Diese Seite verwendet Cookies für die Funktionalität und für anonymisierte Statistiken.
Stimmen Sie auch der Verwendung von Cookies durch Drittanbieter auf dieser Website für die Schaltung von personalsierter Werbung zu? Weitere Informationen
Sie können Ihre Zustimmung jederzeit auf der Seite Impressum / Datenschutz widerrufen.
Dort finden Sie auch weitere Informationen zu Cookies.

Drittes Kammerkonzert: Romantik pur

Lübeck: Archiv - 15.12.2021, 12.55 Uhr: Die Besucher des 3. Kammerkonzerts der Philharmoniker kamen auf ihre Kosten: Mit dem Klavierquintett von Alexander Borodin und dem 2. Klavierquartett von Antonin Dvorak stand in den Kammerspielen Romantik pur auf dem Programm. Hierfür hatten sich Christina Reitemeier-Bruggaier, Jens-Peter Heidemann (Violinen), Elisabeth Fricker (Viola), Hans-Christian Schwarz (Violoncello) und als Gast Barbara Martini (Klavier) zusammengefunden.

Borodins Quintett folgt, ohne „nationale“ Färbung, ganz dem klassischen Muster: Im einleitenden Andante erzählt das Klavier, die Streicher antworten behutsam, um unter Führung der 1. Violine dann im Scherzo übermütige Spielfreude zu entwickeln. Der lange dritte Satz wechselt zwischen Dur und Moll, und bei aller Geläufigkeit der Klavierpassagen ließ Barbara Martini den Streichern den Vortritt. Diesen war unter Führung von Primaria Reitemaier-Bruggaier die gute Abstimmung anzumerken.

Dvoraks Opus 87, eine anspruchsvolle Perle der Quartett-Literatur, zeigt das böhmische Kolorit und die ganze Meisterschaft des Komponisten. Und es setzt Kräfte frei, die zwischen den Vier auszutarieren sind. Das war nicht immer der Fall im hier angestrengten Führungswechsel zwischen 1. Violine und Klavier – zumal der Flügel zu weit geöffnet war: Die Akustik in den Kammerspielen ist zwar sehr gut, aber das Tasteninstrument buttert die Streicher allzu leicht unter. Darunter litt auch die Balance im Lento mit der schönen Cello-Kantilene. Der tänzerische dritte Satz bereitete allen sichtlich Freude, ebenso im Finale das Frohgemute, das durch alle Stimmen läuft und bei der Viola kurz verweilen möchte.

Das Auditorium applaudierte am Ende voller Zustimmung und lange, sodass die Anspannung der Musici einem befreiten Lächeln wich. Es zeigte sich einmal mehr, wie engagiert Lübecks Philharmoniker sich auch der Kammermusik widmen – und ebenso, wie kenntnisreich und einfühlsam Leitender Musikdramaturg Christian Münch-Cordellier in die Werke einzuführen weiß. - Nächste Veranstaltungen: „1. Klangbilderkonzert“ mit Barockmusik am 21. Dezember in den Kammerspielen; 4. Kammerkonzert „Crazy trumpets and Friends“ am 12. Februar im Haus Eden (jeweils 19.30 Uhr).

Für das Kammerkonzert gab es vom Publikum viel Beifall.

Für das Kammerkonzert gab es vom Publikum viel Beifall.


Text-Nummer: 148983   Autor: Güz   vom 15.12.2021 um 12.55 Uhr

Text teilen: auf facebook +++ auf Twitter +++ über WhatsApp

Text ausdrucken. +++  Text ohne Bilder ausdrucken.