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Lübecker Ausgleichsamt hat Tätigkeit eingestellt

Lübeck: Archiv - 30.01.2022, 12.31 Uhr: Das Ausgleichsamt der Hansestadt Lübeck hat seine Tätigkeit zum Ende des Jahres 2021 eingestellt. Die wenigen noch verbliebenen Aufgaben nimmt seit Jahresanfang das Landesausgleichsamt beim Finanzministerium des Landes Schleswig-Holstein wahr. Damit geht auch ein Stück Geschichte der Hansestadt Lübeck zu Ende.

Zunächst betraf der Lastenausgleich Menschen, die infolge des Zweiten Weltkrieges ihr Hab und Gut durch Flucht, Vertreibung und Ausbombung verloren hatten. In Hochzeiten mit rund 150 Mitarbeiter besetzt, gab es Ende der 80er Jahre kaum noch etwas zu tun im Ausgleichsamt. Ganz schließen konnte man das Ausgleichsamt trotzdem nicht, denn es galt Kriegsschadenrente und andere Entschädigungszahlungen zu leisten. Im März 1984 schlossen sich die Kreise Ostholstein, Stormarn und Herzogtum Lauenburg mit Lübeck zusammen, und übertrugen ihre Aufgaben auf das Ausgleichsamt der Hansestadt Lübeck. Andere Kommunen folgten diesem Beispiel, sodass von ehemals 15 Ausgleichsverwaltungen im Land Schleswig-Holstein nur noch drei Ausgleichsämter agierten.

Mit der Wende 1990 änderte sich das Arbeitsaufkommen schlagartig, denn jetzt galt es, die Rückübertragung des Vermögens aus DDR-Zeiten an die ehemaligen Eigentümer oder deren Erben zu regeln. Viele Immobilien konnten wieder an ihre rechtmäßigen Besitzer zurückgegeben werden. Entschädigungen, die zuvor im Rahmen des Lastenausgleichs gezahlt worden waren, wurden nun vom Ausgleichsamt wieder zurückgefordert. Allein in Schleswig-Holstein wurden im Laufe der Jahre rund 16.000 Akten und rund 10.000 Rückforderungsfälle von drei Ausgleichämtern bearbeitet.

Im Laufe der Jahre wurde die Anzahl der durchzuführenden Rückforderungen weniger, der Abschluss absehbar. 2012 wurde das bis dato eigenständige Ausgleichsamt aufgelöst und die Restaufgaben in die Zuständigkeit des Bereichs Soziale Sicherung übergeben. In den letzten Jahren gab es immer weniger noch offene Fälle, ein Teil der Aufgaben wurde an das Land beziehungsweise den Bund übertragen, sodass die nur noch zwei Mitarbeiter des Ausgleichsamtes die Restaufgaben wahrnahmen.

Die letzte Abrechnung mit den beteiligten Kreisen erfolgte für das Jahr 2017, aufgrund der Geringfügigkeit der noch wahrzunehmenden Aufgaben wurde aus Wirtschaftlichkeit auf weitere Abrechnungen verzichtet. Neben noch einigen rein aufzubewahrenden Altfällen gab es diesen Herbst, nach rund 27 Jahren, noch eine letzte Ratenzahlung als Folge einer Rückforderung zu verbuchen.

Senator Sven Schindler freut sich, dass nach vielen Jahrzehnten der überwiegende Teil der Fälle geklärt werden konnte. Foto: Archiv.

Senator Sven Schindler freut sich, dass nach vielen Jahrzehnten der überwiegende Teil der Fälle geklärt werden konnte. Foto: Archiv.


Text-Nummer: 149637   Autor: Hansestadt L./Red.   vom 30.01.2022 um 12.31 Uhr

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