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Fehlender Nachwuchs: Handwerk startet Imagekampagne

Lübeck: Archiv - 08.02.2022, 11.04 Uhr: Die aktuelle bundesweite Imagekampagne des Handwerks ruft angesichts des Fachkräftebedarfs mit einer provokanten Frage zu gesellschaftlichem Umdenken auf: "Handwerk liegt in der Natur des Menschen. Was hindert so viele daran, es zum Beruf zu machen?". Ab dem 7. Februar ist die Kampagne auf Großplakaten in den Großstädten und für mehrere Wochen in TV-Spots sowie auf Motiven im Internet zu sehen.

Deutschland stehe vor großen Herausforderungen: unter anderem beim Klimaschutz, bei der Digitalisierung, bei der Modernisierung der Infrastruktur und im Wohnungsbau. Doch im Handwerk sollen rund 250.000 Fachkräfte fehlen – Tendenz steigend. Und das trotz bester Zukunftsaussichten. Trotzdem würden jährlich rund 20.000 Ausbildungsplätze unbesetzt bleiben, was den zukünftigen Fachkräftemangel natürlich verstärke. Auch in Schleswig-Holstein könnten viel mehr Ausbildungsplätze im Handwerk besetzt werden: Die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe sei hoch, was fehle, seien Bewerberinnen und Bewerber.

"Hier stimmt was nicht", macht das Handwerk daher mit einer bundesweiten Kommunikationsoffensive vom 7. Februar an deutlich und will eine Gesellschaft zum Umdenken aufrufen, die jahrzehntelang Wissen über Können gestellt hat. Dazu rückt die Kampagne Kinder in den Mittelpunkt des Geschehens. Denn mit ihren Händen etwas zu erschaffen, liege in ihrer Natur und bereite ihnen Freude. Doch mit zunehmendem Erwachsenwerden gerate das gesellschaftlich aus dem Blick. Vielmehr werde dann häufig als einzig anzustrebender Bildungsweg eine akademische Ausbildung propagiert. Die Folge: Viel zu wenige Menschen würden ein Handwerk zum Beruf machen wollen.

Aus Sicht von Ralf Stamer, Präsident der Handwerkskammer Schleswig-Holstein, macht die Kampagne auf einen jahrzehntelangen Missstand aufmerksam. "Die duale Ausbildung leidet in der Gesellschaft trotz hervorragender Karriereperspektiven immer noch an geringerer Akzeptanz als beispielsweise ein Studium", so Stamer. "Dieses Ungleichgewicht ist unverantwortlich. Es verschärft auf Dauer die angespannte Fachkräftesituation im Handwerk immer mehr." Es müsse endlich in den Köpfen ankommen, dass eine berufliche Ausbildung genauso viel wert sei wie eine akademische. Nur so könne es gelingen, dass wieder mehr junge Menschen den Weg ins Handwerk finden, so Stamer.

Weitere Informationen zur Kampagne: www.handwerk.de.

Ralf Stamer ist Präsident der Handwerkskammer Lübeck.

Ralf Stamer ist Präsident der Handwerkskammer Lübeck.


Text-Nummer: 149855   Autor: HWK Lübeck/Red.   vom 08.02.2022 um 11.04 Uhr

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