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Grüne: Verwaltung muss auch leichte Sprache nutzen

Lübeck: Archiv - 17.01.2022, 12.45 Uhr: Helmut Müller-Lornsen, Fraktionsmitglied und Sprecher für Inklusion, kritisiert, dass die Lübecker Stadtverwaltung wichtige Informationen nicht in leichter Sprache veröffentlich. Das sei für Menschen mit Einschränkungen wichtig,

Wir veröffentlichen die Mitteilung von Helmut Müller-Lornsen im Wortlaut:

(")Lübeck ist eine multikulturelle Stadt, die sich aktiv für eine gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderungen einsetzt. Das begrüßen wir Grünen sehr. Seit 2018 gibt es den Teilhabeplan von und für Menschen mit Behinderung, der sich als fortlaufender Veränderungsprozess versteht.

Viele Menschen mit Behinderung verständigen sich im Alltag in deutscher Sprache, stoßen allerdings an ihre Grenzen, sobald es sich um schwierige Texte und abstrakte fachliche Sachverhalte handelt. Informationen oder Bescheide von Behörden und Institutionen gehören häufig dazu. Aber gerade diese Informationen sind oftmals von wichtiger Bedeutung, die auch vom Adressaten verstanden werden müssen. Nur wer versteht, was gemeint ist, kann dementsprechend auch handeln. Und nur wer seine Rechte und Ansprüche kennt, kann diese auch wahrnehmen und einfordern.

Die UN-Behindertenrechtskonvention verpflichtet alle Verwaltungen dazu, Menschen mit sogenannter geistiger Behinderung (kognitiven Einschränkung/Lernbehinderungen), wichtige Informationen auf für sie geeignete Weise zugänglich zu machen.

Die leichte Sprache ist hierfür ein passendes und erprobtes Instrument, welches auch im behördlichen Alltag eingesetzt werden kann. Dieses Instrument bietet für viele Menschen in Lübeck die Möglichkeit, Informationen ohne Hilfe Dritter verstehen zu können, um dann auf dieser Grundlage eigene Entscheidungen zu treffen. Dies gilt nicht nur für Menschen mit Behinderungen, sondern auch für Menschen aus anderen Sprachräumen sowie ältere Menschen mit nachlassenden Fähigkeiten. Leichte Sprache soll den Alltag erleichtern und gleichberechtigte Teilhabe ermöglichen. Es gibt eine Lübecker Verordnung (VO2020/08808) aus dem Jahr 2021, die das Verwandlungshandeln in leichter Sprache thematisiert. Allerdings wurde bisher diesbezüglich nichts in die Wege geleitet, bis auf das man sich verwaltungsintern darauf geeinigt hat, es 2023 aus der Schublade zu holen und darüber nachzudenken, wann es denn umgesetzt werden soll. Wir Grünen plädieren für eine sofortige Umsetzung. Gerade in der jetzigen Corona Zeit, würde es vielen Menschen nützen, Informationen in einer ihr zugänglichen Weise zu bekommen.(")

Als anschauliches Beispiel hat Helmut Müller-Lornsen seine Mitteilung auch in leichter Sprache formuliert:

(")Lübeck ist eine Multi-Kulturelle Stadt.
Multi-Kulturell bedeutet:
Es gibt viele verschiedene Menschen aus unterschiedlichen Ländern.
Lübeck setzt sich für eine gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderungen ein.
Das bedeutet:
Alle Menschen haben die gleichen Rechte. Niemand wird ausgegrenzt.
Die Partei „Bündnis 90 / Die Grünen“ ist dafür.
Eine Partei ist eine Gruppe.
Diese Gruppe macht Politik. Jede Partei hat eine andere Meinung.
Seit 2018 gibt es einen Teilhabe-Plan in Lübeck.
Darum geht es in dem Plan:
Menschen mit Behinderungen sollen überall mitmachen können.
Menschen mit Behinderungen sollen ihre Rechte bekommen.
Im Plan steht:
Was die Stadt Lübeck dafür tun will.
Wie sich die Stadt Lübeck um die Rechte kümmern will.
Schwere Sprache ist ein Hindernis für Menschen mit einer Behinderung.
Anträge und Formulare sollen alle Menschen verstehen.
Aktuelle Informationen von Behörden gehören dazu.
Zum Beispiel:
Warum schreibt mir die Behörde.
Was muss ich tun.
Welche Rechte habe ich.
Mir gefällt der Bescheid nicht. Was kann ich tun.
Alle Menschen sollen gleich gut Informationen von Behörden verstehen.
Alle Menschen haben die gleichen Rechte.
Die UN-Behinderten-Rechts-Konvention ist ein Gesetz.
Alle Menschen müssen sich an das Gesetz halten.
Zum Beispiel regelt die UN-Behinderten-Rechts-Konvention:
Alle Menschen sollen wichtige Informationen verstehen.
Dazu gehören zum Beispiel:
Anträge, Gesetze, Gebrauchs-Anweisungen, Nachrichten und vieles mehr.
Darum gibt es die leichte oder einfache Sprache.
Unsere Partei „Die Grünen“ ist für leichte Sprache.
Alle Menschen können Texte in leichter Sprache verstehen.
Alle Menschen können ihre Entscheidungen dann selbst treffen.
Mit leichter Sprache können alle Menschen mitmachen.
In Lübeck haben wir bisher keine leichte Sprache.
Darum können nicht alle Menschen mitmachen.
Das hat die Lübecker Verwaltung so entschieden.
2023 soll darüber noch einmal gesprochen werden.
Wir Grünen finden das nicht gut.
Leichte Sprache soll schon jetzt benutzt werden.
Zum Beispiel bei den Regeln für den Corona-Virus.(")

Helmut Müller-Lornsen ist Sprecher für Inklusion der Fraktion der Grünen.

Helmut Müller-Lornsen ist Sprecher für Inklusion der Fraktion der Grünen.


Text-Nummer: 149469   Autor: Grüne/red.   vom 17.01.2022 um 12.45 Uhr

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