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Hoffnung, Geduld und Trübsal

Lübeck: Archiv - 22.01.2022, 08.42 Uhr: Pastorin i.R. Ellen Naß stellt ein Bibelzitat in den Mittelpunkt ihrer Gedanken zum Wochenende: "Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, haltet an am Gebet." Dieser Rat passe auch in die derzeitige Lage.

Neulich waren zwei meiner Kinder zu Besuch. Sie stellten den Fernseher an und begannen, ein Scrabbleturnier zu sehen. Bis dahin hatte ich nicht gewusst, dass es überhaupt Turniere für Scrabble gibt und dass man im Fernsehen Scrabble sehen kann. Als wir jung verheiratet waren, hatte mein Mann versucht, dieses Spiel mit mir zu spielen – aber bald aufgegeben, weil ich einfach nicht die Geduld dazu hatte. Dinge, bei denen man – gefühlt stundenlang – auf etwas starren und überlegen muss sind einfach nichts für mich.

Daran fühlte ich mich durch diese Fernsehsendung erinnert. Es geht mir übrigens nicht nur mit Scrabble so, auch Schach zum Beispiel ist mir zu konzentriert. Ich spiele generell nicht gerne, aber wenn, dann Spiele, die schnell gehen, wo man Erfolge – oder auch Misserfolge – sieht, wo man nicht einfach nur Geduld haben und denken muss.

Eigentlich ist das traurig, denn Geduld ist etwas, was in der Bibel immer wieder gefordert wird. „Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, haltet an am Gebet“, so schreibt der Apostel Paulus einmal. Das sind alles drei Aufforderungen, die etwas in Vergessenheit geraten sind, auch wenn man beim Scrabble Geduld braucht.

Dabei ist das ein Satz, das uns gerade in diesen schweren Coronazeiten helfen kann. „Fröhlich in Hoffnung“, ist eine Ermahnung, die nach 2 Jahren Seuche fast nicht mehr durchzuhalten ist. Es scheint so, als hätte es Corona schon immer gegeben – alte Filme, in denen Menschen ohne Maske dicht beieinander stehen oder sitzen scheinen merkwürdig zu sein. Nach zwei Jahren mit immer neuen Wellen nicht die Hoffnung zu verlieren ist schwierig, und dann dabei auch noch fröhlich zu sein manchmal fast unmöglich.

Wegzuschauen ist auch keine Lösung, da kann uns das Anstarren der Buchstaben bei Scrabble eine Warnung sein. Wir können natürlich so tun, als gäbe es das alles nicht, als wäre es nicht schlimm – aber nach zwei Coronaerkrankungen im engsten Familienkreis und vielen anderen im weiteren Bekanntenkreis kann ich das nicht.

Dazu rät Paulus auch nicht. Er sagt nicht, dass eigentlich alles gar nicht so schlimm ist. Er redet nicht davon, dass es in allem Unglück immer auch etwas Gutes gibt, dass man darauf achten sollte, dann wäre alles gut. Er behauptet nicht, dass es kein Unglück gibt, sondern er sieht es ganz klar und benennt es: Trübsal.

Wir sollen Trübsal nicht verleugnen – und Corona ist eine Trübsal – wir sollen geduldig sein. Den Realitäten ins Auge sehen, auch wenn sie nicht schön sind, und dann trotzdem geduldig sein im Warten, bis es vorbei ist – und dann noch fröhlich sein, während wir auf das Ende der Bedrängnis warten – das ist der Rat des Paulus für schwere Zeiten. Vielleicht kann uns ja Scrabble dabei helfen, solche Geduld zu entwickeln, auch wenn die Methode bei mir nicht sehr erfolgreich war.

Was aber wirklich helfen kann ist die 3. Ermahnung von Paulus: „Haltet an am Gebet“. Es geht eben nicht um: Kopf hoch, um Licht am Ende des Tunnels. Paulus weiß, wem er vertraut, dass er hilft, in der Trübsal, in der scheinbaren Hoffnungslosigkeit. Was auch geschieht, wir können nie tiefer fallen als in Gottes Hand, Er wird uns auffangen. Es wird vielleicht nicht sein, wie wir uns das jetzt wünschen, aber Er wird es gut für uns machen.

Im Vertrauen auf diesen Gott kann auch ich sonst so Ungeduldige fröhlich sein im Hoffen, geduldig warten, dass die Hilfe kommt.

Ellen Naß setzt in diesen Zeiten auf einen Rat von Apostel Paulus.

Ellen Naß setzt in diesen Zeiten auf einen Rat von Apostel Paulus.


Text-Nummer: 149549   Autor: red.   vom 22.01.2022 um 08.42 Uhr

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