei einem Vortrag über sein Fachgebiet zu erleben.

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Latif war dann auch präsent, aber leider nur virtuell, was man verstehen kann, wenn man sich die Entwicklung der aktuellen Corona Zahlen ansieht. Dafür haben angehende und aktive Wissenschaftler natürlich Verständnis. Zu sehen war der große Forscher auch gut, am Ton im Saal kann man allerdings noch arbeiten. Ein simples Mikrofon auf der Seite des Vortragenden würde sicherlich helfen einen besseren Ton in den Saal zu transportieren, denn besonders Zuhörer mit Hörhilfen hatten offenbar Probleme.

Der Vortrag war sehr gut ausgearbeitet und angelegt und diente noch einmal zur Vertiefung einer Problematik, die einer breiten Öffentlichkeit jetzt bereits aus den Medien bekannt ist, besonders wenn sie wissenschaftlich vorgebildet ist. Die CO₂ Konzentration in der Atmosphäre nimmt kontinuierlich zu. Die Durchschnittstemperatur des Planeten steigt bisher ungebremst, was man konkret in unseren Breiten besonders an den wärmeren Wintern spürt. Der Weltklimarat hat erst im August 2021 festgestellt, dass niemand anders als der Mensch selbst durch seine wirtschaftlichen Aktivitäten dafür verantwortlich ist, auch wenn Lobbyisten und Klimaleugner gegenteiliges behaupten sollten. Dann gibt es noch sogenannte 'Kipp-Punkte' nach denen unerwünschte Entwicklungen einsetzen, die dann aber nicht mehr zu bremsen sind. Leider weiß man nicht genau, wann solche Ereignisse, wie beispielsweise die Unterbrechung des Golfstromes den Globus treffen.

Dann ging es in die Diskussion mit Mojib Latif. Die war erfrischend, denn selbstverständlich kommt in diesen Tagen das Gespräch gleich auf die laufende Klimakonferenz COP 26 in Glasgow. Unumwunden stellte der Forscher klar, dass er keine großen Erwartungen an die Veranstaltung hat. Er erwartet viel Bohai um minimale Ziele, die anschließend vom Regierungsmarketing als Erfolge verkauft werden. Wenn bei 25 Großveranstaltungen nichts rausgekommen ist, ist für Nummer 26 auch nicht besonders viel zu erwarten, erklärte er ganz nüchtern.

Da ist wohl etwas dran. Den Gehalt der Rede von Boris Johnson konnte man wohl am besten an den Gesichtszügen von Prince Charles ablesen, der im Gegensatz zu seinem Premier wirklich etwas von der Sache versteht. Und die hustenden Inder in Neu Delhi, die vor Luftverschmutzung die andere Straßenseite nicht erkennen können, haben sicherlich mit Interesse zur Kenntnis genommen, dass ihr Regierungschef in Glasgow Klimaneutralität bis zum Jahre 2070 fest versprochen hat.

Insofern gab es einen realistischen Ausblick auf kommende Entwicklungen. Wir müssen einfach anfangen mit allen, die es begriffen haben endlich etwas Konkretes zu tun. Die erneuerbaren Energien sind die Lösung, nicht das Problem. Auf Atomkraft in diesem Zusammenhang angesprochen hatte Mojib Latif eine klare Meinung. Das klarste Argument komme im Grunde von den Energieerzeugern selbst. Gefahrenabwehr und die ungelöste Entsorgung eingerechnet sei sie so teuer, dass die Energiekonzerne selbst sie gar nicht mehr anfassen möchten.

Prof. Christoph Rehmann-Sutter vom IMGWF führte in die Veranstaltung ein. Fotos: Harald Denckmann

Prof. Christoph Rehmann-Sutter vom IMGWF führte in die Veranstaltung ein. Fotos: Harald Denckmann


Text-Nummer: 148224   Autor: Harald Denckmann   vom 03.11.2021 um 22.39 Uhr

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