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IHK meldet deutlich weniger Auszubildende

Lübeck: Trotz leichter Erholung zum Jahresende liegen die Ausbildungszahlen in Schleswig-Holstein erneut unter dem Vorjahresniveau. Die Industrie- und Handelskammern haben im Jahr 2021 insgesamt 8.839 neue Ausbildungsverträge aus den Bereichen Industrie, Handel und Dienstleistungen eingetragen – das sind 351 (3,8 Prozent) weniger als im Vorjahr.

„Im zweiten Jahr in Folge findet die Berufsorientierung kaum in Präsenz statt, sodass junge Menschen und Betriebe seltener zueinander finden. Leider konnten wieder mehr Lehrstellen nicht besetzt werden“, sagt die Präsidentin der IHK Schleswig-Holstein, Friederike C. Kühn. Zwar wurden 215 Ausbildungsplätze weniger ausgeschrieben (- 1,1 Prozent), dem gegenüber steht jedoch ein großes Minus von 2.184 auf der Bewerberseite. Das entspricht einem Rückgang von 13 Prozent. „In den Betrieben spüren wir eine ungebrochene Ausbildungsbereitschaft. Leider herrscht immer öfter Nachwuchsflaute“, so Kühn. Zur Unzeit – denn durch die anziehende Wirtschaft fehlten Fach- und Arbeitskräfte sowie insbesondere Auszubildende. So schätzen die Unternehmen auch laut IHK-Konjunkturbericht den Fachkräftemangel als größtes Risiko ein. Mehr als die Hälfte der Betriebe (52 Prozent) sucht gezielt Absolventen einer Berufsausbildung.

„Die Zeiten der Worte sind vorbei – wir brauchen Taten. Damit das Ausbildungsangebot auf Nachfrage trifft, muss die Ausbildung an allen allgemeinbildenden Schulen in den Fokus. Wir erwarten von der Landesregierung und allen Stakeholdern der Ausbildung, dass 2022 das Jahr der Berufsorientierung wird“, fordert die IHK-Präsidentin. Zwar habe die Landesregierung mit dem Landeskonzept Berufliche Orientierung einen Schritt in die richtige Richtung gemacht, die Berufsorientierung müsse aber weiter intensiviert werden. Aus Sicht der IHK sollte es unter anderem ein flächendeckendes Angebot von Potenzialanalysen für Schülerinnen und Schüler geben, um gezielt in die Praktikums- und Berufsauswahl zu starten. Darüber hinaus sollte das Land die Finanzierung der beruflichen Orientierung mit verbindlichen zwei bis vier Lehrerkontingentstunden für alle allgemeinbildenden Schulen ausbauen. Abbruchquoten von 30 bis 50 Prozent bei Studierenden sowie von 25 Prozent bei Azubis könnten so verringert werden. Dadurch sinke die Demotivation sowohl bei den Ausbildenden als auch bei den Azubis und letztlich auch der volkswirtschaftliche Schaden.

Weiterhin gelte es, die Attraktivität der Dualen Ausbildung zu halten. Kühn: „Es darf jetzt nicht zu reflexartigen Schließungen von Berufsschulklassen kommen, weil pandemiebedingt Azubis in den Klassen fehlen. Wir dürfen keine Abwärtsspirale aus sinkenden Ausbildungszahlen, der Schließung von Berufsschulklassen und dem Attraktivitätsverlust der Ausbildung in Gang setzen.“ Um das zu verhindern, müsse eine optimale Mischung aus Qualität und Standortvielfalt gesichert bleiben.

Kühn abschließend: „Die Duale Ausbildung zeigt gerade in Krisenzeiten ihre ganze Stärke. Wie schon in der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008, hat Deutschland auch jetzt in der Corona-Pandemie die niedrigsten Jugendarbeitslosenzahlen in der gesamten Europäischen Union. Eine abgeschlossene Ausbildung ist ein guter Grundstein für jede Karriere. Oftmals ist noch unbekannt, dass die Arbeitslosenquote weitergebildeter Fachkräfte niedriger ist als bei Akademikern. Eltern, Verwandte und Lehrer sollten die Schulabgänger in Zeiten der Pandemie bei der Berufswahl aktiv unterstützen.“

Besonders viele Ausbildungsstellen gibt es in Schleswig-Holstein in den Berufen Kaufleute im Einzelhandel, Verkäuferinnen und Verkäufer und Kaufleute für Büromanagement.

Friederike C. Kühn, Präses der IHK zu Lübeck und Präsidentin der IHK Schleswig-Holstein, wirbt für die Duale Ausbildung. Foto: Olaf Malzahn

Friederike C. Kühn, Präses der IHK zu Lübeck und Präsidentin der IHK Schleswig-Holstein, wirbt für die Duale Ausbildung. Foto: Olaf Malzahn


Text-Nummer: 149251   Autor: IHK/red.   vom 03.01.2022 um 15.12 Uhr

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