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Weihnachts-Botschaft der Bischöfin

Lübeck: Archiv - 23.12.2021, 16.15 Uhr: Die Krippe ist für Bischöfin Kirsten Fehrs, die am 25. Dezember im Lübecker Dom predigt, „ein Hoffnungsort der Besonnenheit“, an dem alle Unterschiede in den Hintergrund treten. „Da, wo Worte versagen und kein Gespräch mehr möglich ist, wo man sich schmerzlich unverständlich uneins ist, schenkt Christus an der Krippe tiefe Gemeinschaft“, erinnerte die Bischöfin im Sprengel Hamburg und Lübeck in ihrer Weihnachtsbotschaft.

Gerade in dieser Zeit großer Zerrissenheit werden Barmherzigkeit und Liebe für die Menschen gebraucht, die in Deutschland und anderen Orten der Welt am Rand – auch ihrer Kräfte – sind. Vor allem die Kinder und Jugendlichen seien in den vergangenen zwei Jahren der Pandemie aus dem Blick geraten. Die Bischöfin appellierte: „Es ist an uns, ihnen zuzuhören und wahrzunehmen, was diese zwei Jahre die Kinder und die Jugendlichen gekostet haben. Und wir müssen Verantwortung übernehmen. Jetzt.“

Die Weihnachtsbotschaft von Bischöfin Kirsten Fehrs im Wortlaut:

(")Friede auf Erden – mit der Geburt des kleinen Friedenskindes verändert sich die Welt. Es soll besser sein! Das ist die drängende Botschaft der Weihnachtsgeschichte, dieser Sehnsuchtserzählung der Menschheit. Es soll besser sein, weiser, friedlicher. Auch und gerade im Angesicht von Elend und Missständen bei uns und in der Welt braucht es Menschen, die diese Hoffnung hoffen. Und die dann anpacken. Für alle, die am Rand sind. Längst nicht wohnen alle Kinder sicher, auch nicht in einem reichen Land wie Deutschland. Längst nicht alle sind behütet, bekommen genug zu essen, werden angemessen medizinisch versorgt und haben gute Bildungschancen. Corona trifft die ärmsten Kinder besonders hart, weil sie so dringend auf geöffnete Schulen und den Zugang zu Hilfseinrichtungen angewiesen sind. Und auch die Angst, die Wut und die Verzweiflung der Jugendlichen sind vielerorts mit Händen zu greifen. Es ist an uns, ihnen zuzuhören und wahrzunehmen, was diese zwei Jahre die Kinder und die Jugendlichen gekostet haben. Und wir müssen Verantwortung übernehmen. Jetzt.

Und ich denke heute auch an die vielen Brückenbauer in unserem Land: Pflegekräfte und Ärztinnen, Hospizmitarbeitende, Ehrenamtliche in der Flüchtlingshilfe und in den Kirchengemeinden, Feuerwehr und Polizei, Jugenddiakone und Heimleiterinnen, Musiker, Lehrerinnen und Obdachlosen-Betreuer. Sie alle haben Großartiges geleistet, sie alle prägen das soziale Gesicht unseres Landes, menschenfreundlich wie Gott auch: Das Krippenkind strahlt uns entgegen, unerhört freundlich zu jedermann. Darin liegt eine so versöhnende Kraft! Gerade jetzt für die Familien, die Freundschaften, die Kollegien, die von den Pandemiethemen ganz zerrissen werden. Genau deshalb sollen alle an die Krippe kommen! Die Krippe ist der Ort, an dem die Unterschiede in den Hintergrund treten. Ein Hoffnungsort der Besonnenheit. An der Krippe heilen Wunden, trocknen Tränen, blühen Menschen auf. Und da, wo Worte versagen und kein Gespräch mehr möglich ist, wo man sich schmerzlich unverständlich uneins ist – schenkt Christus an der Krippe tiefe Gemeinschaft.

Das ist das Revolutionäre dieses kleinen Friedenskindes in all seiner Ohnmacht: dass die Barmherzigkeit den Streit besiegt und Liebe die Verzweiflung.

Ich wünsche Ihnen ein gesegnetes Weihnachtsfest!

Ihre Bischöfin Kirsten Fehrs(")

Kerstin Fehrs predigt am 1. Weihnachtsfeiertag um 10.40 Uhr im Lübecker Dom.

Kerstin Fehrs predigt am 1. Weihnachtsfeiertag um 10.40 Uhr im Lübecker Dom.


Text-Nummer: 149125   Autor: Nordkirche   vom 23.12.2021 um 16.15 Uhr

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