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Lübecker Arbeitsagentur wirbt für mehr Inklusion

Lübeck: Archiv - 02.12.2021, 09.12 Uhr: Den Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung am 3. Dezember nimmt die Agentur für Arbeit Lübeck zum Anlass, auf ein Thema hinzuweisen, welches das ganze Jahr von Bedeutung ist und einen noch höheren Stellenwert bekommen müsse: Inklusion.

"Inklusion ist keine Frage der Unternehmensgröße, sondern der Haltung. Dass die Ausbildung, Beschäftigung und Weiterbeschäftigung von Menschen mit Behinderungen ein Erfolgsfaktor für Unternehmen ist, zeigen die vorbildlichen Betriebe in unserem Bezirk, denen wir seit 2016 jährlich unser Inklusionszertifikat vergeben haben", erklärt Markus Dusch, Chef der Agentur für Arbeit Lübeck.

Wer sich von möglichen Defiziten abschrecken lasse, sehe die Stärken meist nicht. Egal, ob nach einem Unfall, einer Krankheit oder mit einer angeborenen Behinderung: Wenn Menschen mit Einschränkungen auf dem passenden Arbeitsplatz eingesetzt werden, können sie ihre Talente und Kompetenzen ausspielen.

"Bei der zunehmend schwieriger werdenden Stellenbesetzung muss dieses Potenzial gehoben werden. Gerade jetzt während der Corona-Pandemie haben es Menschen mit einem Handikap im Vergleich zu nicht behinderten Menschen doppelt schwer, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Zurzeit sind im Agenturbezirk 756 schwerbehinderte Menschen arbeitslos gemeldet, während für 1.250 Pflichtplätze eine Ausgleichabgabe gezahlt wird. Menschen mit einem Handikap müssen oft gegen Vorbehalte und Vorurteile kämpfen. In vielen Fällen ist die Einschränkung überhaupt nicht sichtbar und darüber hinaus die Berufsausübung nicht oder nur in geringem Ausmaß beeinträchtigt. Das können wir anhand eigener Beispiele nur bestätigen. In der Arbeitsagentur Lübeck haben wir im Schnitt eine Beschäftigungsquote von 12,4 Prozent. Damit liegen wir über der Quote privater (4,0 Prozent) und öffentlicher (8,1 Prozent) Arbeitgebenden in unserem Bezirk. Nutzen Sie dieses Potenzial bei der Stellenbesetzung", ergänzt Dusch.

Das gelte umso mehr bei der Ausbildung und der immer schwieriger werdenden Gewinnung von Nachwuchskräften. Junge Menschen mit einer Einschränkung könnten oft coronabedingt kein Praktikum machen, um von ihrer Leistungsfähigkeit zu überzeugen. "Diese jungen Menschen sind ein kostbares Gut. Bieten Sie ihnen eine Chance und gewinnen Sie motivierte und loyale Mitarbeitende. Wo es nicht ohne spezielle Unterstützung geht, gibt es fachliche Hilfen und Fördermittel, über die wir gerne aufklären", bietet der Agenturleiter an.

#Die Einstellung von schwerbehinderten Menschen kann die Agentur für Arbeit oder der jeweilige berufliche Rehabilitationsträger unter bestimmten Voraussetzungen mit Zuschüssen fördern. Der Arbeitgeber-Service berät Unternehmen gerne unter der gebührenfreien Hotline 0800/4555520 zu den Voraussetzungen.

Weitere Informationen rund um das Thema Inklusion bietet das Internet unter www.arbeitsagentur.de/m/inklusion.

Hintergrundinformationen:
Häufigste Ursache einer Schwerbehinderung ist eine im Lebensverlauf auftretende Erkrankung. Schwerbehinderte Menschen sind daher meist älter. In Folge des demografischen Wandels wird ihre Zahl steigen.

Werden Menschen mit Schwerbehinderung arbeitslos, brauchen sie häufig länger, um diese wieder zu beenden. Im Bezirk der Agentur für Arbeit Lübeck waren im November 2021 756 Menschen mit einer Schwerbehinderung arbeitslos gemeldet, 19 (2,6 Prozent) mehr als noch vor zwei Jahren vor der Corona-Pandemie. Bei allen Personengruppen ist die Arbeitslosigkeit dagegen um 108 oder 0,8 Prozent zurückgegangen. Rund 64 Prozent der Arbeitslosen mit einer Schwerbehinderung werden von den Jobcentern und 36 Prozent von der Arbeitsagentur betreut.

Dabei sind Unternehmen mit mehr als 20 Mitarbeitenden verpflichtet, fünf Prozent der Stellen mit Schwerbehinderten zu besetzen. Erfüllen sie diese Quote nicht, wird eine Ausgleichsabgabe fällig. In Lübeck und Ostholstein waren immerhin 1.250 Arbeitsplätze bei der letzten Erhebung unbesetzt.

Die Beschäftigungsquote beträgt im Agenturbezirk insgesamt 4,7 Prozent. Bei privaten Arbeitgebenden sind es 4,0 Prozent und bei öffentlichen Arbeitgebenden 8,1 Prozent. Die Arbeitsagentur Lübeck geht mit gutem Beispiel voran und hat 2021 im Schnitt eine Beschäftigungsquote von 12,4 Prozent.

In der Hansestadt Lübeck waren im November 2021 433 Menschen (+27 oder 6,7 Prozent zu November 2019) mit einer Schwerbehinderung arbeitslos gemeldet und 918 Arbeitsplätze bei der letzten Erhebung unbesetzt. Rund 69 Prozent dieser Arbeitslosen werden vom Jobcenter Lübeck und 31 Prozent von der Arbeitsagentur betreut.

Im Kreis Ostholstein waren Ende November 2021 323 Menschen (-8 oder 2,4 Prozent zu November 2019) mit einer Schwerbehinderung arbeitslos gemeldet und 332 Arbeitsplätze bei der letzten Erhebung unbesetzt. Rund 57 Prozent dieser Arbeitslosen werden vom Jobcenter Ostholstein und 43 Prozent von der Arbeitsagentur betreut.

Außerdem suchen rund 100 junge Menschen mit Einschränkung jedes Jahr mithilfe der Arbeitsagentur eine Ausbildungsstelle in Lübeck und Ostholstein.

2020 hat die Agentur für Arbeit Lübeck 14,8 Millionen Euro für die Teilhabe von Menschen mit einer Behinderung am Arbeitsleben ausgegeben, das waren rund 7 Prozent aller Ausgaben. Hinzu kommen rund eine Million Euro bei beiden Jobcentern.

Markus Dusch ist Chef der Agentur für Arbeit Lübeck.

Markus Dusch ist Chef der Agentur für Arbeit Lübeck.


Text-Nummer: 148728   Autor: Agentur für Arbeit/red   vom 02.12.2021 um 09.12 Uhr

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