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LHG: Fraktion21 fordert tragfähiges Sanierungskonzept

Lübeck: Der Vorsitzende der Fraktion21, Wolfgang Neskovic, fordert ein tragfähiges Sanierungskonzept für die Lübecker Hafengesellschaft (LHG). Offenbar stehe der LHG weiterhin das Wasser bis zum Hals. Das zeige die öffentliche Berichterstattung zum Ankauf der Reef-Anteile durch die Hansestadt Lübeck. Ohne externen Sachverstand drohe Lübeck nach dem Desaster mit dem Flughafen ein weiteres Millionengrab.

Wolfgang Neskovic:

(")Die LHG benötigt endlich ein fachlich fundiertes Sanierungskonzept, das sich nicht an einem irregeleiteten Wunschdenken orientiert, sondern die realen veränderten Rahmenbedingungen für die Lübecker Hafenwirtschaft zur Kenntnis nimmt und diese zur Grundlage der Sanierungsanstrengungen macht. Dabei ist es eine reichlich abwegige Vorstellung zu glauben, dass ausgerechnet diejenigen, die bislang die Verantwortung für den Kurs der LHG getragen, diese Aufgabe übernehmen sollten. Hierfür sollte vielmehr externer Sachverstand in Anspruch genommen werden.(")

Der Stadtökonom und Hafenexperte Frank Müller-Horn, der zukünftig die Arbeit der Fraktion21 im Wirtschaftsausschuss unterstützen wird, ergänzt:

(")Die Zitterpartie um Standort und Arbeitsplätze bei der LHG hält an. Der Pacht- und Lohnverzicht von 34 Millionen Euro von 2018 bis 2023 ist fast aufgebraucht, hat aber die LHG nicht aus der Krise geführt. Im Gegenteil: Die Betriebsergebnisse zeigen seit 2019 verstärkt wieder rote Zahlen. Noch immer halten Politik, Verwaltung, aber auch die Belegschaft, die erfolgte Reduzierung der Kosten bei Pacht und Lohn für ausreichend. Diese Maßnahmen wurden zu einem Sanierungskonzept aufgeblasen, das keines ist. Eine ausschließliche Entlastung der Kostenseite ist kein Sanierungskonzept. Trotzdem ist eine Verlängerung des Pacht- und Lohnverzichtes als Option im Gespräch. Will man im Zusammenhang mit der Übernahme der Reef-Anteile von 4.195.000 Millionen Euro durch die Hansestadt Lübeck nicht gutes Geld schlechtem hinterherwerfen, ist zwingend ein Sanierungskonzept zu erstellen, das den Namen verdient. Das Konzept muss die Frage beantworten, ist das Unternehmen nachhaltig zu retten und wenn ja, welche Maßnahmen zu ergreifen sind.

Zugespitzt: Kann das Unternehmen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit im Prognosezeitraum wettbewerbs- und renditefähig arbeiten? Dabei müssen die vorhandenen restriktiven Rahmenbedingungen endlich zur Kenntnis genommen werden. Diese sind die Begrenzung der Wassertiefe der Trave (keine Ausbaggerung vonseiten des Bundes) und die Feste Fehmarnbelt-Querung, die nach Planung in acht Jahren Realität sein wird. Weiterer Eckpunkt ist, dass der große Player in der westlichen Ostsee inzwischen der Rostocker Hafen ist. Hier baggert der Bund die Fahrrinne von der Kadetrinne bis in den Tiefwasserhafen von Warnemünde für 120 Millionen auf 16 Meter Wassertiefe aus. Diese faktische Aufgabenzuweisung bedeutet: Massengüter werden ausschließlich über diesen Hafen abgewickelt. Diese Restriktionen sind im Hafenentwicklungsplan 2030 erwähnt, aber deren wahrscheinliche Konsequenzen für die Entwicklung der Lübecker Häfen nicht untersucht und einbezogen.

Diese drei Rahmenbedingungen sollten Ausgangspunkt einer Neuaufstellung und somit eines Strategiewechsels sein, mit dem Ziel einen Markt zu erschließen, der auch längerfristig auf die jetzigen Schiffsgrößen, die die Lübecker Häfen anlaufen, ausgerichtet ist und auf kostenintensive Pier-Verlängerungen und Hafenerweiterung verzichtet. Eine konsequent darauf ausgerichtete Geschäftspolitik birgt die Chance eine Wende herbeizuführen, die die Subventionierung der LHG über den Lübecker Haushalt beendet.(")

Wolfgang Neskovic, fordert ein tragfähiges Sanierungskonzept für die LHG.

Wolfgang Neskovic, fordert ein tragfähiges Sanierungskonzept für die LHG.


