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Lübecker Arbeitsmarkt: Experten erwarten Job-Boom

Lübeck: Archiv - 13.12.2021, 10.36 Uhr: Seit 2010 steigt die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Bezirk der Agentur für Arbeit Lübeck kontinuierlich an. Im letzten Jahr hatte die Pandemie den Wachstumstrend etwas gebremst, aber zu keinem Rückgang geführt. Mithilfe der Kurzarbeit wurden viele Arbeitsplätze in der Region gesichert und das eingearbeitete Personal in Unternehmen gehalten.

Zum Stand der aktuellsten Auswertung Ende März 2021 waren 162.136 Frauen und Männer zwischen Fehmarn und Lübeck beschäftigt, ein Plus von 106 oder 0,1 Prozent zum März 2020. Innerhalb der letzten zehn Jahre betrug der Anstieg 22.554 oder 16,2 Prozent.
Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung erwartet, dass der Arbeitsmarkt insgesamt robust durch die neue Corona-Welle kommt und rechnet bundesweit bei der Erwerbstätigkeit mit einem Plus von 285.000 Personen in 2021 und einem weiteren Anstieg um 1,6 Prozent in 2022. Doch wie sieht die regionale Entwicklung aus?

"Während zentrale Daten sich rein auf statistische Werte und Indikatoren stützen, fließen in die Bewertung vor Ort regionale Erkenntnisse mit ein. Für diese Einschätzung nutzen wir die Kompetenz externer Expertinnen und Experten", erläutert Markus Dusch, Vorsitzender der Geschäftsführung in der Agentur für Arbeit Lübeck. Vertreter der Handwerkskammer Lübeck, Industrie- und Handelskammer zu Lübeck, Wirtschaftsförderung Lübeck, Entwicklungsgesellschaft Ostholstein mbH (EGOH), Arbeitgebervereinigung Lübeck-Schwerin e.V., Unternehmensverband Ostholstein-Plön e.V., Jobcenter Lübeck und Ostholstein sowie der Arbeitsagentur Lübeck tauschten sich in einer Online-Sitzung zu den Chancen und Risiken des regionalen Arbeitsmarktes aus.

Mithilfe des Arbeitsmarktmonitors, einer Netzwerkplattform der Bundesagentur für Arbeit, wurden die 20 größten Branchen einzeln unter die Lupe genommen und die Entwicklungen diskutiert. Die Lübecker Bucht ist ein beliebtes Reiseziel und hat während der Corona-Pandemie weiter an Beliebtheit gewonnen. Im Zuge der sinkenden Inzidenzzahlen und damit einhergehenden Lockerungen der Corona-Beschränkungen zog in den Sommermonaten auch die Personalnachfrage im Hotel- und Gastgewerbe wieder an. Betriebe mussten jedoch verstärkt mit Personalengpässen kämpfen. Während die sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit Kurzarbeit im Unternehmen gehalten werden konnten, haben sich insbesondere Minijobbende wegen fehlenden Anspruchs auf Kurzarbeitergeld oft neu orientiert.

Bild ergänzt TextGrafik: Agentur für Arbeit Lübeck.

Die Beliebtheit der Urlaubs- und Wohnregion Lübecker Bucht, aber auch die Alterung der Gesellschaft, wachsende Zahl der Pflegebedürftigen, neue Einrichtungen in der Palliativversorgung oder die Zunahme bei ambulanter Pflege sorgen im Gesundheits- und Sozialwesen für einen stetigen Personalbedarf. Die Verfügbarkeit von Arbeitskräften stößt jedoch an ihre Grenzen und wurde durch die Pandemie weiter verschärft. Pandemiebedingte Mehrbedarfe entstanden bei der Herstellung von medizinischen Apparaten und Materialien ebenso wie bei der Herstellung von Nahrungsmitteln oder im Handel mit Lebensmitteln und Baustoffen. Aber auch das Baugewerbe oder der Garten- und Landschaftsbau profitierten von binnenwirtschaftlichen Investitionen. Wachstumshemmend könnten sich hier ebenso wie in der Herstellung von elektronischen Erzeugnissen und anderen Wirtschaftsbereichen die Liefer- und Materialengpässe erweisen.

Obwohl die Verfügbarkeit an Fachkräften das Beschäftigungswachstum bremst, Lieferengpässe und mögliche Einschränkungen durch die Pandemie Unsicherheiten bergen, gehen die Experten 2022 branchenübergreifend von einem Zuwachs von rund 2.600 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Lübeck und Ostholstein aus. Handlungsmöglichkeiten werden in der Aktivierung der Stillen Reserve, Integration geflüchteter Menschen, Anwerbung ausländischer Arbeitskräfte und der Qualifizierung gesehen.

"Verfügbare Arbeitskräfte sind heute spürbar knapper als noch vor Jahren und aufgrund der demografischen Entwicklung werden die Fachkräfteengpässe noch zunehmen. Hinzu kommen digitale und ökologische Transformationen, struktureller Wandel, deutlich geändertes Konsum- und Medienverhalten sowie die Geschwindigkeit der Veränderung von Arbeit. Qualifizierung ist ein entscheidender Schlüssel, um diese Entwicklung abzumildern. Ob langzeitarbeitslos, geringqualifiziert, alleinerziehend oder mit Migrationshintergrund: jeder dieser Menschen hat individuelle Stärken und kann eine wertvolle Bereicherung für ein Unternehmen sein. Seien Sie offen für neue Wege. Gerne steht der Arbeitgeber-Service Ihnen als Partner rund um alle Fragen zur Nachwuchs- und Personalgewinnung sowie Qualifizierung zur Seite", bietet Dusch Unternehmen an.

In Lübeck und Umgebung sinkt die Arbeitslosigkeit seit 2010 kontinuierlich.

In Lübeck und Umgebung sinkt die Arbeitslosigkeit seit 2010 kontinuierlich.


Text-Nummer: 148945   Autor: Agentur für Arbeit/red   vom 13.12.2021 um 10.36 Uhr

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