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Gewalt an Frauen: Linke sieht politisches Versagen

Lübeck: Am 25. November gedenkt die Welt der Frauen, die von Gewalt betroffen sind und waren. An diesem Tag solle aber auch gemahnt werden, denn Gewalt an Frauen sei eine alltägliche Bedrohung für Frauen und Mädchen weltweit und auch in Deutschland und Europa, so die Lübecker "Die Linke". In Europa habe jede dritte Frau ab dem 15. Lebensjahr schon körperliche und/oder sexuelle Gewalt erlebt.

Die Gewalt an Frauen sei in Deutschland steigend und gerade in Zeiten der Pandemie werde die häusliche Situation für Frauen immer gefährlicher. Für "Die Linke" sei dies ein gesellschaftliches und politisches Versagen, das nicht ernsthaft genug bekämpft werde.

"Die Politik hat es in der Hand, ob jährlich weitere Frauen und Mädchen geschlagen, vergewaltigt und ermordet werden", erklärt Katjana Zunft, Fraktionsvorsitzende und frauenpolitische Sprecherin der Linken Lübeck. Die Politik könne Frauen und Mädchen retten, tue es aber nicht. Immer wieder würden Frauenhäuser und Frauenorganisationen fordern, Frauenhäuser als Teil des staatlichen Schutzauftrags wahrzunehmen und die Infrastruktur für betroffene Frauen krisenfest aufzustellen. Aber dies sei von der Politik nicht gewollt, anders sei es nicht zu erklären, dass sowohl die GroKo im Bund (CDU/SPD) als auch Jamaika in SH (CDU/FDP/Grüne) sich immer wieder gegen Frauenhäuser stellten.

"Die Linke" weiter: (")Erst im Sommer wurden Anträge dazu im Bundestag abgelehnt, und auch die Frauenhaus-Finanzierung des Landes führte dazu, dass die Lübecker Frauenhäuser ständig mit einer Unterfinanzierung zu kämpfen haben. Gesellschaftlich sind Gewalt, sexuelle Übergriffe und Belästigung an Frauen und Mädchen immer noch nicht geächtet, sondern werden verharmlost, belächelt und relativiert. Nur wenn die Politik endlich konsequent gegen die fast immer männlichen Täter vorgeht, jeder Frau und jedem Kind einen Schutzraum verspricht und das Gewaltschutzgesetz auch zugunsten der Betroffenen angewandt wird, kann sich auf lange Sicht etwas ändern. Solange Legislative, Exekutive und Judikative Gremien immer noch in der Mehrzahl mit Männern besetzt sind, wird sich daran nicht viel ändern. Auch hier fehlt der politische Wille, Frauen in die Politik und in die Parlamente zu bringen. Da ist eine ignorante Öffentlichkeit, die Frauen in der Werbung, am Arbeitsplatz und im öffentlichen Leben zu Sexualobjekten degradiert. Da sind die Männer, die meinen, Frauen durch Worte und Taten zu belästigen, sei legitim. Da ist ein Umfeld, das sagt, die Frau solle sich doch nicht so anstellen. Da werden Anzeigen wegen sexueller Belästigung auf Druck des gesellschaftlichen Umfeldes zurückgezogen. Da wird schweigend zugeschaut, wie Männer berufliche und politische Macht ausüben, um Frauen zu belästigen und sexuell zu nötigen.(")

"Die Linke" fordere schon lange ein gesellschaftliches Umdenken, das auch politisch umgesetzt werden müsse. Quoten für Frauen seien ein längst überfälliger Schritt, paritätische Besetzung von Entscheidungsgremien ein Muss. Mehr Förderung für Gewaltschutz und Frauenhäusern seien unumgänglich, so die Partei.

"Die Linke" sei eine emanzipatorische und feministische Partei, die gelebte Parität und selbstverständliche Gleichstellung praktiziere. Sie werde weder auf kommunaler Ebene noch im Bund aufhören, für die Sicherheit der Frauen und die Gleichstellung aller Menschen zu kämpfen.

Katjana Zunft ist Fraktionsvorsitzende und frauenpolitische Sprecherin der Linken in Lübeck.

Katjana Zunft ist Fraktionsvorsitzende und frauenpolitische Sprecherin der Linken in Lübeck.


Text-Nummer: 148587   Autor: Fraktion DL/Red.   vom 24.11.2021 um 10.52 Uhr

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Kommentare zu diesem Text:

K.-H.Kutschner

schrieb am 24.11.2021 um 11.17 Uhr:
Sehr geehrte Frau Zunft,
dazu würde ich Ihnen und Ihrer Partei liebendgerne etwas schreiben.
Aber das würde wohl nicht veröffentlicht werden...

Genervt

schrieb am 24.11.2021 um 15.42 Uhr:
Sehr geehrter Herr bzw. sehr geehrte Frau Kutschner,

nur Mut - schreiben Sie.
Bin gespannt!

Kai

schrieb am 24.11.2021 um 16.06 Uhr:
@K.-H.Kutschner Das ist doch toll, dass Sie es selber gemerkt haben...

Otto Schneider

schrieb am 24.11.2021 um 16.23 Uhr:
@Frau Zunft

Sie haben sooo Recht!

Solange maßgeblich Männer über die Belange von Frauen entscheiden, wird sich kaum etwas ändern können.

Somit müssen konsequent stellen, die Frauen explizit betreffen, von Frauen besetzt werden, auch in Politik und in der Justiz.

Die Zeit ist nicht nur reif dafür, es ist seit langem überfällig!

Gewalt an Frauen und Kindern ist kein Kavaliersdelikt und muss konsequent ernst genommen und geahndet werden.

Männer, die ihre Aggressionen und Prägungen nicht steuern können gehören "entfernt", weit weg von Frauen und Kindern!

Klaus Pietschmann

schrieb am 25.11.2021 um 06.09 Uhr:
Solange stehend pinkeln immernoch als männliche Leistung anerzogen wird,eine Sportverletzung beim Fussball mehr zählt als die Schmerzen einer Schwangerschaft, kann man auch keine Veränderung erwarten.

Andreas Maaßen

schrieb am 25.11.2021 um 18.32 Uhr:
Da gebe ich der Frau Zunft in einigen Dingen Recht. Und das will schon etwas heißen.

Seit 2015 haben wir zusätzlich zu dem schon hier bestehenden Problem, ein noch viel größeres und zwar bereitwillig und gutmeinend importiertes Problem! Ich kann die Berichte der letzten Jahre über Morde und Gewalt an Frauen nicht mehr zählen. Dies ist eben auch nicht ein schlichtes "Beziehungsproblem".

Leider ist die Partei der Frau Zunft da federführend, dieses Problem vergrößert und jahrelang ignoriert zu haben.Mir ist auch eine Partei bekannt, die vielfach davor warnte und die ist blau und nicht rot.

Es kann eben nicht sein, was nicht sein darf!

Andreas Maaßen

schrieb am 25.11.2021 um 21.08 Uhr:
@Otto Schneider, Zitat* vom 24.11.21:

Zitat Ende*

Ich stimme Ihnen zu Herr Schneider. Dann bitte gleich Nägel mit Köpfen machen und ins Herkunftsland entfernen. Mit dem noch verbleibenden Rest der schon *länger hier Lebenden* werden wir dann noch fertig!

Aber da ist diese Partei der Frau Zunft angehört , eher leider das Problem und nicht die Lösung!