Text-Nummer: 148605   Autor: Fraktion21/Red.   vom 25.11.2021 um 09.42 Uhr

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Kommentare zu diesem Text:

Hafenfreund

schrieb am 25.11.2021 um 11.13 Uhr:
Und wieder einmal gilt: Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal... Man weiß gar nicht, wo man bei den Fehleinschätzungen der beiden selbsternannten Experten anfangen soll. Nur ein Beispiel: Rostock ist Massenguthafen. Gut so! Massengut wird mit riesiegen Greifern aus dem Bauch oftmals uralter, umweltverpestender Bulkfrachter geholt. Es entstehen Dreck, Verpestung und Flächenbedarf. Aber kaum Arbeitsplätze, wie sie der Lübecker RoRo-Umschlag bietet. Diese Liste gravierender Denkfehler ließe sich problemlos fortsetzen. Abrr nützt ja nix. Herr Neskovic hat sich eben den Hafen als Feindbild auserkoren. Aber die nächste Bürgerschaftswahl kommt und manche müssen dann gehen.

Uwe Witt

schrieb am 25.11.2021 um 12.11 Uhr:
Hafen
davon hat Herr Wolfgang Neskovic also auch keine Ahnung.

Hafenfreund 2

schrieb am 25.11.2021 um 13.24 Uhr:
jetzt fängt wieder die Zeit an in der sich jeder der 2x mit dem Reisebus durch den Hafen gekarrt wurde Experte nennen darf. Als Verteidigungsminister muss man in der Politik aber auch keine Kaserne von innen kennen. Ist heutzutage wohl so

K. Palte

schrieb am 25.11.2021 um 13.46 Uhr:
Hallo Hafenfreund und Uwe Witt. Sie kritisieren Neskovic als jemanden der keine Ahnung von Hafen habe. Mag ja sein, aber Ihr Text ist als Beweis dafür völlig unbrauchbar. Also nehme ich weiterhin an, dass Herr Neskovic in der Lage ist, die Situation des Hafens zutreffend zu beurteilen. Einen sehr differenzierten Beitrag liefert in dem Beitrag der Fraktion21 wie schon mehrfach zu diesem Thema Frank Müller-Horn. Was er bislang zum Tham Hafen hier in HL Live schrieb und hier wiederum schreibt ist sehr differenziert aufgelistet und geeignet darzulegen, dass es mit dem Hafen nicht zum besten steht. Zu dem was er schreibt sagen Sie aber kein Wort. Aber gerade hier hätten sie mit Ihrem offenbar sich selbst zugeschriebenen Fachwissen darlegen können dass Herr Müller-Horn auf dem Holzwege ist. Das haben Sie aber nicht getan. Weil Sie dazu schweigen, stellt sich bei mir die Frage, ob es Ihnen das Thema nicht wert ist sich der Mühe einer differenzierten Entgegnung zu unterziehen, oder ob Sie nicht in der Lage sind mangels Fachwissen und Kenntnis der Fakten den Beitrag von Herrn Müller Horn zu widerlegen.

H.Wiechmann

schrieb am 25.11.2021 um 14.39 Uhr:
Ich verstehe Ihren Kommentar nicht, Herr Hafenfreund. Herr Neskovic hat ja nicht über die Güter, die jeweils über Rostock oder Lübeck abgefertigt werden gesprochen, sondern nur über das offenbar nicht tragfähige Sanierungskonzept. Dass in Rostock andere Güter umgeschlagen werden als hier in Lübeck ist ja unbenommen. Unbenommen ist allerdings auch, und sogar von Professor Jürgens bestätigt, dass es Umsatzeinbußen im Lübecker Hafen von bis zu 50 % geben kann, wenn die feste Fehmarnbelt-Querung verwirklicht worden ist.
Dass unsere Verantwortlichen offenbar nicht hingucken (wollen) dass unserem Hafen, unter anderem dank der festen Fehmarnbelt-Querung keine rosige Zukunft beschieden sein wird, ist bedenklich.
Es ist doch wichtig, zu schauen, wie unsere Stadt, die wirklich arm genug ist, mit ihrem Geld sinnvoll umgeht.
Ich persönlich finde es gut, wenn es Menschen gibt, die das Sanierungskonzept der Stadt ür die LHG kritisch hinterfragen.

Hafenbeobachter

schrieb am 25.11.2021 um 16.44 Uhr:
@ Hafenfreund
Wer anderen gravierende Denkfehler vorwirft, sollte die eigenen Argumente besser auswählen. Die Konkurrenz in Rostock mit pauschalen Verunglimpfungen schlecht zu machen kann kaum von eigenen Problemen ablenken. Trotz leicht steigender Mitarbeiterzahlen geht der Umsatz der LHG seit 2014 kontinuierlich zurück, d.h. immer mehr Mitarbeiter wickeln immer weniger Geschäft ab. Das Ergebnis: die Verluste summieren sich seit über 10 Jahren auf mehr als 20 Millionen und das vor Lohnverzicht der Mitarbeiter und Pachtverzicht der Stadt. Wer auch diese Fakten ausblendet, der sollte sich zumindest fragen, warum ein Investor nach 13 Jahren entnervt aufgibt und eine Summe von 50 Millionen einfach abschreibt. Der Grund: es besteht keine Hoffnung, dass die LHG ohne ständige regelmäßige Zuschüsse überleben wird und somit keine Hoffnung zumindest einen Teil des investierten Geldes je wiederzusehen.