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Gottes Wort macht unseren Lebensweg hell

Lübeck: Archiv - 05.02.2022, 08.57 Uhr: Pastorin i.R. Ellen Naß widmet ihre Gedanken zum Wochenende einem Satz aus dem Psalm 119. Es geht um den richtigen Weg im Leben: Soll man sich auf ein fernes Ziel konzentrieren oder auf ein kleines Stück des Weges.

Abends gehe ich häufig mit unserem Hund einen unbeleuchteten Weg entlang. In klaren Nächten sieht man die Sterne besonders gut. Natürlich gibt es Licht von den Häusern in der Nähe, so dass ich dort ohne Taschenlampe zurechtkomme. Ich muss aufpassen, der Weg ist sehr uneben. Aber es ist noch nie etwas passiert. Manchmal allerdings sind andere Menschen unterwegs, die anscheinend nicht so gut sehen können – und dann habe auch ich Probleme, zurechtzukommen, weil ich von dem Licht der anderen geblendet wurde.

Abends – und ganz besonders dann – denke ich an ein Wort aus den Psalmen, das gerne als Konfirmations- oder als Taufspruch genommen wurde und wird. „Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege.“ (Psalm 119,105)

Wie die Verszahl 105 anzeigt, ist der 119. Psalm ein sehr langer Psalm. Martin Luther hat ihn das „goldene ABC“ genannt. Der Dichter dieses Psalms hat sich die Mühe gemacht, die Verse mit den Buchstaben des hebräischen Alphabets anfangen zu lassen – also a, b,c und so weiter, aber nicht nur jeweils eine Zeile, sondern immer acht Zeilen mit dem selben Buchstaben.

Zusätzlich preist er in jeder Zeile das Gesetz, die Gebote, das Wort Gottes, so wie auch in Vers 105. Es muss eine riesige Arbeit gewesen sein, solch ein Kunstwerk zu gestalten.

Der Grund, warum ich an diesen Satz erinnert werde, ist, dass, wenn man nach unten leuchtet, man niemanden blendet, und das ist ja gerade das Störende an den Lampen anderer Leute.

Aber natürlich wollte hier niemand eine Anweisung zum richtigen Gebrauch von Taschenlampen geben. Es ist uns allen klar, dass hier nicht der konkrete Weg im Dunklen gemeint ist, sondern dass von unserem Lebensweg die Rede ist. So wird das Leben oft beschrieben, als ein Weg von der Geburt bis zum Tod.

Und wie auf dem richtigen Weg kann auch unser Lebensweg ganz unterschiedlich sein. Es gibt schöne Zeiten, wo wir im Hellen gehen, alles scheint zu gelingen, wir haben klar das Ziel vor Augen, Menschen, die uns wichtig sind und die mit uns gehen. Solch ein Ziel, solch eine Begleitung, so sagt es der Psalm, ist das Wort Gottes, sind die Gebote, sind die Liebe zu Gott, die Liebe und die Zuwendung zu anderen Menschen.

Aber es reicht nicht, nur ein Ziel zu haben. Wer zu weit oder zu ausschließlich nach vorne blickt, der verliert den aktuellen Weg leicht aus den Augen. Wer sich zu weit nach vorne orientiert, kann leicht über Unebenheiten, Steine und Wurzeln stolpern. Wenn Menschen nur ein Ziel vor Augen haben, dann werden sie schnell unbarmherzig, ordnen alles der „großen Sache“, dem, was sie für wichtig erachten, unter. Auch die Gebote Gottes können – zu extrem ausgelegt – Menschen zerstören, statt ihnen zu helfen.

Deshalb finde ich es schön, dass Gottes Wort ein Licht für unsere Füße ist. In den Dunkelheiten des Lebens, den Fragen und den Unebenheiten, beleuchtet Gottes Wort nicht nur das ferne Ziel, den Horizont ganz weit weg, sondern es macht den Boden direkt unter unseren Füßen sichtbar, so dass wir nicht stolpern und fallen. Dann sehen wir die Menschen um uns herum, die täglichen Probleme – und können mit ihnen ganz anders umgehen, als wenn unsere Augen auf ein weit entferntes Ziel gerichtet sind.

176 Verse hat der Dichter des Psalm gebraucht, um Gottes Gesetze, Gottes Wort zu beschreiben. Dabei reicht eigentlich schon dieser eine Satz: Gottes Wort macht unseren Lebensweg hell, und auch wenn wir nur den nächsten Schritt erkennen können – den können wir in Gottes Licht sicher gehen, und dann wird der nächste folgen, und auch dort werden wir den Weg sehen.

Pastorin i.R. Ellen Naß veröffentlicht ihre Gedanken zum Wochenende im Wechsel mit Heinz Rußmann.

Pastorin i.R. Ellen Naß veröffentlicht ihre Gedanken zum Wochenende im Wechsel mit Heinz Rußmann.


Text-Nummer: 149803   Autor: red.   vom 05.02.2022 um 08.57 Uhr

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