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Zypressen statt Dornen und Myrten statt Nesseln

Lübeck: Pastorin i.R. Ellen Naß geht in ihren Gedanken zum Wochenende auf ein Bibelwort ein, das auch in der heutigen Umwelt- und Klimadiskussion Bedeutung habe. Es mache Mut, dass die Heimat auch nach einer Zerstörung bewohnbar werde.

"Ihr sollt in Freuden ausziehen und im Frieden geleitet werden. Berge und Hügel sollen vor euch her frohlocken mit Jauchzen und alle Bäume auf dem Felde in die Hände klatschen. Es sollen Zypressen statt Dornen wachsen und Myrten statt Nesseln. Und dem HERRN soll es zum Ruhm geschehen und zum ewigen Zeichen, das nicht vergehen wird.“

Diese Worte des Propheten Jesaja (Jesaja 55, 12+13) kommen mir immer wieder in den Sinn, seit über G 20 und das Klima und nun über die Klimakonferenz in Glasgow berichtet wird. Dort ist ja nicht nur vom Klima die Rede, sondern auch von Natur. Gerade über Bäume habe ich viele Beiträge gehört und gelesen, weil Wälder das Klima verbessern.

Es ist eine großartige Vorstellung, die der Prophet Jesaja hier schildert: Berge und Hügel freuen sich, jubeln, Bäume klatschen Beifall, vielleicht so, wie vor fast 2 Jahren überall die Pflegekräfte beklatscht und bejubelt wurden. Auch bei Jesaja tun sie das nicht einfach so – sondern wegen des Handeln Gottes.

Gott wird nämlich sein Volk aus der Kriegsgefangenschaft nach Hause führen – und er wird ihre Heimat wieder bewohnbar machen. Denn durch die Kriege ist das Land zu mindestens schwer bewohnbar geworden, es wachsen dort nur noch Dornenbüsche und Wildkräuter. Umweltzerstörung hat es immer gegeben, zum Teil sogar bewusst und absichtlich, um dem besiegten Feind den Wiederaufbau und das Leben möglichst schwer zu machen.

Auch sonst haben wir unsere Umwelt verändert. Zwischen Lübeck und Oldenburg/Holstein war früher dichter Wald und Sumpf, fast nicht zugänglich, die Oldenburger Halbinsel wurde erst im im letzten Jahrhundert trockengelegt. Moore wurden abgebaut und verfeuert, auch und gerade bei uns. Das alles hat sicher auch zu unserer heutigen Notlage beigetragen, nur ist es schon so lange her, dass wir es als selbstverständlich gewachsen und natürlich ansehen. Die Natur, die Tiere und Pflanzen, wurden nur als Dinge angesehen, die man gebrauchen konnte – oder eben nicht, die unter Umständen sogar feindlich waren, deshalb zerstört und vernichtet werden mussten.

Die Worte Jesajas sind so ungewöhnlich, weil hier die Umgebung, die Natur, ganz anders gesehen wird. Die Natur freut sich mit uns, wenn es uns gut geht. Was zerstört wurde, wird wieder wachsen.

Das waren Gottes Versprechen an Sein Volk, so sollte ihre Zukunft werden. Trotzdem denke ich, dass solche Zukunft nicht von alleine kommt, dass Menschen auch etwas dazu tun müssen. Auch hier sollen sie ausziehen – d.h. aus Land, in dem sie im Exil lebten, in ihre Heimat zurückkehren. Auch wir müssen „ausziehen“ - wenn auch nicht aus unserer Heimat, so doch uns trennen von liebgewordenen Gedanken und Gewohnheiten.

Das ist nicht einfach. Wir erleben in Glasgow, wie geschachert wird: Kohleausstieg bis dann – oder vielleicht doch früher? Oder lieber später? Atomkraft – ja oder nein? Weniger tierische Produkte, weniger Fleisch? Tempolimit? Wie vermeidet man Müll?

Das alles betrifft auch uns, und letztlich können wir mit unserem Verhalten zumindest ein wenig dazu beitragen, dass die Bäume in die Hände klatschen, dass keine Dornen und kein Gestrüpp mehr wachsen, wo andere Pflanzen sein sollten. Wir können unsere Gärten entsprechend gestalten, unsere Einkäufe darauf ausrichten, unser Leben entsprechend führen – weil wir wissen, dass alle Lebewesen, die ganze Natur, Gottes Schöpfung sind, weil sie sich freut, weil Gott sich freut, wenn es der Welt – und auch uns darin – gut geht.

Pastorin i.R. Ellen Naß geht in ihren Gedanken zum Wochenende auf die Zerstörung der Umwelt ein.

Pastorin i.R. Ellen Naß geht in ihren Gedanken zum Wochenende auf die Zerstörung der Umwelt ein.


Text-Nummer: 148259   Autor: red.   vom 06.11.2021 um 09.06 Uhr

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